Kräuter auf der Fensterbank

Grüner Daumen

published: 30.04.2007

Rosmarin, Zitronenmelisse und Salbei gehören zu den Staudengewächsen (Foto: Public Address) Rosmarin, Zitronenmelisse und Salbei gehören zu den Staudengewächsen (Foto: Public Address)

Der Frühling ist die günstigste Zeit des Jahres, um auf dem Fensterbrett oder Balkon ein grünes Kräuterbeet anzulegen. Damit sich auch in der heimischen Küche ein anregendes Aroma ausbreitet, gibt die Techniker Krankenkasse Tipps, wie dies leicht und schnell gelingt.

Welche Kräuter eignen sich?
Die meisten bekannten Küchenkräuter eignen sich gut, um sie daheim zu ziehen und zu kultivieren. Man unterscheidet zwischen einjährigen Pflanzen, die im gleichen Jahr keimen, blühen und Samen bilden, und zweijährigen Gewächsen, die erst im zweiten Jahr nach der Aussaat blühen und fruchten. Zu der ersten Gruppe gehören unter anderem Basilikum, Dill und Majoran, zur zweiten Petersilie und Kümmel. Weiterhin gibt es so genannte Stauden, bei denen das Grün im Herbst abstirbt, der Wurzelstock allerdings im Boden erhalten bleibt. Zu dieser Sorte gehören Oregano, Pfefferminze, oder auch Rosmarin, Salbei und Zitronenmelisse. Stauden sollten nicht in einem Kasten sondern im Topf wachsen, da ihre Wurzeln viel Platz brauchen.

Aussaat oder Topfpflanzen?
Wenn man lange von seinem Kräutergarten profitieren möchte, sollte man die Pflanzen lieber nicht fertig im Supermarkt kaufen. Obwohl Topf-Kräuter häufig in den Gemüseabteilungen angeboten werden, sind diese eigentlich zum schnellen Verzehr gedacht. Da sie meist unter optimalen Bedingungen aufgezogen wurden, erfolgte keine Abhärtungsphase, um die Pflanzen gegenüber suboptimalen Bedingungen resistenter zu machen. Das hat zur Folge, dass Supermarkt-Gewächse oft schon nach wenigen Tagen schlaff aussehen.

Möchte man sich die Mühe einer Aussaat sparen, greift man auf Topfpflanzen aus der Gärtnerei zurück. Da die Saison gerade beginnt, bekommt man jetzt kräftige und unempfindliche Pflanzen. Um ihnen beste Bedingungen zu schaffen, pflanzt man sie möglichst bald in einen größeren Topf und beerntet sie vorerst nicht, damit sie genügend Blattmasse bilden können. Wer seine Kräuter allein ziehen möchte, greift beim ersten Mal am besten auf anspruchslosere Pflanzen zurück. Leicht in der Anzucht sind zum Beispiel Basilikum, Dill, Kresse, Oregano, Petersilie und Schnittlauch.

So geht´s:
Wichtige Komponenten für eine erfolgreiche Kräuterkultur sind ein sonniger Standort und qualitativ hochwertige Erde. Vor allem mediterrane Kräuter brauchen viel Sonne und stehen gerne dort, wo sie fünf bis sechs Stunden täglich Sonnenschein bekommen. Pralle Sonne schadet den Pflanzen allerdings, da die Erde hinter dem Fensterglas leicht verbrennt und austrocknet.

Für den kleinen Kräutergarten kann man entweder verschiedene Töpfe oder einen Kasten verwenden. Für die Anzuchterde mischt man Blumenerde mit Sand oder verwendet spezielle Kräutererde. Damit überschüssiges Wasser gut abläuft, gibt man als unterste Schicht Tonscherben oder Kieselsteine in den Pflanzbehälter.
Die Aussaat der einzelnen Kräuter ist keine Kunst, allerdings sollte man die Abstände und Pflanztiefe beachten, die auf den Samen-Packungen angegeben sind. Achtung: Saatgut von Lichtkeimern wie Basilikum, Bohnenkraut, Oregano, Estragon, Majoran, Thymian und Zitronenmelisse darf nicht mit Erde bedeckt werden sondern höchstens mit Zeitungspapier. Es gibt auch so genannte Saatscheiben, bei denen zwei Lagen von Papier die einzelnen Samenkörner einbetten. Diese Scheiben müssen lediglich mit Erde bedeckt und gegossen werden.

Um den Überblick über sein Beet zu behalten, helfen kleine Etiketten, die man in die Erde steckt. Etwa nach zwölf Wochen dürften die Sätzlinge eine Größe erreicht haben, bei der man Blätter und Triebe fortlaufend ernten kann.

Pflegen und ernten
Generell gilt, dass man vor jedem Gießen die so genannte "Daumenprobe" macht: Erst wenn sich die obere Erdschicht trocken anfühlt, braucht die Pflanze wieder neue Flüssigkeit. In der Regel verzichtet man bei Kräutern auf das Düngen. Meist stammen sie nämlich aus mediterranen Regionen und sind karge, nährstoffarme Böden gewohnt.

Während der regelmäßigen Ernte ist es wichtig, die Pflanzen so zu beschneiden, dass sie auch weiter wachsen können. So ist Schnittlauch beispielsweise unkompliziert, er treibt auch wieder aus, wenn man ihn glatt abschneidet. Bei Basilikum sollte man jedoch immer nur einzelne Blätter abpflücken, damit sich aus den Blattachseln neue Triebe bilden können. Bei dichtbuschigen Kräutern wie Kerbel, Petersilie und Zitronenmelisse schneidet man besser einzelne Triebe aus dem Pflanzenhorst heraus.

Kräuter haltbar machen
Es gibt verschiedene Methoden, Kräuter für den Rest des Jahres zu konservieren. Der beste Erntezeitpunkt liegt bei Gewürzen kurz vor der Blüte, da sie dann am meisten Blätter mit dem höchsten Nährstoffgehalt tragen. Blattgewürze wie Petersilie oder Basilikum lassen sich als ganze Pflanzen gut einfrieren. Andere Gewürze lassen sich kleingeschnitten gut in Eiswürfelschalen mit Wasser übergossen einfrieren.

Wahlweise funktioniert eine Konservierung auch mit Olivenöl. Dazu zerkleinert man die Kräuter und füllt sie in Gläser. Anschließend wird so viel Olivenöl zugegeben, dass die Flüssigkeit etwa ein bis zwei Zentimeter über den Kräutern steht. Um sie zu lagern, wählt man optimalerweise einen kühlen und dunklen Ort.

[Franzisca Teske]

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