Gewürze sind das "Ah" und "Oh" einer gelungenen Mahlzeit (Foto: Public Address) Gewürze sind das "Ah" und "Oh" einer gelungenen Mahlzeit (Foto: Public Address)
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Geschmacksnerven, aufgepasst!

Kleines Gewürzlexikon: Majoran bis Piment

Duftende Gewürze kitzeln in der Nase, erinnern an die weite Welt und sind das "Ah" und "Oh" einer gelungenen Mahlzeit. Pointer hat Informationen zu bekannten und weniger bekannten Gewürzen gesammelt und in einem kleinen Lexikon zusammengefasst.




Majoran – der "Unvergleichliche"

Ob, wie der arabische Name behauptet, unvergleichlich oder nicht, liegt wohl im Gaumen des Kostenden. Durchaus ähnlich ist das südeuropäische Kraut jedenfalls seinem zünftigeren Vetter, dem Oregano. Allerdings zeichnet sich Majoran durch ein etwas süßlicheres, weniger herbes Aroma aus, das im getrockneten Zustand schnell an Intensität verliert. Die weniger feine, deutsche Bezeichnung "Wurstkraut" hat der Majoran seiner häufigen Verwendung als Wurst-Gewürz zu verdanken. Wegen der verdauungsfördernden Wirkung macht er sich besonders gut zu fetten und schweren Gemüsesorten wie Hülsenfrüchten und Kohl, aber auch zu Fleisch- und Wildragouts oder gebratenen Kartoffeln.




Muskatblüte – Schönheit Ostindiens

Die Muskatnuss dürfte jedem ein Begriff sein, aber die Muskatblüte? Der getrocknete Samenmantel der ostindischen Muskatnuss, besser bekannt als Macis, verfügt über einen lieblicheren Geschmack als die derbere Nuss. Ihre kräftige Würze kommt häufig bei Weihnachtsgebäck, aber auch bei Wurst oder Fischgerichten zum Einsatz. Da ihr Aroma sehr schnell verfliegt und man ohnehin lieber sparsam mit dem intensiven Gewürz umgehen sollte, schaffe dir am besten nur kleine Mengen an, die du gut verschlossen hältst.
 


Minze – erfrischendes Sommerkraut

Schon der Duft von Minze erinnert an Sommer, Urlaub und Sonne – kein Wunder, dass Kaugummi- und Zahnpasta-Hersteller das erfrischende Kraut für sich entdeckt haben. Ihren vielfältigen Geschmacks- und Geruchsrichtungen verdanken die einzelnen Minzarten so anregende Namen wie Apfelminze, Basilikumminze, Orangenminze, Zitronenminze oder sogar Schokominze. Sie eignen sich nicht nur für die Zubereitung von leckeren Tees aus ihren getrockneten Blättern. Minze harmoniert beispielsweise mit Knoblauch oder Petersilie, Zitrusfrüchten oder Kumquats genauso wie mit Erbsen, Bohnen, Linsen oder Kichererbsen. Und an heißen Tagen beeindruckstdu bestimmt jeden Gast mit erfrischendem Tabbouleh, einem libanesisches Gericht aus Bulgur, frischem Gemüse und Minze.




Nelken – Wintergefühle vorprogrammiert

Nelken helfen nicht nur gegen Zahnschmerzen, sondern sind auch eine beliebte Zutat für Backwaren oder deftigen Braten. Die getrockneten braunen Knospen duften stark und stammen vom Gewürznelken-Baum, der auf den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe, beheimatet ist. Ihr süßlich-scharfes Aroma ergänzt besonders zur kalten Jahreszeit heiße Getränken wie Punsch oder Feuerzangenbowle, aber auch Rotkohl ist ein typischer Begleiter des intensiven Gewürzes. Achte darauf, dass du Nelken immer sparsam dosierst, da sie einem Gericht schnell einen unangenehm dominanten Geschmack verleihen.


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Oregano – liebt Tomaten!

Oregano wird vielen als typisches, leicht bitteres Pizzagewürz bekannt sein. Für das italienische Gericht eignet er sich deshalb so gut, da er besonders mit Tomatengerichten hervorragend harmoniert. Doch auch die Griechen und die Mexikaner bedienen sich mit Vorliebe einer zarten Oregano-Note, beispielsweise als Begleiter von Eintöpfen oder Schmorgerichten. Frischen Oregano solltet ihr immer mit den Speisen kochen, da sich sein Aroma erst nach etwa 20 Minuten entfaltet. Besonders gut lässt er sich nicht etwa mit Majoran, sondern mit Thymian, Rosmarin oder Basilikum kombinieren.
 


Paprika – von Kolumbus importiert

Im Jahr 1492 eroberte Christoph Kolumbus nicht nur Amerika, sondern auch die Paprika. Die südamerikanischen Früchte schmeckten nicht nur den Ureinwohnern, sondern auch in der asiatischen oder südeuropäische Küche wird häufig mit Paprika gewürzt. Das Aroma lässt sich äußert vielfältig kombinieren, beispielsweise für Fleisch- und Fischgerichte und Salate, aber auch Aufläufe oder Pizza vertragen die würzige Note. Paprika-Pulver gibt es übrigens in unterschiedlichen Schärfegraden, für die verschiedene Paprikasorten verwendet werden. Generell gilt: Je heller das Pulver, desto mehr Samen und Scheidewände wurden mitgemahlen, umso schärfer also das Ergebnis. Aus diesem Grund sollte man das Gewürz unbedingt erst zum Schluss beigeben!
 


Piment - Beeren des Pfefferbaums

Der als Piment bekannte Nelkenpfeffer vereint die Aromen von Pfeffer, Gewürznelken, Muskat und Zimt zu einer ganz eigenen Würze. Die getrockneten, braungrauen Beeren des immergrünen Pfefferbaums kannst du entweder im Ganzen für Fleischbrühen und Fischsuppen benutzen oder frisch gemahlen als Geschmacksgeber für leckere Weihnachtsplätzchen. Zerstoße die Körner immer erst unmittelbar, bevor du sie benutzen möchtest, mit dem Mörser, dann entfalten sie ihr Aroma am intensivsten.




Gewürze optimal aufbewahren

Am besten bewahrst du deine Gewürze in kleinen Glasbehältern oder Plastikdosen auf. Die Gefäße sollten unbedingt luftdicht sein und den Inhalt vor Sonneneinstrahlung schützen. Lagere dein Gewürzrepertoire an einem dunklen, kühlen Ort wie in der Speisekammer oder im Kühlschrank.

Am längsten hält sich der Geschmack, wenn du unzerkleinerte Gewürze kaufst. Diese besitzen bis zu ihrer Anwendung ein intensives Aroma und entfalten es erst beim Zermahlen.

Übrigens lassen sich einige Kräuterarten wie Basilikum, Schnittlauch oder Petersilie toll einfrieren. Wascht und zerkleinert sie und gebt sie in Eiswürfel- oder kleine Kunststoffbehälter. Diese noch schnell mit Wasser auffüllen und ab in die Tiefkühltruhe.

[Franzisca Teske]

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