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Was du über die Tierseuche wissen solltest

Stichwort Vogelgrippe

published: 27.10.2005

Noch herrscht Ruhe bei den Gänsen an der Alster (Foto: Public Address) Noch herrscht Ruhe bei den Gänsen an der Alster (Foto: Public Address)

Die Meldung sorgte für Unruhe: Mehr als zwanzig tote Zugvögel in Rheinland-Pfalz entdeckt. Ist die Vogelgrippe in Deutschland angekommen? So lautete die bange Frage. Mittlerweile wurde Entwarnung gegeben – kein Virus, Rattengift war der Grund für den Tod der Tiere. Was bleibt, ist eine diffuse Angst in Deutschland vor einer Pandemie. Aber kann das Vogelgrippevirus dem Menschen wirklich gefährlich werden? Wir bringen Licht ins Dunkel und beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Ist die Vogelgrippe für Menschen gefährlich?
Derzeit ist die Ansteckungsgefahr für den Menschen sehr gering. Nur bei intensivem Kontakt mit infizierten Vögeln kann das Virus auch auf den Menschen übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt derzeit als sehr unwahrscheinlich – kein derartiger Fall ist bisher bekannt geworden. Ein Ausbruch der Krankheit oder gar eine rasche Ausbreitung ist unter diesen Umständen nicht zu befürchten.

Kann das Vogelgrippevirus für Menschen in Zukunft gefährlich werden?
Unter Umständen ja. Experten sehen zwei mögliche Risiken. Die eine Möglichkeit: Ein Mensch infiziert sich gleichzeitig mit einem normalen Grippe-Erreger und dem Vogelgrippe-Erreger H5N1. Dabei könnte aus dem Erbmaterial beider Virenarten ein völlig neuer aggressiver Virusstamm entstehen, der möglicherweise auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die andere Möglichkeit: Da das H5N1-Virus sein Erbgut ständig verändert, könnte eine Mutation des Erregers entstehen, mit der ebenfalls eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich wäre. Das Virus könnte sich dann rasch ausbreiten. Mögliche Folge: eine Pandemie. Wie hoch allerdings die Wahrscheinlichkeit ist, dass eines der beiden Szenarien eintritt, das weiß zur Zeit niemand mit Sicherheit.

Auch für Zoovögel heißt es: Wir müssen drinnen bleiben. Auch für Zoovögel heißt es: Wir müssen drinnen bleiben.

Was ist eine Pandemie?
Mit Pandemie wird die weltweite Ausbreitung einer Krankheit bezeichnet. Wenn im Zusammenhang mit der Vogelgrippe von einer Pandemie die Rede ist, wird häufig die Spanische Grippe von 1918 erwähnt. Damals starben zwischen 20 und 50 Millionen Menschen an dem Grippe-Erreger H1N1, sozusagen einem Vorgänger des jetzigen Vogelgrippe-Virus H5N1. Auch dieser Virusstamm begann sein Unwesen wohl als Vogelvirus, bis es sich an den Menschen angepasst hatte. Dennoch kann die Situation von damals nicht eins zu eins übertragen werden. In den Jahren von 1918 bis 1920, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, hatte das Virus relativ leichtes Spiel: Die hygienischen Bedingungen waren schlechter, die körperliche Verfassung der Menschen nach vier Jahren Krieg ohnehin.

Hilft die Grippeschutzimpfung gegen die Vogelgrippe?
Nein. Die normale Impfung gegen Influenza schützt nicht vor dem Vogelgrippevirus H5N1. Eine Grippeschutzimpfung ist aber wegen der geringen Ansteckungsgefahr (s.o.) auch nicht notwendig.

Soll ich mich impfen lassen?
Als Vorsorgemaßnahme gegen die Vogelgrippe nützt eine Grippeschutzimpfung nichts. Dennoch planen in Deutschland in diesem Jahr deutlich mehr Menschen, sich impfen zu lassen – auch aufgrund der aktuellen Diskussion um die Vogelgrippe. Das könnte zu einem Problem werden. Zwar ist die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen mit knapp 20 Millionen etwas höher als 2004. Dennoch könnte es aufgrund der hohen Nachfrage in diesem Jahr zu einem Engpass kommen. Einem Engpass zu Lasten der Menschen, die auf eine Impfung dringend angewiesen sind - nach einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts sollten sich in erster Linie Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke sowie medizinisches Personal impfen lassen.

Muss ich die Schutzimpfung selbst bezahlen?
Als TK-Mitglied nicht. Die TK übernimmt die Kosten für die Grippeschutzimpfung ohne Einschränkungen auch über die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) hinaus – also unabhängig von Alter, Grunderkrankungen oder beruflicher Gefährdung des Versicherten. Für den Arztbesuch wegen einer Grippeschutzimpfung wird keine Praxisgebühr fällig. Das gilt natürlich auch für die ärztliche Beratung im Zusammenhang mit der Impfung.

Welche Schutzmechanismen gibt es?
Seit dem 22. Oktober besteht in Deutschland das so genannte Aufstallungsgebot für Hausgeflügel. Das bedeutet, dass Hühner, Gänse, Enten und weiteres Geflügel in einem Stall gehalten werden müssen, um einen Kontakt mit möglicherweise infizierten Wildvögeln zu vermeiden. Inzwischen hat die EU außerdem ein Einfuhrverbot für Wild- und Ziervögel beschlossen.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, sich zu schützen?
Bei infizierten Tieren steckt der Erreger im Kot und in den Sekreten. Allzu engen Kontakt mit Geflügel sollte man daher - besonders in Risikogebieten wie zum Beispiel Asien - vermeiden. Der Verzehr von Geflügelfleisch ist unproblematisch, wenn es gut gekocht oder durchgebraten ist. Bei Temperaturen über 70 Grad wird das Virus zerstört. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit rät vom Verzehr roher Eier ab, betont aber gleichzeitig, dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ob das Vogelgrippe-Virus den Menschen auch über die Nahrung befallen kann, ist derzeit völlig unklar.

[Jens Findeisen]

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