Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

Kater vom Passivrauchen?

published: 20.10.2010

Passivrauchen ist nicht nur eklig, sondern kann auch der Gesundheit schaden (Foto: Image Point Fr/shutterstock.com) Passivrauchen ist nicht nur eklig, sondern kann auch der Gesundheit schaden (Foto: Image Point Fr/shutterstock.com)

Wenn man abends gefeiert hat, sollte man sich nicht wundern, wenn es einem am nächsten Morgen schlecht geht, meinst du? Unikosmos-User Steffen wundert sich doch. Schließlich hat er gar keinen Alkohol getrunken und auch nicht geraucht, aber trotzdem Kopfschmerzen. Woran liegt das? Kann es von der verqualmten Kneipenluft kommen? Im Hilfe-Forum wendet sich Steffen an Dr. Karin Anderson.

Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Unikosmos berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne im Hilfe-Forum.

Unikosmos-User Steffen fragt:

"Hallo Dr. Anderson, ich habe eine Frage. Mir ist letztens folgendes passiert: Ich bin Samstag Nacht ausgegangen, habe aber keinen Alkohol getrunken, weil ich am nächsten Tag fit sein wollte (musste noch arbeiten). Und trotzdem habe ich einen richtigen Schädel gehabt am nächsten Tag! Kann das am Zigarettenrauch gelegen haben? Ich rauche selber zwar nicht (auch nicht auf Partys), aber wir waren in einer Raucherkneipe und die Luft war total verqualmt. Kann das davon kommen? Steffen"

Dr. Karin Anderson antwortet:

"Hallo Steffen,
Du hast ganz recht mit Deinem Verdacht - nach stundenlangem Aufenthalt in einer verqualmten Umgebung kannst Du ohne weiteres am nächsten Morgen die unangenehmen Folgen des Passivrauchens bei Dir feststellen: Deine Augen tränen, der Hals kratzt, der Schädel brummt, Dir ist schwindelig und bei größeren Anstrengungen gerätst Du schneller außer Atem. Dazu ist Dir möglicherweise übel und, wenn Du Pech hast, musst Du Dich sogar übergeben.

Giftstoffe im Zigarettenrauch
Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen mehr als 4.800 chemische Stoffe, von denen über 250 hochgradig giftig (und krebserregend sind). Selbst wenn Du normalerweise weder rauchst, noch Dich regelmäßig mit Rauchern in einem Raum aufhältst - selbst kurzzeitige Exposition mit diesen toxischen Substanzen kann tatsächlich ähnliche Symptome wie eine Alkoholvergiftung hervorrufen. Chemische Verbindungen wie Acetaldehyd, Acrylnitril, Ammoniak, Arsen (!), Blausaeure (!), 1,3-Butadien, Chinolin, Formaldehyd, Kohlenmonoxyd, Naphtalin, Nickel, Phenol, Styrol und Toluol reizen nicht nur Augen, Atemwege und Schleimhäute, sondern wirken auch auf das zentrale Nervensystem ein und können Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen.


Für genügend Sauerstoff sorgen
Einem Alkoholkater kann man zumindest ein Stück weit vorbeugen, indem man vor dem Trinken eine reichliche Mahlzeit verzehrt und - Tipp meines damaligen Chemie-Assis - ein großes Gas Milch trinkt (Alkohol wird durch die Milchsäure in einen Ester gebunden). Leider trifft dies auf einen Zigarettenrauch-Kater nicht zu. Der einzige Ratschlag, der mir dazu einfällt, ist es (abgesehen vom völligen Vermeiden dieser Raucherkneipe), danach bei weit offenem Fenster zu schlafen, damit Du wenigstens genügend Sauerstoff erhältst.
LG, Dr. Karin Anderson"

[TK]

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