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DVD-Tipp

"Die Kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Asien"

published: 23.09.2014

In der Folge "Indien und Curry" lernt Sarah Wiener (l.), wie die Einheimischen ein scharfes Eintopfgericht mit Fisch kochen (Foto: Zero One Film) In der Folge "Indien und Curry" lernt Sarah Wiener (l.), wie die Einheimischen ein scharfes Eintopfgericht mit Fisch kochen (Foto: Zero One Film)

Im Mekong-Delta nach Lotuswurzeln tauchen, in Zhejiang Bambus ernten, auf Honshu bei der Herstellung von vergorenem Sushi zuschauen. Wenn solche Erlebnisse deinen Traumurlaub beschreiben, dann ist die Doppel-DVD "Die Kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Asien" nach deinem Geschmack. Für die donnerstags auf dem TV-Sender arte ausgestrahlte Reihe reist Fernsehköchin Sarah Wiener stellvertretend für dich nach Vietnam, China, Japan und Indien, wo sie zusammen mit Einheimischen Zutaten erntet, Speisen vorbereitet, kocht und verzehrt.

Profi an den Essstäbchen

Vor Reiseantritt hat sie brav Vokabeln wie "Guten Tag", "Ich bin Sarah", "Danke" und "Auf Wiedersehen" gebüffelt - auch wenn sie diese wie im Land der aufgehenden Sonne manchmal durcheinanderbringt. Ihre Handhabung der Ess-Stäbchen beeindruckt. Sie begegnet allen Gastgebern respektvoll. Mit ihrem direkten Wesen geht sie auf einfache Arbeiter wie schwerreiche Fürsten oder Meisterköche gleichermaßen unverstellt und neugierig zu. Dabei liegt ihr die offene Art der Vietnamesen augenscheinlich mehr als der zurückhaltende Charakter der Japaner. Die komplexe Esskultur Nippons bleibt ihr leider in weiten Teilen verschlossen.

Alles wird probiert

Immerhin probiert die Österreicherin mutig alles, was man ihr darbietet, mag es - wie das vergorene Sushi - auch noch so verfault müffeln. Stets bemüht sie sich, Geruch, Mundgefühl und Geschmack der fremden Speisen für die Kamera anschaulich zu beschreiben. Schmeckt ihr etwas nicht, bleibt sie trotzdem diplomatisch. Selbst dem reichlichen Glutamat-Einsatz in Vietnam kontert sie nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, heuchelt allerdings auch keine Begeisterung. Meistens jedoch schmeckt es der 52-Jährigen und dann spart sie nicht mit Lob. So wandelt Wiener auf einem angenehmen Mittelweg, der an Überheblichkeit ebenso wie künstlicher Euphorie vorbei führt.

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Sarah Wiener bei "Tietjen und Hirschhausen" (NDR)


In der Bucht von Bai Rang fängt der Fischer Thung, der mit seiner Familie am Strand lebt, nachts Langustenbabys. Die wenige Zentimeter großen, fast durchsichtigen Fischchen verkauft er für ein paar Dollar an einen Züchter, der diese mästet. Für etwa 90 Dollar pro Stück nehmen ihm die gehobenen Touristenlokale der Stadt die begehrten Meerestiere ab und kredenzen sie den Urlaubern von Quy Nhon. Thung, der seit Jahrzehnten Langustenbabys fängt, kann sich solche Preise nicht leisten. Er habe noch nie eine ausgewachsene Languste gegessen, gesteht der Vietnamese auf die Frage Wieners, wie ihm das Fleisch der Krustentiere schmecke.



Manchmal staunt man, dass die Gastronomin dem Zuschauer, was Wissen und Hintergrund angeht, kaum voraus zu sein scheint. So kommt sie mit offenbar äußerst naiven Sushi-Vorstellungen nach Japan, und in China überrascht sie der Geschmack des berühmten Szechuan-Pfeffers gleich mehrfach. Allerdings ist es schwer zu beurteilen, was echte Unkenntnis und was nur ein pädagogisch-erzählerischer Kunstgriff ist, der auf die augenscheinlich als simpel eingestufte Vorbildung des Fernsehzuschauers gemünzt ist. Geradezu albern mutet es an, Wiener auf die Suche nach der "Süß-Sauer"-Kultur in China zu schicken, die sie - oh Wunder - dort nicht findet. Derjenige Zuschauer, dessen Wissensdurst mit dem Rezept eines deutschen Lieferdienstes für "Huhn süß-sauer" gestillt wäre, schaltet doch diese Sendung gar nicht erst ein. Kulinarisch und kulturell an Asien interessierte Zuschauer fühlen sich angesichts solcher Nullfragen dagegen nicht ernst genommen.

Mönchsgesänge für Bio-Kohl

Es sind vor allem die Bilder der einfachen Fischer und Lebensmittelhersteller, die den Zuschauer berühren und nach dem Film im Gedächtnis bleiben: der Biobauer, der seinen Kohl mit Mönchsgesängen beschallt, der japanische Messerkünstler, der einen dicken, weißen Rettich in hauchdünne Endlos-Streifen schneidet, der Schlachter aus Rajasthan, der die toten Tiere mit einem Messer zerschneidet, das zwischen seinen Zehen eingeklemmt ist. Nur angedeutet werden die wirtschaftlichen Probleme und alltäglichen Strapazen der Gastgeber, etwa als die indische Landwirtin, die alleine eine Pfefferplantage bewirtschaftet, mit dem Gast aus Europa ein Curry kocht und über dessen Lob vor Erleichterung und Freude in Tränen ausbricht. Und dann war da ja noch der Langustenbaby-Fischer Thung. Zum Glück lädt Wiener ihn und seine Frau zu guter Letzt in ein Luxusrestaurant ein - zum Schlemmen einer ausgewachsenen Languste.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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