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TK-Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

"Meine Mitbewohnerin ist ständig online!"

published: 27.04.2011

TK-Expertin Dr. Karin Anderson berät Unikosmos-Userin Evi (Foto: Public Address)TK-Expertin Dr. Karin Anderson berät Unikosmos-Userin Evi (Foto: Public Address)

Das Verhalten ihrer Mitbewohnerin irritiert Evi zutiefst. Anstatt wie früher mit den anderen der Wohngemeinschaft zu essen, zu reden und Zeit zu verbringen, zieht sich die Internet-Begeisterte neuerdings lieber allein auf ihr Zimmer zurück, um ungestört im Netz zu surfen. Evi macht sich Sorgen und fragt im Hilfe-Forum Dr. Karin Anderson, Expertin der Techniker Krankenkasse, um Rat.

Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Unikosmos und die Techniker Krankenkasse berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne im Hilfe-Forum.

Evi fragt:

"Hallo Dr. Anderson,
ich mach mir Sorgen um meine Mitbewohnerin, weil sie ständig nur im Netz ist und gar nicht mehr mit uns rausgeht. Sie ist echt ständig online und macht irgendwas, chattet und ist in Foren und bei Facebook und Co unterwegs. Das macht ihr am meisten Spaß, sagt sie. Früher haben wir oft zu dritt oder viert was gekocht und gequatscht, jetzt nimmt sie ihren Teller immer mit in ihr Zimmer. Haben Sie einen Tipp, wie wir sie rauslocken können? Einen Freund hat sie übrigens auch nicht und auch sonst kaum Freunde, wenigstens keine, die sie besuchen kommen. Mit ihrer Mutter telefoniert sie nur manchmal. Wäre super, wenn Sie da einen Rat hätten, wie wir sie erreichen können. Gruß
Evi"

Dr. Karin Anderson antwortet:

"Liebe Evi,
ich kann mir gut vorstellen, dass dir das internetsüchtige Verhalten deiner Mitbewohnerin Sorgen macht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie leicht man in Online-Chats und Communities hineingesogen werden kann und dabei gar nicht merkt, wie viel Zeit vergeht. Wahrscheinlich hat jeder User von sozialen Netzwerken schon einmal, besonders anfangs, erlebt, wie groß die Versuchung des 'Schnell-mal-Nachsehens' nach neuen Posts ist. Im Allgemeinen legt sich dieses Überengagement bei längerer Gewöhnung allmählich und man reduziert seine Internetzeiten wieder auf ein sozial verträglicheres Maß.

Bei Deiner Mitbewohnerin ist das aber offenbar nicht der Fall: Anstelle sich um mehr reale Kontakte zu kümmern, vernachlässigt sie sogar die wenigen, die sie hat, wie euch andere WG-Bewohner. Um sie da wieder ein Stück herauszueisen, hilft sicher nur ein sehr deutliches Gespräch. Wer sich so in seinen Computer verkriecht, merkt meist gar nicht, oder will nicht wahrhaben, welchen Effekt sein Rückzug auf seine Umgebung hat. Daher solltet ihr anderen eure Mitbewohnerin um ein 'offizielles' Gespräch bitten. Dabei solltet ihr weniger ihr Verhalten bewerten, als ihr vielmehr sehr deutlich klarmachen, wie eure Gefühle ihr gegenüber sind, nämlich, dass eure nette Gemeinschaft unter ihrer Abwesenheit leidet, dass ihr sie vermisst, dass ihr euch von ihr abgeschoben fühlt, dass sie euch vermittelt, dass das Zusammensein mit euch sie weniger interessiert als ihre Internetkontakte. Und dass ihr euch bereits Sorgen um sie macht!

Ich drücke euch die Daumen, dass dies hilft. Wenn sie euch mag, werden ihr diese Argumente nämlich nicht egal sein. Reagiert sie allerdings nicht darauf, hilft vielleicht nur noch ein ganz grober Klotz. Dann müsst ihr ihr sagen, dass ihr Verhalten nicht WG-kompatibel ist und sie sich ein anderes Zimmer suchen soll, falls sie keinen Wert auf ein harmonisches Zusammenwohnen legt.
LG, Dr. Karin Anderson"

[TK]

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