Beim Regrowing lässt du Gemüsereste nachwachsen, anstatt sie wegzuschmeißen. Pointer erklärt, wie es geht (Foto: Armando Arauz/Unsplash.com) Beim Regrowing lässt du Gemüsereste nachwachsen, anstatt sie wegzuschmeißen. Pointer erklärt, wie es geht (Foto: Armando Arauz/Unsplash.com)
Food-Trend

Regrowing: Gemüse aus Küchenabfällen neu wachsen lassen

Gemüse einmal kaufen und aus den Resten wächst immer wieder neues Gemüse nach: Das ist das Konzept von Regrowing. Hinter dem Begriff verbirgt sich der Trend, Gemüse auf der Fensterbank in Wasser nachwachsen zu lassen. Vielleicht hast du das ja schon bei Instagram gesehen und dich gefragt, wie es funktioniert. Ist Regrowing wirklich so einfach, wie es aussieht? Und kannst du dich von dem Gemüse tatsächlich ernähren? Pointer erklärt, was du beachten solltest und welche Gemüsesorten sich eignen.

So funktioniert Regrowing

Wenn du mit dem Regrowing anfangen willst, musst du einige Grundprinzipien beachten. Wechsle täglich das Wasser und achte darauf, dass die Pflanze ausreichend Licht und Sonne bekommt. Nach spätestens zwei Wochen solltest du das Pflänzchen dann in einen Topf mit Erde setzen. Für besseres Wachstum benötigen die Pflanzen nämlich Nährstoffe, die Wasser allein nicht ausreichend liefern kann. Gieße die Pflanzen aber weiterhin regelmäßig, damit sie nicht austrocknen. Wenn die Pflanzen zu groß werden, benötigen sie einen anderen Topf, und du solltest sie umtopfen.
 


Der beste Standort für deinen Gemüsegarten ist die Fensterbank: Hier bekommen die Pflanzen das Licht, das sie benötigen, um zu wachsen. Allerdings eignet sich nicht jede Fensterausrichtung für das Regrowing. Nördliche Fenster bieten zu wenig Licht, und am südlichen Fenster verbrennen die Pflanzen in der Hitze der Sonne. Die ideale Ausrichtung ist nach Westen. Dort bekommen die Pflanzen Abendsonne. Im Osten profitieren sie von der morgendlichen Sonne.
 


Wurzelgemüse

Für das Regrowing eignet sich Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Rettich und Knollensellerie. Wichtig: Verwende für dein Regrowing-Projekt nur Gemüse, das einwandfrei ist und keine Schimmelstellen aufweist. Der Blattansatz muss zudem unverletzt sein, damit die Wurzel neue Blätter ausbilden kann. Schneide die Wurzel unter dem Blattansatz drei Zentimeter lang ab und lege die Wurzelstücke dann ins Wasser. Wechsle es täglich. Nun beginnen die Blätter zu wachsen. Während das Blattgrün wächst, bildet das verbliebene Wurzelstück feine Haarwurzeln aus. Das dauert ungefähr zwei Wochen. Sobald diese zu sehen sind, kannst du die Pflanze in die Erde setzen.

Bei Wurzelgemüse wächst durch Regrowing auch das Blattgrün nach. In diesem Stadium des Wachstums versucht die Pflanze in erster Linie zu blühen und Samen auszubilden. Ernte rasch das junge Blattgrün. Das kannst du zum Würzen und als Dekoration für Gemüsesuppen, Gemüseeintopf oder Salate verwenden.

Salate

Salate gehören zum Blattgemüse und wachsen aus dem Herz heraus nach. Sorten, die sich besonders gut für Regrowing eignen, sind Romanasalat oder Pflücksalat wie Lollo Rosso und Lollo Biondo. Pflücke dazu die äußeren Salatblätter ab und lasse das Herz des Salatkopfs großzügig stehen. Bei Romanasalat kannst du auch den Strunk abschneiden. Stelle das Salatherz in eine mit Wasser gefüllte Schale oder ein Glas. Achte darauf, dass sich nur der Strunkansatz in der Flüssigkeit befindet. Wenn die Blätter im Wasser stehen, beginnen sie schnell zu faulen. Achte täglich darauf, das Wasser zu wechseln. Wenn der Salatkopf bei der Ernte nicht zu knapp abgeschnitten wurde, können sich neben neuen Blättern auch beim Strunkansatz neue Wurzeln ausbilden. Setze die Pflanze in die Erde ein, wenn die Wurzeln mindestens einen Zentimeter lang sind.

Im Handel findest du meist Salatköpfe, bei denen der Strunk sehr kurz abgeschnitten ist. In diesem Fall bildet die Pflanze beim Regrowing zwar einige neue Blätter aus, kann aber keine neuen Wurzeln bilden. Auch ihre Lebensdauer ist dann sehr begrenzt. Verwende die kleinen Salatblätter rasch, bevor sie zu faulen beginnen. Wenn du Salat nachwachsen lässt, bilden sich oft nur kleine, besonders zarte und weiche Blätter. Du solltest nicht erwarten, einen ganzen neuen Salatkopf zu ernten.
 


Blatt- und Kohlgemüse

Zum Blattgemüse zählen Gemüsearten, deren Blätter und Stiele zum Verzehr geeignet sind. Auch einige Kohlsorten eignen sich für Regrowing. Du kannst beispielsweise Staudensellerie, Mangold, Chinakohl und Pak Choi nachwachsen lassen. Schneide dazu den Strunkansatz großzügig ab. Achte darauf, dass du das Herz der Pflanze dabei nicht verletzt. Stelle den Strunk in eine mit Wasser gefüllte Schale. Wechsle täglich das Wasser. Bereits nach kurzer Zeit beginnen die inneren Stiele wieder zu wachsen. Gleichzeitig sollte der Strunkansatz im Wasser Wurzeln ausbilden. Setze die Pflanze in die Erde ein, sobald die neuen Wurzeln mindestens einen Zentimeter lang sind.
 


Lauchgewächse

Die verschiedenen Zwiebel- und Laucharten sind in der Küche sehr beliebt. Wenn Lauchgewächse zu lange lagern, beginnen sie oftmals bereits ohne Zugabe von Wasser, von innen heraus zu treiben. Zum Regrowing eignen sich u.a. Porree, Lauchzwiebeln, Gemüsezwiebeln und Knoblauch. Schneide dazu den Wurzelansatz großzügig ab und stelle ihn in ein mit Wasser gefülltes Glas. Wechsle täglich das Wasser. Bereits innerhalb eines Tages beginnt die Pflanze von innen heraus wieder zu wachsen. Gleichzeitig bildet der Strunkansatz im Wasser Wurzeln aus. Setze die Pflanze nach einer Woche in die Erde ein.

Bei Zwiebeln und Knoblauch geht das Regrowing so: Verwende nur Zwiebeln und Knoblauchzehen, die bereits ausgetrieben haben. Setze die Zwiebel oder die Knoblauchzehen in einen Blumentopf direkt in die Erde ein. Nach kurzer Zeit treibt das Lauchgrün aus.
 


Für Regrowing ungeeignete Gemüsesorten

Bevor du dein Regrowing-Experiment startest, solltest du wissen, welche Pflanzen sich nicht dafür eignen. Als Fruchtgemüse bezeichnet man Gemüsepflanzen, deren oberirdisch wachsende Früchte essbar sind. Die Früchte entstehen aus befruchteten Blüten. Folgende Gemüsesorten zählen zum Fruchtgemüse und eignen sich daher nicht für Regrowing:
- Auberginen
- Avocados
- Gurken
- Hülsenfrüchte
- Kürbisse
- Melonen
- Okraschoten
- Paprika
- Tomaten
- Zucchini

Wenn du die Früchte von Fruchtgemüse aufschneidest, findet du die Samen der Früchte. Du kannst aus den Samen eine ganze Pflanze neu heranziehen – zum Beispiel, indem du einen Avocado-Kern einpflanzt und eine neue Avocado daraus züchtest. Dabei handelt es sich jedoch um herkömmlichen Gemüseanbau und nicht um Regrowing. Nur samenfestes Saatgut eignet sich, um daraus neues Gemüse anzubauen.
 

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.