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TK-Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

Was tun gegen Reisekrankheit?

published: 09.06.2010

Dr. Karin Anderson berät User Daniel (Foto: Public Address) Dr. Karin Anderson berät User Daniel (Foto: Public Address)

Wer freut sich nicht darauf, in Urlaub zu fahren? Alle, die an Reisekrankheit leiden. Zwar genießen sicherlich auch sie die Ferien an einem schönen Ort, der Weg dorthin stellt für sie aber oft eine Qual dar. Egal, ob im Flugzeug, in der Bahn, im Auto oder auf dem Schiff - wem während des Transports schlecht wird, dessen Vorfreude auf den Urlaub wird getrübt. So geht es auch Unikosmos-User Daniel. Im Hilfe-Forum fragt er Dr. Karin Anderson um Rat, die Expertin der Techniker Krankenkasse.

Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Unikosmos und die Techniker Krankenkasse berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne im Hilfe-Forum.

Daniel fragt:

"Liebe Dr. Anderson, seit ich denken kann, leide ich an Reisekrankheit. Als Kind wurde mir beim Autofahren oder im Bus immer schlecht und auch heute passiert das nicht selten und mir wird dann total übel. Ganz besonders schlecht ist es, wenn ich beim Fahren lese oder den Stadtplan studieren muss oder so. (Übrigens wird mir nicht schlecht, wenn ich selber das Auto fahre.) Manchmal wird mir schon in der U-Bahn übel. Weil das so ist, nehme ich immer eine frei verkäufliche Reisetablette aus der Apotheke, wenn ich eine größere Fahrt per Zug oder so vorhabe. Aber davon werde ich immer recht müde. Und vielleicht ist es ja auch nicht gut, so häufig solche Tabletten zu nehmen? Kann man das vielleicht irgendwie anders behandeln, am besten durch eine OP oder so, damit das nie mehr auftritt? Und woher kommt das überhaupt, hat das etwas mit dem Gleichgewichtssinn im Ohr zu tun? Ich bin übrigens auch nicht schwindelfrei, was Höhen angeht.
Vielen Dank im Voraus
Daniel"

Dr. Karin Anderson antwortet:

"Hallo, Daniel,

Ursache
Reisekrankheiten entstehen aufgrund einer fehlerhaften Signalverarbeitung im Hirnstamm. Wenn sich Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung des Körpers widersprechen, die von Augen, Innenohr und Bewegungsrezeptoren in Muskeln und Gelenken ans Gehirn weitergeleitet werden, veranlasst die Schaltzentrale im Hirnstamm eine vermehrte Produktion von Stresshormonen und eine Überreaktion des vegetativen Nervensystems. Diese Fehlmeldungen werden nicht nur in Autos, Schiffen, Flugzeugen und anderen sich bewegenden Transportmitteln hervorgerufen, sondern auch dann, wenn diese Bewegung nur simuliert und das Auge getäuscht wird, etwa in Flug- oder Raumfahrtsimulatoren, aber auch bei bestimmten Computerspielen. Dabei spielen die Intensität, Frequenz und Dauer dieser passiven Bewegung eine wesentliche Rolle, vertikale Bewegungen scheinen intensivere Beschwerden hervorzurufen als horizontale. Theoretisch kann jeder Mensch mit einer Reisekrankheit reagieren, wenn die entsprechenden Reize stark genug sind. Manche Leute sind allerdings empfindlicher als andere, und die Heftigkeit der Symptome ist auch altersabhängig (am schlimmsten sind Zwölfjährige davon betroffen).

Symptome
Die Symptome beginnen mit Unwohlsein, Lethargie, kalten Schweißausbrüchen, die sich allmählich steigern bis zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Anders als bei Magen-Darm-Krankheiten bringt Erbrechen bei Reisekrankheit nur kurze Zeit Erleichterung, dann setzt der Brechreiz wieder von neuen ein. Im schlimmsten Fall können die Symptome einer Bewegungskrankheit so unerträglich werden, dass Kranke sich sogar das Leben nehmen wollen. Typisch für Reisekrankheiten ist - diese Erfahrung hast du ja auch gemacht - dass man als Fahrer des Fahrzeugs davon verschont bleibt, die Konzentration auf die Navigation verhindert offenbar die Entstehung derartiger Fehlmeldungen. Wenn man als Beifahrer oder Passagier allerdings zusätzlich auch noch ein Buch oder eine Karte liest, kann die Information des Lesens bei gleichzeitigem Transportiertwerden auch bei Leuten Seekrankheit hervorrufen, die normalerweise nicht dazu neigen. Als Kind wurde mir im Bus oder Auto oft schlecht, auf Schiffen dagegen nie. Als Erwachsene bin ich aber einmal schlimm seekrank geworden, als ich mit Freunden eine Segeltour unternahm. Ich hatte die Nase in einem Buch mit Seemannsknoten, als der Wind plötzlich nachließ und mit ganz kurzen Wellen das Boot zum 'Stuckern' brachte. Von einer Minute auf die andere wurde mir sterbensübel!

Wichtiger Hinweis:

Die Kosten für Natur-Arzneien dürfen die gestzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernehmen - daran solltest du denken. Die Techniker Krankenkasse bietet deshalb für Natur-Arzneien einen Wahltarif an. Mehr Informationen zu dem Thema findest du auf TK-Online" unter hier.

Homöopathische Mittel
Ich kann gut verstehen, dass du nicht ständig Mittel gegen Reisekrankheit nehmen möchtest, die tatsächlich die Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Eine Operation (ich weiß von keiner) ist aber nicht nötig. Es gibt nämlich mehrere wirksame homöopathische Medikamente, die du dagegen einnehmen kannst. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit dem pflanzlichen Wirkstoff Anamirta cocculus gemacht. Früher benutzten Fischer das Urkonzentrat 'Stephanskorn' dazu, bei Fischen Schwindel hervorzurufen, der sie an die Wasseroberfläche treiben ließ. Da bei homöopathischen Medikamenten 'Gleiches mit Gleichem' behandelt wird (nur natürlich in extremer Verdünnung) hilft dieses Mittel erfolgreich gegen Reisekrankheit. Ich würde dir daher empfehlen, dich mit einem homöopathisch erfahrenen Arzt (schau im Branchenbuch nach oder erkundige dich bei deiner Krankenkasse) anzumelden und dir von ihm ein naturheilkundliches Medikament mit dem Wirkstoff Anamirta cocculus gegen Seekrankheit verschreiben zu lassen.
LG, Dr. Karin Anderson"

[TK]

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