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Magersucht

Wenn Abnehmen krankhaft wird

published: 20.02.2008

Häufig beschränken sich Magersüchtige auf kleine Portionen äußerst energiearmer Nahrungsmittel wie Knäckebrot oder Salat (Foto: Public Address) Häufig beschränken sich Magersüchtige auf kleine Portionen äußerst energiearmer Nahrungsmittel wie Knäckebrot oder Salat (Foto: Public Address)

"Wow, hast Du abgenommen?" Mit ein paar verlorenen Kilos und beiläufigen Komplimenten fängt bei Melanie alles an. Durch eine Diät hat sie erfolgreich sechs Pfund abgenommen, ihre Freunde sind beeindruckt. Vom positiven Feedback angespornt, beginnt die 23-Jährige, immer mehr auf ihre Ernährung zu achten und Kalorien zu zählen. Schließlich beherrscht ihren Alltag nur noch ein einziger Wunsch: immer dünner und dünner zu werden.

In Deutschland leidet etwa jede hundertste Frau zwischen 15 und 25 Jahren an Magersucht und auch unter Männern hat die Erkrankung stark zugenommen. Es gibt hierzulande etwa 80.000 männliche Betroffene. Die Techniker Krankenkasse informiert euch über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Magersucht.

Der Beginn der Sucht
Eine Magersucht oder Anorexia Nervosa beginnt häufig wie bei Melanie mit einer Diät oder einem unabsichtlichen Gewichtsverlust durch Krankheit oder Stress. Die Idee, immer weiter abzunehmen, verfestigt sich bei den Betroffenen, bis schließlich sämtliche Gedanken nur noch um das Thema Gewicht kreisen. Um ihrem Ziel näher zu kommen, setzen sich Magersüchtige beispielsweise bewusst Kaloriengrenzen, die meist weit unter dem körperlichen Bedarf liegen. Häufig beschränken sie sich auf äußerst energiearme Nahrungsmittel wie Knäckebrot oder Salat.

Während manche sich ausschließlich an ihre selbst verordnete Extrem-Diät halten, erbrechen andere das Essen wieder. Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Magersucht kommen oft in Kombination vor. Nicht selten benutzen Magersüchtige auch Appetitzügler, Abführmittel oder Entwässerungstabletten oder absolvieren ein übertriebenes Sportprogramm, um eventuelle "Ausrutscher" auszugleichen.

Absolute Kontrolle über den Körper
Für Melanie war es schon immer besonders wichtig, in allem gut zu sein, was sie anfing – egal ob in der Uni, beim Klavierspielen oder im Sportverein. Durch diesen ausgeprägten Ehrgeiz steht sie unter hohem Leistungsdruck. Nur nach einem Tag, an dem Melanie so gut wie gar nichts gegessen und auch noch zwei Stunden Lauftraining hinter sich gebracht hat, fühlt sie sich gut. Sie hat dann das Gefühl, stärker zu sein als ihre körperlichen Bedürfnisse und ist stolz auf ihre Disziplin.

Verspürt sie zwischendurch einmal Hunger oder wird ihr schwindelig, ignoriert sie diese Empfindungen. Manchmal fragt sie zwar jemand, ob sie denn keinen Hunger habe, doch dann behauptet sie einfach, sie hätte gerade gegessen oder ihr Magen wäre zur Zeit etwas empfindlich.

Verzweifelte Suche nach Autonomie
Für einen Magersüchtigen ist die Kontrolle über den Körper gleichbedeutend mit Selbstbestimmtheit im eigenen Leben. Oft haben Erkrankte das Gefühl, unvollkommen und schwach zu sein oder dem Vergleich mit anderen nicht standhalten zu können. Durch das "Nicht-Essen" versuchen sie, ein Stück Autonomie zurückzuerlangen.

Besonders bei familiären Problemen haben viele Betroffene das Gefühl, durch die Krankheit etwas zu bekommen, das nur ihnen gehört und worauf nur sie Einfluss haben. Häufig erscheint es ihnen auf anderem Wege unmöglich, ihre Selbstständigkeit innerhalb der Familie zu demonstrieren. Aber auch Menschen, in deren Leben das Körpergewicht ohnehin eine große Rolle spielt, wie Models, Balletttänzerinnen oder Jockeys, sind sehr anfällig für Essstörungen.

Alles dreht sich um die Waage
Mehrmals täglich steigt Melanie auf ihre Waage, immer in der Hoffnung, dass die Nadel sich weiter gen Null bewegt. Ihre gesamte Stimmung hängt von ihrem Gewicht ab: Ein paar Gramm "zu viel" stürzen sie bereits in Panik, Selbstzweifel und depressive Gefühle. Auch wenn sie mit ihren 1,70 Metern nur noch 49 Kilogramm wiegt, hält sie sich für viel zu dick. Häufig dreht und wendet sich Melanie vor dem Spiegel und starrt entsetzt auf ihren Bauch und die Oberschenkel.

Magersüchtige halten sich selbst trotz Untergewichtes häufig für zu dick, obwohl ihr Body-Mass-Index nur 17,5 oder weniger beträgt. Diese "Körperschemastörung" führt dazu, dass sie ihren Körper verzerrt wahrnehmen und dort Fett sehen, wo eigentlich nur noch Haut, Sehnen und Knochen sind.

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Infos zum Thema Magersucht bei der TK

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