Die Höhle des Grauens?

Der WG-Kühlschrank

published: 14.01.2009

Im Kühlschrank gibt es unterschiedliche Kältezonen, die beim Einräumen beachtet werden sollten (Foto: Anna Hoychuk/shutterstock.com) Im Kühlschrank gibt es unterschiedliche Kältezonen, die beim Einräumen beachtet werden sollten (Foto: Anna Hoychuk/shutterstock.com)

Bevor ihr in eine WG einzieht, solltet ihr der Wahrheit ins Auge blicken: Der Kühlschrank ist die Achillesferse fast jeder Studi-Bude. Sieht es im Wohnzimmer, Bad und sogar in der Küche noch ganz passabel aus – beim Öffnen der eisigen Tür vergeht einem meistens der Appetit. Umgeben von einer Duftwolke des Grauens tummeln sich dahinter verschimmelte Käsereste neben ranzigen Butterstückchen.

Unter dem Aludeckel des Sahnebechers lugt es verdächtig grün hervor und ein vergilbtes Schild mit der Aufschrift "Finger weg!!!" bestärkt euch in dem Beschluss, den ihr eh schon gefasst hattet: Hier lieber nichts anfassen. Diese Ansammlung von Bakterien birgt nicht nur Konflikt- sondern auch Gesundheitsrisiken. Die Techniker Krankenkasse weiht euch in die Geheimnisse des korrekten Kühlens ein.

Abgelaufen...
...und herrenlos? Dieses Schicksal ereilt Produkte in WG-Kühlschränken überdurchschnittlich oft. Originalverpackte Mozzarellas blähen sich manchmal auf Handballgröße, bevor sie gnädig entsorgt werden. Doch so eindeutig "schlecht" sind nicht alle Lebensmittel, deren Verfallsdatum abgelaufen ist.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bremen ist es kein Problem, abgelaufene Produkte zu verzehren, sofern die Packung noch verschlossen und das Mindesthaltbarkeitsdatum nur kurz überschritten ist. Dies gelte beispielsweise für Joghurt, Sahne oder Crème fraîche. Bestehe die Ware den Geruchs- und Geschmackstest, könne man sie noch bedenkenlos verwenden. Anders stehe es jedoch mit dem "Verbrauchsdatum". Dieses zeigt an, wann leicht verderbliche Waren wie Fisch oder Hackfleisch zuletzt verwendet werden sollten und darf keinesfalls ignoriert werden.

Damit verdorbener Ballast den ohnehin engen Kühlschrank nicht blockiert, findet eine alltagstaugliche Lösung gegen den "Verfallsteufel". Koppelt beispielsweise eine wöchentliche Ausräumaktion an den Putzplan: Wer mit der Küche an der Reihe ist, mistet auch den Kühlschrank aus. Falls der Besitzer eines Ablaufkandidaten abwesend, verzogen oder sonstwie unauffindbar bleibt: Weg damit!

Warmer Norden, kühler Süden
Der Einfachheit halber teilen viele WGs das Innenleben des Kühlschranks waagerecht auf, sodass jeder Mitbewohner eine Ablagefläche bekommt. Das tut zwar der Wohn-Idylle gut, nicht aber den Lebensmitteln. In einem Kühlschrank gibt es nämlich verschiedene Kältezonen: Im hohen Norden herrschen etwa kuschelige acht Grad, während es mit jedem Schritt gen Süden frostiger wird.

So liegt die Temperatur in den mittleren Fächern nur noch bei fünf Grad und ganz unten schafft es das Thermometer gerade noch bis zur Drei-Grad-Marke. Am wärmsten ist es mit neun Grad in den Türfächern und im Gemüsefach, das durch die darüber liegende Glasplatte vor Feuchtigkeit und Kälte geschützt wird. Falls ihr ein Herz für eure Lebensmittel habt, solltet ihr diese Temperaturunterschiede beim Einräumen berücksichtigen.

Einräumen mit System
Im Gemüsefach fühlen sich beispielsweise Lauchzwiebeln, Möhren und Radieschen wohl, auch Salat, frische Kräuter und Beeren liegen dort genau richtig. Was aus dem Süden kommt, wie Mangos oder Ananas, solltet ihr generell vom Kühlschrank fern halten. Dasselbe gilt für Zucchini, Tomaten oder Avocados, die bei Zimmertemperatur noch nachreifen.

Über dem Gemüsefach haben leicht verderbliche Produkte ihren Stammplatz. Dazu gehören beispielsweise Fisch oder Fleisch. Darüber, in der goldenen Mitte, lagert ihr am besten Milchprodukte wie Crème fraîche, Quark oder Joghurt. Auch Vollmilch steht hier wesentlich besser als in der Tür, da sie dort zu schnell stichig wird. Die molligen Türfächer reserviert ihr besser für Eier, Butter, bereits geöffnete Gläser, Ketchup, Senf und Getränke.

Ganz oben über den Dingen ruht der Käse. Am längsten hält er sich übrigens in seinem Originalgewand: Das spezielle Käsepapier, mit dem er vom Hersteller verpackt wird, lässt ihn atmen, ohne dass er schwitzt.

Sauber kühlt besser
Last but not least solltet ihr euren Kühlschrank regelmäßig reinigen und abtauen. Immerhin tummeln sich darin ständig Keime und Bakterien, die ihr bestimmt nicht zum Dessert verspeisen möchtet, oder? Hinzu kommt, dass ein vereister Kühlschrank wesentlich schlechter kühlt und mehr Energie verbraucht.

Fürs Abtauen solltet ihr einen strategisch günstigen Zeitpunkt wählen: vor einem Urlaub, wenn ihr ohnehin kaum noch Lebensmittel daheim habt, oder im Winter, wenn ihr sie draußen zwischenlagern könnt. Räumt den Kühlschrank komplett leer und schaltet ihn aus. Bei einigen alten Modellen lohnt es sich, die Tauflüssigkeit am Boden des Kühlschranks mit Behältern aufzufangen.

Bevor ihr euer bestes Stück wieder einräumt, gönnt ihm eine erfrischende Säuberung mit Spülmittel und Essigwasser. Achtung: Gummidichtungen werden dabei oft vergessen, dabei sammeln sich dort besonders viele Keime. Wischt alles gründlich trocken und schaltet ihn zunächst unbefüllt wieder ein. Liegen die Temperaturen im Inneren wieder richtig, kann eine neue, saubere Kühlschrank-Saison eingeleitet werden.

[Franzisca Teske]

ANZEIGE

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung