Aromatisch bis süßlich

Kleines Gewürzlexikon: Von Thymian bis Zimt

published: 22.04.2019

Wacholderbeeren, Thymian und Zimtstangen verfeinern leckere Gerichte (Foto: Public Address) Wacholderbeeren, Thymian und Zimtstangen verfeinern leckere Gerichte (Foto: Public Address)

Wusstest du, dass die kleine schrumpelige Vanilleschote, die du im Supermarkt kaufst, eigentlich in Plantagen am Indischen Ozean gezüchtet wurde? Um deine Kenntnisse rund ums Würzen aufzupeppen, hat Pointer Informationen zu bekannten und weniger bekannten Gewürzen gesammelt.

Schmetterlingsmagnet Thymian

Nicht nur wegens des starken Duftes lässt sich Thymian im Kräuterbeet leicht identifizieren. Zumindest im Sommer erkennt ihr ihn vermutlich auch an den bunten Schmetterlingen, die sich in seiner Nähe tummeln. Kein Wunder, dass das Kraut aus den milden Gegenden Afrikas, Europas und Asiens auch als Aphrodisiakum gilt.




Der herbe Strauch steuert seine Blättchen zur "Kräuter der Provence"-Mischung bei und verfeinert das bekannte Gemüsegericht Ratatouille. In der mediterranen Küche kombiniert man die scharf-würzige Note häufig mit kräftigen Geschmacksträgern wie Wein, Knoblauch, Lorbeerblättern und Petersilie. Doch auch als Aroma für Geflügel und Schalentiere, Wild, Lamm oder Fisch eignet sich Thymian hervorragend. Wer gerne Kräuteressig- und Öl selbst aromatisiert, sollte es unbedingt einmal mit Thymian versuchen.

Klein aber oho: Wacholderbeeren

Da sie klein und etwas schrumpelig ist, wirkt die Wacholderbeere auf den ersten Blick eher unscheinbar. Auf den ersten Biss hingegen entlarvt man ihr Äußeres als pure Tarnung: Der würzig-süße, leicht harzige Geschmack geht in keinem Gericht unter, ob man die Beere klassisch im Sauerkraut oder deftig als Beigabe zu Pökelmischungen verwendet.




Botanisch gesehen, ist der immergrüne Wacholderstrauch den Zypressengewächsen zuzuordnen, die in den milderen Regionen ganz Europas wachsen. Wer Sauerbraten, Wildgerichte, Geflügel oder Fischsud mit Wacholderbeeren verfeinert, sollte allerdings darauf achten, diese sparsam zu dosieren. Damit ihr später keinen seifigen Beigeschmack zu beklagen habt, verwendet maximal drei Beeren pro Portion. Übrigens wird das Holz des nadeltragenden Strauches häufig zur Räucherglut hinzugegeben, um Fleisch oder Fisch zu aromatisieren.

Orchideengewächs Gewürzvanille

Beim Anblick einer knittrigen, schwarzen Vanilleschote ist es kaum zu glauben: Sie gehört tatsächlich zur Familie der anmutigen Orchideengewächse. Ihr eigenwilliges Äußeres entsteht erst durch ein langwieriges Verfahren, das auch Schwarzbräunung genannt wird. Die eigentlich gelbgrünen Kapseln der Gewürzvanille, die wir unter dem Namen Bourbon-Vanille kennen, stammen aus Mexiko und Mittelamerika. Heutzutage werden sie allerdings überwiegend in Plantagen auf den Inseln des Indischen Ozeans angebaut.




Das stärkste Aroma trägt die Kapselhülle selbst. Wird sie beispielsweise gemeinsam mit Zucker gelagert oder in einer Flüssigkeit aufgekocht, gibt sie ihren Geschmack weiter. Innerhalb der Kapseln befinden sich Samenkörner und das Vanillemark, eine ölige Flüssigkeit. Wer eine Speise besonders intensiv würzen möchte, kann die Schote auch der Länge nach aufschneiden und den Inhalt herauskratzen. Übrigens könnt ihr eine unversehrte Schote mehrfach verwenden, wenn ihr sie später reinigt und trocknet.

Neben süßen Speisen wie Pudding, Crème Brûlée oder auch Kakao und Schokolade verfeinert Vanille auch weißes Fleisch oder Fisch. Geübte Köche verwenden sie beispielsweise bei der Zubereitung von Hummer- und Lachsgerichten.




Aromatische Baumrinde: Zimt

Zimt gehört zu den ältesten bekannten Gewürzen und kam im Jahr 1502 mit dem Portugiesen Vasco da Gama von Sri Lanka nach Europa. Um die scharf-süßliche Zimtstange zu erhalten, werden zwei- bis dreimal jährlich dicke Zweige des immergrünen tropischen Zimtbaumes abgeschnitten. Man schabt die Außenrinde vollständig ab und löst anschließend die Innenrinde heraus. Während der folgenden Trockenphase entfaltet sich das beliebte Zimtaroma vollständig.
 

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— k_a_r_i_n_66 December 6, 2018

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Während das Pulver hierzulande vor allem zum Würzen von Süßspeisen und Heißgetränken verwendet wird, dient es in der indischen Küche auch als Geschmacksgeber von Fleischgerichten.

[Franzisca Teske]

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