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Was du über die Hautkrankheit wissen solltest

Stichwort Schuppenflechte

published: 16.12.2005

Hautpflege ist für Psoriatiker besonders wichtig (Foto: shutterstock.com/Protopic) Hautpflege ist für Psoriatiker besonders wichtig (Foto: shutterstock.com/Protopic)

Vieles wissen wir über die Schuppenflechte, medizinischer Fachausdruck: Psoriasis. Doch wie man sie heilt, das nicht. Dennoch können Betroffene eine Menge dafür tun, den Krankheitsverlauf erträglich zu gestalten. Unikosmos gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Schuppenflechte.

Wie entsteht die Schuppenflechte?
Der Grund für die Schuppenflechte ist ein fataler Irrtum des körpereigenen Abwehrbollwerks: In der Annahme, es handele sich um fremde Eindringlinge, attackiert das Immunsystem die eigenen Hautzellen. Als Folge dieses „Angriffs“ kommt es zu einer Überproduktion neuer Hautzellen. Der normale Prozess der Hauterneuerung beschleunigt sich immens: Während sich bei gesunden Menschen die Haut in einem 27-Tage-Rhythmus neu bildet, sind es bei Menschen mit Schuppenflechte nur sechs bis sieben Tage – zu wenig Zeit für eine vollständige Erneuerung.

Welche Erscheinungsformen gibt es?
Typische Merkmale der Schuppenflechte sind scharf begrenzte, rötliche und erhabene Hautstellen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Häufig jucken die Stellen. Die Herde sind unterschiedlich groß und können am ganzen Körper vorkommen. Am häufigsten betroffen sind die Streckseiten der großen Gelenke, die behaarten Stellen des Kopfes und die Analregion.

Wie häufig tritt die Krankheit auf?
Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. In Deutschland leiden schätzungsweise zwei bis drei Prozent der Bevölkerung darunter, etwa zwei Millionen Menschen also. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen.

Wie verläuft die Krankheit?
Sehr unterschiedlich. In manchen Fällen wissen die Betroffenen nicht einmal, dass sie Psoriasis haben. Bei anderen sind am ganzen Körper großflächige Stellen zu finden. Häufig beginnt die Krankheit schleichend, mit wenigen Herden, und verschlechtert sich schubweise. Dauer, Stärke und Häufigkeit der Schübe sind von Mensch zu Mensch verschieden.

Ist Schuppenflechte vererbbar?
Ja, zumindest ist das Risiko für eine Erkrankung höher, wenn es in der Familie bereits Fälle von Schuppenflechte gegeben hat. Untersuchungen ergaben, dass es bei etwa 30 bis 40 Prozent der Psoriasispatienten in der Verwandtschaft weitere Erkrankungsfälle gab. Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Schuppenflechte häufiger vom Vater weitergegeben wird als von der Mutter.

Welche Auslöser gibt es?
Von der genetischen Veranlagung war ja bereits die Rede. Daneben gibt es verschiedene Risikofaktoren, die als mögliche Psoriasisauslöser gelten. Stress gehört dazu. Niktoin und Alkohol ebenso. Auch Übergewicht und bestimmte Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes oder eine HIV-Infektion) gehören zu den Faktoren. Darüber hinaus sind häufig im Frühjahr und im Herbst Verschlechterungen zu bemerken.

Ist Schuppenflechte heilbar?
Nein, nach derzeitigem medizinischen Kenntnisstand nicht. Eine Linderung der Symptome ist allerdings fast immer möglich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Viele verschiedene. Welche Therapieform die richtige ist, hängt von den befallenen Körperregionen und der Schwere der Erkrankung ab. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Therapieformen findest du bei TK.de.

Was können Betroffene tun, um die Symptome zu lindern?
Vor allem sollten sie die bekannten Risikofaktoren vermeiden. Das bedeutet, auf Nikotin und Alkohol weitestgehend zu verzichten und Stress zu meiden oder abzubauen - beispielsweise mit Entspannungstechniken wie Yoga, autogenem Training etc.. Darüber hinaus sollte mit dem Hautarzt die Wahl geeigneter Hautpflege- und Reinigungsprodukte besprochen werden. Auch die Wahl der Kleidung kann über Schub oder Nichtschub mitentscheiden: Sie sollte luftdurchlässig und nicht zu eng sein, um einen Wärmestau zu vermeiden.

Ist Schuppenflechte ansteckend?
Nein, ist sie nicht. Und es kann nicht schaden, dieses Wissen unter den Mitmenschen zu verbreiten. Ein „Sicherheitsabstand“ gegenüber einem Psoriasiskranken ist vollkommen unnötig – es sei denn, man will den Betroffenen demütigen.

Welche Auswirkungen hat die Schuppenflechte auf den Alltag?
Für die meisten Betroffenen sind die körperliche Beschwerden weit weniger schlimm als die psychische Belastung, die mit der Psoriasis einhergeht. Was zum großen Teil an dem gesellschaftlichen Stigma liegt, dem sich viele Erkrankte ausgesetzt sehen. Von Mitleidsbekundungen über neugieriges Begaffen und unverhohlen zur Schau gestelltem Ekel bis zum Fluchtreflex – die Palette an möglichen Reaktionen ist breit gefächert. Als Konsequenz ziehen sich viele Betroffene zurück und meiden soziale Kontakte.

Wo können Betroffene Hilfe finden?
Zum Beispiel beim Deutschen Psoriasis Bund. Hier erhalten Psoriasiskranke viele Informationen über Behandlungsmöglichkeite und können lernen, offen mit der Krankheit umzugehen. Der 1973 gegründete Selbsthilfeverein zählt nach eigenen Angaben 8000 Mitglieder. Kontaktmöglichkeiten gibt es übers Internet oder über folgende Adresse:

Deutsche Psoriasis Bund e.V.
Seewartenstr. 10
20459 Hamburg

[Jens Findeisen]

Links

Weitere Informationen zum Thema bei TK.de

Deutscher Psoriasis-Bund e.V.

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