Vegan Grillen? Mit den Tipps von Pointer wird es ein Fest (Foto: Rawpixel.com) Vegan Grillen? Mit den Tipps von Pointer wird es ein Fest (Foto: Rawpixel.com)
Pflanzliche Ernährung

Vegan Grillen: 5 Tipps

Grillabende sind der Horror aller frischen Veganerinnen und Veganer. Sie befürchten komische Blicke und denken, die anderen werden sich darüber wundern, warum man das leckere Grillfleisch denn nicht essen möchte. Sie hören sich schon immer die gleichen Erklärungen abgeben und sehen sich dafür bestenfalls ein mitleidiges Lächeln ernten. Die Aussicht auf eine trockene Tofuwurst auf dem Teller macht die Aussicht nicht besser. Doch so muss der Abend nicht werden! Mit den Tipps von Pointer startest du ein pflanzliches Grillvergnügen, das auch deine fleischessenden Freundinnen und Freunde ins Staunen bringt. Grillen macht auch ohne Fleisch viel Spaß und sollte nicht wegen deiner Ernährungsweise zum Stressfaktor werden.
 


Tipp 1: Leckeres Grillgut kaufen

Die Auswahl an raffiniert gewürzten veganen Würstchen, Steaks und Frikadellen wird immer größer. Wenn es also zu einem spontanen Grillabend mit Freunden geht, solltest du in jedem Supermarkt auf dem Weg etwas Passendes finden. Achte dabei darauf, dass auf der Packung klar steht, dass der Inhalt vegan ist oder schau dir die Zutatenliste an. Oft teilen sich vegane und vegetarische Ersatzprodukte ein Regal, so dass man schnell daneben greift. Außerdem ist Sojawürstchen nicht gleich Sojawürstchen. Soll heißen, dass es stark auf die Firma ankommt, wie ein Produkt schmeckt, und du dich wahrscheinlich ein bisschen durchprobieren musst, bis du etwas findest, was dir gut schmeckt. Vergiss auch nicht, dass du gekaufte Lebensmittel noch mit deinen eigenen Gewürzen, Soßen oder einer Scheibe veganem Käse pimpen kannst.
 


Tipp 2: Grillgut selbst machen

Wem Kaufen zu langweilig ist, oder wer Lust auf etwas Neues hat, kann veganes Grillgut selber herstellen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Tofu und Tempeh sind einfache Grundlagen für Rezepte, da sie fertig zu kaufen sind. Die Basisprodukte können dann individuell eingelegt oder mariniert werden. Durch die Schnittfestigkeit kannst du Tofuwürfel zum Beispiel auf Holzstäbchen spießen. Wenn du mit Naturtofu arbeitest, lohnt es sich, diesen in ein Küchenhandtuch zu wickeln und mit einem Buch zu beschweren. Dies presst die überschüssige Flüssigkeit aus dem Sojaprodukt. Eine leckere Marinade kann zum Beispiel aus etwas Zitronensaft, Weißweinessig, Olivenöl, Knoblauch, Rosmarin, einem Kleks Agavendicksaft, Salz und Pfeffer bestehen. Oder du legst den Tofu einfach in vegane BBQ-Soße ein. Generell gilt: Je länger der Tofu Zeit hat, die Marinade aufzusaugen, desto geschmackintensiver wird er. Seitan besteht aus Weizenprotein und hat eine zähe Konsistenz, aus der sich Steaks, Buletten oder Pulled Pork machen lassen. Du kannst Gluten als Pulver zum Anrühren kaufen oder selber aus Mehl herstellen. Auch Seitan nimmt sehr gut den Geschmack von Gewürzen auf. Außerdem gibt es zahlreiche Rezepte, in denen du aus verschiedenen Bohnen und Getreidesorten Burgerpatties herstellen kannst.




Tipp 3: Gemüse grillen

Als Ergänzung zum veganen Grillgut macht sich Gemüse wunderbar auf dem Rost. So gut wie alle Gemüsesorten eignen sich zum Grillen. Allerdings sollten einige vorher gekocht werden, damit sie schon gar sind, bevor sie mit Röstaromen verfeinert werden. Sonst brauchen Maiskolben, Möhren, Kartoffeln und Kürbis ziemlich lange auf dem Grill. Andere Sorten wie Zuchini, Paprika, Aubergine, Pilze, Zwiebeln und Spargel können direkt gegrillt werden. Um zu vermeiden, dass das Gemüse schwarz wird, kann du es mit etwas veganer Kräuterbutter in ein Alufolie-Päckchen geben. Du kannst es aufspießen, marinieren oder veganen Käse darüber zergehen lassen. In jedem Fall ergänzt Gemüse deinen veganen Grillabend ideal.
 


Tipp 4: Dip it!

Was haben Tofu-Gemüse-Spieße, Röstkartoffeln und alles andere Gegrillte gemeinsam? Richtig - sie werden erst mit den passenden Dips und Soßen wirklich lecker. Vegane Dips selber herzustellen, ist überraschend einfach. Ungesüßter Sojajoghurt verwandelt sich mit etwas Zitronensaft, Olivenöl, Zwiebelpulver, Knoblauch, Salz, Pfeffer und ein paar Gurkenstückchen zu frischem Tzatziki. Eine reife Mango lässt sich mit Senf, etwas Zitrone und Agavendicksaft zu leckerem Mangosenf pürieren, und aus Avocado, Salz, Pfeffer und Limettensaft wird eine cremige Guacamole. Wenn es schnell gehen muss, findest du auch im Supermarkt verschiedene vegane Soßen. Dabei sind besonders die auf Tomatenbasis - wie Ketchup oder Chilisoße - oft komplett pflanzlich. Remoulade, Knoblauch- und Cocktailsoße enthalten meistens Ei oder Molkepulver. Vegane Alternativen dazu findest du im Bioregal oder im Reformhaus.
 


Tipp 5: Beilagen

Was wäre ein Grillabend ohne die passenden Beilagen? Brot und frische Salate gehören auch für Fleischesser eh dazu. Zufällig haben diese oft sowieso keine tierischen Zutaten. Aufpassen musst du nur bei Baguette zum Aufbacken, da es oft mit Butter verfeinert ist. Für ein Selfmade-Kräuterbaguette kaufst du einfach ein frisches Ciabatta beim Bäcker, schneidest es quer ein paar mal ein und bepinselst es mit einer Mischung aus geschmolzener Magarine, italienischen Kräutern und Salz. Ein paar Minuten in den Backofen, und dein Röstbrot ist fertig. Aternativ kannst du auch älteres Brot, das schon trocken geworden ist, mit Olivenöl und gepresstem Knoblauch in der Pfanne anbraten. So wird es wieder knusprig und bekommt ein tolles Aroma. Tatsächlich lassen sich Flatbread, Focaccia und Fladenbrot auch direkt auf dem Grill backen. Den Naturjoghurt, den viele dieser Rezepte beinhalten, ersetzt du einfach durch eine pflanzliche Alternative.

Salate bestehen meistens sowieso zum großen Teil aus Pflanzen. Dressings sind aus Essig, Öl und Gewürzen schnell angerührt, und auch Salatmayonaisse kann man in pflanzlicher Variante kaufen oder schnell selber herstellen. Hast du schon mal Burger-Salat probiert? Er besteht aus allem, womit du neben dem Patty normalerweise deinen Burger belegen würdest: Romanasalat, Radicchio, Zwiebeln, Gewürzgurken, Tomaten und einer cremigen Soße, die mit etwas Rauchsalz abgeschmeckt wird. Oder du komponierst einen mediterranen Linsensalat mit Oliven, getrockneten Tomaten und frischem Rosmarin. Ein Tipp für grüne Salat, die wirklich jedem schmecken: Gestalte die Basis so vielfältig wie möglich. Anstatt beispielsweise nur einen Eisbergsalat kleinzuschneiden, mische Felsalat, Ruccola und frische Kräuter wie Petersilie und Basilikum unter.

gegrilltes Gemüsevegan grillenvegane Rezepteveganer TippsGrillen Veganauf den Grill legenSalate Grillenvegane Rezepte Grillenvegane Rezepte Sommer

Die Autorin: Hanna Kunst
Die Autorin: Hanna Kunst

Die Autorin: Hanna Kunst

Sonnenliebhaberin, Lockenkopf, Enthusiastin – Hanna wuchs am Rand von Hamburg auf und schätzt das Landleben ebenso wie den Trubel der Hansestadt. Seit 2020 studiert sie Kulturwissenschaften in Lüneburg und findet dabei Medientechnik und Stadtplanung besonders spannend. In ihrer Freizeit hört sie gern Livemusik, probiert neue Rezepte aus, macht Yoga und fotografiert analog. Für Pointer schreibt Hanna über Lifestyle-Themen und führt als Reporterin Interviews.