Videostreaming

Wenn Serien süchtig machen

published: 16.12.2017

Die Hälfte der Menschen in Deutschland gibt in der TK-Schlafstudie an, abends nicht früher ins Bett zu kommen, weil sie vor dem Fernseher hängen bleiben (Foto: Photobank gallery/Shutterstock.com) Die Hälfte der Menschen in Deutschland gibt in der TK-Schlafstudie an, abends nicht früher ins Bett zu kommen, weil sie vor dem Fernseher hängen bleiben (Foto: Photobank gallery/Shutterstock.com)

"Stranger Things", "You Are Wanted", "The Crown": Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen kälter, hat man gefühlt mehr Zeit fürs Videostreaming. Nicht nur Filmfans und Studis, sondern generell immer mehr Menschen in Deutschland abonnieren Streaming-Portale wie Netflix oder Amazon Prime Video, um Filme und Serien unabhängig von der Sendezeit ansehen zu können. Neben den genannten Serien waren 2017 auch "Greenleaf", "American Vandal", "The Grand Tour" und "Suburra: Blood on Rome" beliebt.

Mit den Angeboten ist längst ein neuer Trendsport entstanden: der Serienmarathon, auch als Binge Watching bekannt. Vorteil: Die Streamingdienste schalten oft ganze Staffeln einer Serie auf einmal frei, sodass die Nutzer problemlos mehrere Stunden dauercouchen können. Der Nachteil ist allerdings, dass das Durchsuchten von Serien akuten Bewegungs- und Schlafmangel nach sich ziehen kann. Laut der aktuellen Schlafstudie der Techniker (TK) hält der Fernseher die Hälfte der Menschen (49 Prozent) in Deutschland davon ab, früher ins Bett zu kommen.

Wie viel Schlaf ist gesund?


52 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schlafen höchstens sechs Stunden pro Nacht. Bei den Ursachen, die die Befragten davon abhalten, früher Schlafen zu gehen, steht TV an erster Stelle - vor Freizeitverpflichtungen (39 Prozent), Lesen (31 Prozent), Internet (26 Prozent) und telefonieren (19 Prozent).

Binge Watching - Die Dosis macht das Gift

Wiebke Arps, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK und Leiterin der Studie: "Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, den Feierabend auch mal vor dem Fernseher zu verbringen. Unter Gesundheitsaspekten sollte man dabei nur beachten: Wer fernsieht, um zu entspannen und Stress abzubauen, sollte es bei einem Bildschirm belassen. Das sogenannte "second screening", also parallel noch auf das Handy oder Tablet zu gucken, strengt das Gehirn an und verhindert, dass man wirklich abschalten kann. Außerdem sollte man darauf achten, dass man trotz aller Serienliebe ausreichend Bewegung und Schlaf bekommt."


Bewegungsfalle Bildschirm

Denn neben dem Schlafmangel zieht der TV-Konsum bei fast jedem Zweiten auch ein Bewegungsdefizit nach sich: In der aktuellen Bewegungsstudie der TK bezeichnen sich 48 Prozent der Befragten als Sportmuffel oder Antisportler. Vier von zehn Erwachsenen gaben an, dass ihr Tag meist so anstrengend sei, dass sie den Feierabend am liebsten auf dem Sofa verbringen.

TV-Konsum bringt nicht nur weniger, sondern auch schlechteren Schlaf

Und: Wer abends lange in die Röhre guckt, schläft nicht nur weniger, sondern auch schlechter. Bei den Befragten, die schlecht oder sehr schlecht schlafen, geben 72 Prozent an, abends lange fernzusehen - unter den "Gutschläfern" sind nur 43 Prozent TV-Junkies. "Deshalb empfehlen wir, sich vor dem Schlafen ein regelmäßiges Ritual zuzulegen, das hilft, wirklich abzuschalten wie zum Beispiel Musik hören, lesen oder einen Tee zu trinken", so TK-Expertin Arps. Immerhin: Ein Fünftel der Menschen gibt an, solche Einschlafrituale zu nutzen, um besser in den Schlaf zu finden.


Online-Training für eine bessere Nachtruhe

Um Menschen zu unterstützen, zu einem gesunden Schlafverhalten zu kommen, bietet die TK ein Online-Schlaftraining an. Es ist über die Website der TK (Webcode 2010652) abrufbar. Dem Training widmet sich auch ein Beitrag auf dem TK-Blog.

[PA/TK]

Links

Techniker (TK)
Netflix
Amazon Prime Video
Zum Online-Schlaftraining der TK
Beitrag über Schlaftraining auf dem TK-Blog

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