Spargel

"Weißes Gold" vom Feld

published: 26.04.2017

Die Spargelsaison beginnt Anfang bis Mitte April und endet am 24. Juni (Foto: Public Address) Die Spargelsaison beginnt Anfang bis Mitte April und endet am 24. Juni (Foto: Public Address)

Ein jährlich wiederkehrendes Phänomen ereilt das Land, sobald es heißt: "Die Spargelsaison ist eröffnet". Bundweise tragen Käufer die weißen Stangen von "Handelsklasse Extra" bis "Bruchspargel" aus den Supermärkten – und Herr und Frau Konsument fragen sich, wie sie es eigentlich ein ganzes Jahr ohne diese Delikatesse ausgehalten haben.

Das rare Gemüse, das nur zwischen April und Juni in den Auslagen liegt, macht saisonal sogar der deutschen Grill-Leidenschaft Konkurrenz. Am Ende der zweimonatigen Spargelzeit hat jeder Bundesbürger durchschnittlich 1,3 Kilogramm des Edelgemüses verzehrt.
 

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Spargel war einst "Kaisersache"

Angesichts der hohen Spargelpreise klappt dem Spargelliebhaber bisweilen die Kinnlade gen Boden, verlangt der Discounter um die Ecke doch für ein Kilo gern einmal satte zehn Euro. Spargel gehört seit Menschengedenken zu den kostspieligeren Gütern. Schon in der Antike provozierten die teuren Stangen den Unmut der Römer, was angeblich Kaiser Diokletian im Jahre 304 dazu veranlasste, die Preise per Erlass zu regeln.

Dass für das begehrte Gemüse so viele Euro über die Ladentheke wandern, liegt vor allem daran, dass der Spargelanbau relativ aufwändig sowie arbeits- und somit auch kostenintensiv ist. Es dauert durchschnittlich drei Jahre, bis eine Pflanzung eine volle Ernte abwirft. Zusätzlich wird das "weiße Gold" meist per Hand aus dem Boden gezogen. Dennoch lohnt es sich, Preise zu vergleichen, und nicht schon zu Beginn der Saison extrem teuren oder importierten Spargel zu kaufen.

Tipp für den kleinen Geldbeutel:

Als "Bruchspargel" werden auf Wochenmärkten häufig kleine Spargelstückchen zu fairen Preisen angeboten. Diese eignen sich beispielsweise hervorragend für Spargelsuppe oder Spargelsalat.
 

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Die EU-Handelsklassen

Aufmerksamen Konsumenten sind die Bezeichnungen der EU-Handelsklassen (HK) auf den Spargelverpackungen sicher nicht entgangen: Extra, I und II bezeichnen die äußerliche Qualität der Stangen und liefern dem Verbraucher wichtige Hinweise über ihre Beschaffenheit. Als Königsklasse gilt dabei das Prädikat "HK Extra". Spargel, der in diese Kategorie fällt, zeichnet sich durch mindestens zwölf Millimeter Durchmesser, eine Länge zwischen 17 und 22 Zentimeter, geraden Wuchs und ein geschlossenes Köpfchen aus – auch sollen unangenehm holzige oder gar hohle Stellen völlig fehlen. Bei "HK I" schrumpft der Minimaldurchmesser auf etwa zehn Millimeter und die -länge auf zwölf Zentimeter. Diesen Kandidaten sind leichte Färbungen und Krümmungen erlaubt. Die kleinsten, aber durchaus genießbaren Spargelmodelle werden unter "HK II" zusammengefasst, wo sie immer noch stattliche acht Millimeter Durchmesser aufweisen. Hier sind leichte Verformungen und etwas stärkere Verfärbungen Gang und Gäbe und auch der Kopf muss nicht fest geschlossen sein – ein holziger Geschmack ist jedoch auch in dieser Klasse ein absolutes Tabu.

Spargel im Gesundheitscheck

Wer sich gesund und leicht ernähren will, ist beim Spargel genau richtig: Er besteht zu etwa 93 Prozent aus Wasser und ist entsprechend kalorienarm: Auf 100 g Spargel kommen gerade einmal 20 Kalorien. Zudem enthält er viele Ballaststoffe, die für eine ausgeglichene Darmflora sorgen. Wenn du das Gemüse nicht in Butter oder Sauce Hollandaise ertränkst, bleibt Spargel eine schlanke Mahlzeit.

Im Spargel findet sich eine hohe Konzentration an Asparaginsäure. Diese regt die Nierentätigkeit an, wirkt harntreibend und entwässernd, wodurch der Körper vermehrt Gift- und Schlackenstoffe ausscheidet. Außerdem ist das Gemüse reich an Kalium, Phosphor, Kalzium, den Vitaminen A, B1, B2, C, E und Folsäure. Spargel soll gegen Verstopfung helfen und sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Da das Asparagin jedoch bei Gicht, Rheuma oder einer Blasenentzündung leicht reizend wirken kann, solltest du bei diesen Erkrankungen lieber auf den Genuss verzichten.

Schonende Zubereitung

Damit du die wertvollen Inhaltsstoffe bei der Zubereitung nicht einfach wegkochst, solltest du Spargel nach Möglichkeit immer bissfest servieren. Am schonendsten erreichst du den richtigen Garzustand übrigens, indem du die leckeren Stangen in einem speziellen Siebeinsatz dünstest. Fertig ist das Gericht dann, wenn das Spargelende der Gabel beim Einstechen noch einen leichten Widerstand bietet.
 

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Besonders Spargelanfänger sollten sich unbedingt genug Zeit nehmen, den Spargel sorgfältig zu schälen. Es ist nicht ganz einfach und bedarf etwas Übung, die Schale samt holziger Stellen gänzlich zu entfernen - wer hier pfuscht, sollte beim Eindecken kleine Abfallschalen neben den Tellern platzieren. Um das zu vermeiden, kauf dir einen speziellen Schäler, den du kurz hinter dem Spargelkopf ansetzt und in Richtung Schnittende herunterziehst.

Tipp aus Omis Trickkiste

Am besten lässt sich Spargel lagern, wenn du ihn in ein feuchtes Handtuch einschlägst und ihn so in den Kühlschrank legst. Nach zwei bis drei Tagen solltest du ihn jedoch essen, da er sonst hart und holzig wird.

[Franzisca Teske]

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