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Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

Stress in der Dreier-WG

published: 06.10.2010

Dr. Karin Anderson berät Unikosmos-User Leo bei seinen WG-Problemen (Foto: Public Address)Dr. Karin Anderson berät Unikosmos-User Leo bei seinen WG-Problemen (Foto: Public Address)

Leo wohnt seit einem halben Jahr in einer Wohngemeinschaft in Mainz. Seitdem ärgert sich der 20-Jährige darüber, dass sein Mitbewohner Mike nach dem Kochen die Küche nicht aufräumt. Den Hauptmieter Andi nervt das Durcheinander auch, aber einem Gespräch mit Mike geht er aus dem Weg.

Unikosmos-User Leo wendet sich nun im Hilfe-Forum an Dr. Karin Anderson und fragt sie um Rat. Wie kann er seinen Mitbewohnern gegenüber auftreten, damit das Zusammenleben besser klappt?

Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Unikosmos berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne im Hilfe-Forum.

Leo fragt:

"Sehr geehrte Dr. Anderson,
ich wohne in Mainz in einer 3-er WG. Wir waren schon immer sehr unterschiedlich, aber irgendwie eskaliert die Situation jetzt immer mehr. Meine Mitbewohner sind Andi (29) und Mike (21). Ich bin 20. Andi ist ein sehr ruhiger Typ, schon voll im Job, steht sehr früh auf und geht zur Arbeit in einer Werbeagentur. Wenn er nach Hause kommt, geht er meist gleich in sein Zimmer und schaut fern oder liest. Mike ist das Gegenteil. Er macht eigentlich ein Praktikum, aber ist irgendwie trotzdem ständig in der Wohnung, kocht groß und lässt hinterher alles in der Küche liegen. Gerne fährt er auch übers Wochenende weg, hat aber vorher noch voll gekocht und hinterlässt Chaos. Andi sieht es aus Prinzip nicht ein, hinter ihm herzuräumen, aber redet auch nicht mit Mike, dass ihn das stört, dass in der Küche immer alles umeinanderliegt. Andi selbst kocht so gut wie nie, macht sich nur Brote und wärmt sich was in der Mikrowelle auf oder macht sich Pizza im Backofen. Ich würde schon ab und zu gerne was kochen und dann habe ich Mike halt öfter mal gesagt, dass er doch bitte aufräumen soll, damit ich auch kochen kann. Nach und nach macht Mike das jetzt auch ab und an.

Probleme ansprechen
Was mich halt so stört ist, dass ich immer der Dumme bin, der die Probleme ansprechen muss und der mit Mike diskutieren muss, obwohl das Andi noch viel mehr stört, wie er in Zweier-Gesprächen immer wieder betont. Aber er selbst spricht nie mit Mike! Dabei ist er erstens doch viel älter und zweitens wohnt er schon viel länger da (er ist der Hauptmieter, Mike wohnt seit 1 ½ Jahren da und ich bin erst vor sechs Monaten eingezogen). Das nervt mich total.

Also Dr. Anderson, was soll ich da machen? Wie kriegt man Mike dazu, nicht so egoistisch rumzusauen, und Andi dazu, dass er auch mal was sagt? Oder soll ich mir lieber eine andere WG suchen? Das würde natürlich Stress und Nerv bedeuten, vor allem wo die Lage echt gut ist und das Zimmer schön groß.
Bin gespannt auf eine Antwort. Viele Grüße
Leo"

Dr. Karin Anderson antwortet:

"Hallo, Leo,
Du sprichst ein leider typisches WG-Thema an, nämlich die mangelnde Auseinandersetzungsbereitschaft einiger Mitbewohner bei Problemen mit dem Zusammenleben. Zwar wird unter vier Augen durchaus betont, dass man ein bestimmtes Verhalten auch ziemlich übel findet, aber öffentlich scheut man den Konflikt und hält den Mund.

So kannst du vorgehen
Ich würde dir empfehlen, Andi und Mike vorzuschlagen, regelmäßig einmal im Monat ein WG-Treffen abzuhalten, bei dem Probleme angesprochen und Vorschläge zur Verbesserung des Zusammenlebens gemacht werden können. Mach ihnen dabei deutlich klar, dass du nicht bereit bist, den Status quo mit Mikes Schluderigkeit weiter hinzunehmen. Schließlich hast du ein Recht auf anteilige Küchenbenutzung und dazu gehört nunmal, dass alle Mitbewohner nach dem Kochen abwaschen, aufräumen und Herd und Arbeitsflächen saubermachen.

Du solltest auch ankündigen, dass du dir notfalls ein Zimmer in einer anderen WG besorgen wirst, damit deine Mitbewohner sehen, dass du wirklich unter diesem Zustand sehr leidest und dir dieses Problem ernstlich zu schaffen macht. Sag ihnen: 'Vielleicht ist euch nicht klar, dass mich das jedesmal wirklich wütend macht und ich gar keine Lust mehr habe, unsere Küche zu benutzen... ich will nicht in einer WG leben, wo ich dauernd auf einen meiner Mitbewohner sauer sein muss...' oder so ähnlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass deine Mitbewohner, besonders, wenn sie dich mögen und im Zusammenleben angenehm finden, nicht besonders erpicht darauf sind, dich ausziehen zu lassen und wieder nach einem neuen Wohngenossen zu suchen. Sollte das aber nicht der Fall sein und du erreichst nichts mit deinen Vorschlägen, musst du wohl leider in den sauren Apfel beißen und dich tatsächlich nach einer neuen WG umsehen.
LG, Dr. Karin Anderson"

[TK]

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