Biosiegel

Alles ökologisch?

published: 09.03.2007

Das staatliche Biosiegel wurde 2001 von Renate Künast eingeführt (Foto: Bundesumweltministerium) Das staatliche Biosiegel wurde 2001 von Renate Künast eingeführt (Foto: Bundesumweltministerium)

Bio ist Trend. Keine Frage. Neuerdings schildern sogar Kinofilme, was jeder Spitzen-Koch schon immer predigte: Es kommt vor aller Kochkunst immer auf die Qualität der Produkte an. Denn qualitativ hochwertige Lebensmittel tragen nicht nur zu einem besseren Geschmack bei sondern auch zu einer besseren Gesundheit.

Dass die Botschaft inzwischen bei einem Großteil der Verbraucher angekommen ist, belegt die Renaissance des Biobooms. Während die erste Generation der Ökos noch in selbst gestrickten Wollpullis und Jesuslatschen auf dem Bauernhof Biomüsli futterte, hat sich das Bild des umweltbewussten Verbrauchers jetzt völlig verändert. Heute darf der moderne Öko ruhig mit der Mode gehen. Was zählt ist vor allem, was im Kühlschrank steht.

Umfangreich hat inzwischen die Lebensmittelbranche auf die veränderten Bedürfnisse reagiert. Sogar etliche Discounter bieten inzwischen eigene Bio-Produkte an. Vor lauter Gesundheitsbewusstsein sieht der Konsument manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Verwirrt steht der Konsument im Laden und fragt sich, ob denn tatsächlich alles Bio ist, wo "Bio" draufsteht.

Licht ins Dunkel bringen sollen vor allem Lebensmittelsiegel. Doch was steckt hintern den Aufklebern auf den Etiketten?

120 verschiedene Prüfsiegel
Neu ist die Sache mit den Siegeln nicht. Zahlreiche Güte- und Prüfsiegel auf allen erdenklichen Produkten – nicht nur Lebensmitteln - sollen dem Verbraucher eine Mindestmaß an Qualität sichern. Zur Zeit gibt es auf dem Markt etwa 120 verschiedene Prüfsiegel.

Wie die Norm für ein Siegel aussieht, bestimmt einzig derjenige, der sie vergibt. Soweit die Siegel von einer staatlichen Institution – wie beim staatlichen Biosiegel - vergeben werden, mag das vertrauenswürdig sein. Doch auch private Unternehmen mit kommerziellen Interessen vergeben Gütesiegel. Hier ist ein gesundes Maß an Misstrauen angebracht. Denn nicht immer sind die Siegel im Sinne des Verbrauchers. Manchmal sollen sie von wichtigeren Qualitätskriterien ablenken.

Das staatliche Biosiegel
Wo also ist Bio drin und wo nicht? Das inzwischen wohl bekannteste und am häufigsten vorkommende Siegel ist das staatlich Biosiegel. Seit 2001 – eingeführt von der damaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast - können hierzulande Lebensmittel mit dem sechseckigen Symbol ausgezeichnet werden. Dann liegt dem Produkt die EG-Öko-Verordnung zugrunde, die unter anderem folgende Punkte garantiert:

- Die Produkte werden zur Konservierung nicht radioaktiv
bestrahlt.
- Die Produkte wurden nicht durch gentechnische Veränderungen
erzeugt.
- Es wurden keine synthetischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
- Es werden keine löslichen mineralischen Dünger eingesetzt.
- Tiere werden artgerecht gehalten.
- Tiere werden mit ökologisch produzierten Futtermitteln ernährt.
- Dem Futter werden keine Antibiotika oder leistungsfördernde
Mittel beigemengt.

Inzwischen hat sich das Biosiegel landesweit durchgesetzt. Es ist auch das einzige Siegel, dessen Missbrauch strafrechtlich verfolgt wird. Zur Zeit lassen 1.900 Unternehmen über 35.000 Produkte lizenzieren. Um dem Verbraucher eine größere Transparenz bei den Produkten zu garantieren, sind alle mit einer Kontrollnummer versehen. Über sie kann über eine zuständige Kontrollstelle der Ursprung des Produkts zurückverfolgt werden.

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung