Schokolade ist leider ein echter Klimakiller. Pointer hat Tipps für Produkte, die nachhaltiger sind (Foto: Tamas Pap/Unsplash.com) Schokolade ist leider ein echter Klimakiller. Pointer hat Tipps für Produkte, die nachhaltiger sind (Foto: Tamas Pap/Unsplash.com)
Umweltschonende Ernährung

Klimaschädliche Lebensmittel und die Alternativen

Wenn es um das Thema Ernährung geht, denken viele erst einmal an Kalorien und Nährstoffe. Doch auch die Umweltfreundlichkeit unseres Essverhaltens rückt immer mehr in den Fokus. Manche Lebensmittel sind wahre Klimakiller. Natürlich stoßen Fleisch, Gemüse oder Obst nicht selbst die schädlichen Gase aus. Doch die Herstellung, der Transport, die Lagerung, Verarbeitung und anschließende Entsorgung verbrauchen Energie und sorgen damit für den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan oder Distickstoffoxid. Manche Lebensmittel fallen dabei mehr ins Gewicht als andere. Generell lässt sich sagen: Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet wurde, desto schädlicher ist es für unser Klima.

Wie kann ich erkennen, ob ein Lebensmittel dem Klima schadet?

Ob ein Nahrungsmittel für unsere Umwelt nachteilig ist, wird anhand der sogenannten CO₂-Äquivalenten (CO₂-eq) gemessen. Diese geben an, wie viel Masse eines Treibhausgases zur Erderwärmung beiträgt. Die CO₂-Äquivalenten verwendet man, um die Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase festzuhalten und vergleichbar zu machen. Um in der Zukunft klimaneutral zu leben, müssen wir also versuchen, unsere Ernährung anzupassen. Pointer verrät, welche Lebensmittel eine schlechte Umweltbilanz haben, und stellt dir vor, welche Alternativen es gibt.

Butter

Butter gilt als der Klimakiller Nummer eins. Für die konventionelle Produktion von einem Kilogramm Butter werden laut "Öko-Test" etwa 24 Kilogramm CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Die klimaschädliche Wirkung der Butter liegt insbesondere daran, dass für ein Kilogramm Butter ungefähr 18 Liter Milch benötigt werden. Für das Frühstücksprodukt müssen dementsprechend viele Kühe gehalten werden. Bei der Herstellung des benötigten Tierfutters werden jede Menge Treibhausgase freigesetzt. Kühe stoßen zudem bei der Verdauung Methangas aus, welches eine 28-mal größere Klimawirkung als CO₂ hat.
 


Greife beim Broteschmieren also lieber zu pflanzlichen Alternativen: Hochwertige Margarine hat einen Ausstoß von nur etwa 1,3 Kilogramm CO₂-eq pro Kilogramm. Auch Öle wie Rapsöl oder Olivenöl funktionieren. Letzteres wird streichzart, wenn du es eine Stunde einfrierst.

Schokolade

Schoko-Fans, aufgepasst: Ein Kilogramm der beliebten Süßigkeit verursacht 3,5 Kilo CO₂-Äquivalente. Dass die Schokolade so eine schlechte Klima-Bilanz hat, hat zwei Gründe: Zum einen enthält Schokolade häufig Milch, deren Produktion aufgrund der freigesetzten Treibhausgase klimaschädlich ist. Mehr Milch in der Schokolade bedeutet also auch mehr CO₂. Außerdem enthalten Schokoladenprodukte häufig Palmöl. Um Platz für Palmöl-Plantagen zu machen, wird in vielen Gebieten der Regenwald gerodet. Der Kohlenstoff, den der Regenwald gespeichert hatte, entweicht dann als Kohlendioxid in die Atmosphäre. Zudem hat der Anbau von Kakaobohnen einen sehr hohen Wasserverbrauch.
 


Wenn du Lust auf Schokolade hast, solltest du Produkte kaufen, die wenig bis kein Palmöl enthalten. Besonders bei Schoko-Aufstrichen schau am besten genauer hin. Zudem gibt es viele vegane Schokoladen, die keine Milch enthalten und damit eine etwas bessere CO₂-Bilanz aufweisen. Zusätzlich solltest du auf das "Fair Trade"-Logo achten. Dieses stellt sicher, dass die Schokolade unter fairen Bedingungen und zum Beispiel ohne Kinderarbeit produziert wurde.

Rindfleisch

Rindfleisch ist mit etwa 13 Kilogramm CO₂-Äquivalenten die klimaschädlichste Fleischsorte. Das liegt ebenfalls an der Rinder-Haltung. Der Wert ist nur niedriger als der von Butter, weil Schlachtrinder deutlich kürzer leben als die Milchkühe. Auch hinsichtlich des Wasserverbrauchs belegt Rindfleisch nach Kakao und Kaffee den dritten Platz.
 


Was du beim Grillen stattdessen servieren kannst? Fleischersatzprodukte wie Sojagranulat oder Seitan kommen lediglich auf 0,8 Kilogramm CO₂-eq und sind deutlich klimafreundlicher als Fleisch. Mittlerweile gibt es viele tolle Rezepte, die die tierfreien Produkte zu einer echten Alternative machen, zum Beispiel diese veganen Barbecue-Spieße aus Seitan.




Tiefkühl-Pommes

Mit 5,7 Kilo CO₂-Äquivalenten gehört sogar ein Produkt, das oft vegan ist, zu den klimaschädlichsten Lebensmitteln. Der Grund dafür sind nicht die Kartoffeln selbst, sondern die aufwändige Herstellung der Pommes Frites. Diese müssen nämlich getrocknet, frittiert und tiefgekühlt werden, was extrem viel Energie benötigt.
 


Du musst jedoch aus schlechtem Gewissen nicht völlig auf Pommes verzichten, sondern kannst sie einfach selbst im Ofen zubereiten. Das ist nicht nur klimafreundlicher, sondern auch viel gesünder. Ein leckeres Rezept für Ofen-Pommes findest du zum Beispiel bei "Eat This".

Käse und Sahne

Im Durchschnitt werden für die Herstellung von Käse 8,5 und für Sahne 7,6 Kilogramm CO₂-Äquivalente benötigt. Um diese Werte wenigstens ein bisschen zu verbessern, ist es empfehlenswert, auf Produkte mit einem niedrigen Fettanteil zurückzugreifen. Denn je höher der Fettanteil eines Milchprodukts, umso mehr Milch wird für die Herstellung benötigt. Wer das Klima schützen will, setzt am besten auf vegane Milchersatzprodukte. Im Vergleich zu Kuhmilch weisen Hafermilch, Sojamilch (mit Sojabohnen aus heimischem Anbau) und Lupinenmilch die beste CO₂-Bilanz auf.
 


Schweinefleisch und Geflügel

Mit circa 3,4 Kilo CO₂-Äquivalenten sind diese Fleischsorten deutlich klimafreundlicher als Rindfleisch. Trotzdem werden auch für Schweine und Hühner große Flächen und viel Futter benötigt. Das Futter für die Tiere wird häufig importiert, sodass beim Transport große Menge an CO₂-Emissionen anfallen. In bestimmten Gebieten, zum Beispiel in Brasilien, werden für den Anbau der Futterpflanzen zudem große Flächen Regenwald gerodet.
 


Wenn du Klima, Tieren und Umwelt etwas Gutes tun möchtest, kannst du deinen Fleischkonsum überdenken und überlegen, wo du ihn reduzieren könntest. Regionales Obst und Gemüse sind nämlich die Gewinner in der Klimabilanz. Bei frischem Gemüse fallen nur 0,15 Kilogramm CO₂-Äquivalente an. Niemand muss von heute auf morgen zum Veganer oder Vegetarier werden. Dem Klima hilft es schon, zwei bis drei vegetarische oder vegane Tage in der Woche einzulegen oder den Kaffee am Morgen mit einer pflanzlichen Milch-Alternative zuzubereiten.

Interessierst du dich auch für das Thema Lebensmittelverschwendung? Die Menschen stellen riesige Mengen an Lebensmitteln her, transportieren, verarbeiten und verpacken sie – und dann schmeissen sie sie weg. Hier erfährst du, wo die Ursachen liegen und was du dagegen tun kannst.

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.