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Körperschmuck

Piercing und Tattoos

published: 06.09.2005

Auch für Pircings und Tattoos gilt: Freigegeben erst ab 18 (Foto: Sergei Aleshin/shutterstock.com) Auch für Pircings und Tattoos gilt: Freigegeben erst ab 18 (Foto: Sergei Aleshin/shutterstock.com)

Einfach durchbohren?
Christina Aguilera hat ein Piercing, Robbie Williams gleich mehrere Tattoos – Körperschmuck ist nicht nur bei den Stars total in, sondern auch bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Mut zum Außergewöhnlichen…
Falls auch du zu den Freunden von Piercings und Tattoos gehörst, aber noch nicht 18 bist, solltest du folgende Punkte bedenken:
Wenn du noch nicht volljährig bist, kannst du dich nicht so einfach durchlöchern oder färben lassen. Hier ist die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten nötig. Bist du unter 16, müssen deine Eltern eventuell sogar mit dabei sein, wenn du dich „schmücken“ lässt. Und das nicht ohne Grund: Piercings und Tattoos sind kein Spaziergang. Solche Eingriffe kann man nicht mit Schminken oder Haare färben vergleichen. Ein Piercing hinterlässt sichtbare Narben, und auch Tattoos sind kaum mehr rückgängig zu machen. Außerdem ist so eine Veränderung am Körper immer mit Risiken verbunden.

Recht auf Körperverletzung
Piercing und Tattoo sind rechtlich, im Sinne des Paragraphen 223 des Strafgesetzbuches (StGB), eine Körperverletzung. Bist du über 18, kannst du dem Piercer bzw. Tätowierer die Einwilligung dazu, dass er dich „verletzen darf“, selbst geben. Klingt komisch – aber so ist es. Bist du noch Minderjährig, müssen deine Eltern zustimmen, dass du „verletzt“ werden darfst. Ohne die Einwilligung deiner Eltern läuft also gar nichts. Ein gutes Studio nimmt das sehr genau und gibt sich nicht mit einem „Wisch“ und einer Unterschrift zufrieden. Sie wollen sich vorher mit deinen Eltern unterhalten, um sie über Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Der Einwilligende muss nämlich imstande sein, Wesen, Bedeutung und Tragweite des Eingriffs voll zu erfassen.

Paragraphendschungel
Paragraph 104 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) legt fest, dass Personen vor Vollendung des siebten Lebensjahres nicht geschäftsfähig sind, also keine Verträge abschließen können. Was ist aber mit Mädels und Jungs zwischen acht und achtzehn? Sie sind nach Paragraph 106 BGB beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, dass sie ohne Einwilligung des gesetzlichen Vertreters, also meist der Eltern, nichts unterschreiben können. Aber ist es nicht egal, wofür ich mein Taschengeld ausgebe? Ich kann ja auch ohne Unterschrift meiner Eltern eine CD kaufen? Nun ja, Jugendliche können zwar – trotz beschränkter Geschäftsfähigkeit – im Rahmen des „Taschengeldparagraphen“ (§ 110 BGB) Verträge auch ohne Zustimmung der gesetzlichen Vertreter schließen, aber ein seriöses Piercing-Studio wird sich auf dieses Argument nicht einlassen. Warum? Na klar, wegen der Körperverletzung.

Fälschung und Betrug
Eine ganz blöde Idee ist es, sich künstlerisch zu verwirklichen und die Unterschrift der Eltern sozusagen zu „kopieren“. Den Tatbestand der Urkundenfälschung (§ 267 StGB) hast du hiermit erfüllt und unter Umständen auch noch einen Betrug nach Paragraph 263 StGB begangen. Und das alles wegen eines kleinen Metallrings oder einer kleinen Rose. Dazu kommt noch, dass du mit dieser Aktion deine Eltern kaum davon überzeugen würdest, dass du reif genug bist, eigene Entscheidungen zu treffen. Es gilt: Einfach warten, Argumente sammeln und weiter verhandeln. Und wer schön sein will, muss nicht immer leiden. Schließlich gibt es noch Henna-Tattoos und Steine zum Aufkleben.

Wer den Schaden hat...
Hat das Studio ohne die Einwilligung deiner Eltern gearbeitet, kann das Geld, das du für Schmuck oder Tattoo bezahlt hast, nach Paragraph 812 BGB zurückgefordert werden. Zivilrechtlich hat das Studio damit umsonst gearbeitet. Dumm gelaufen. Schadensersatzpflichtig wird Piercing und Tattoo als Körperverletzung dann, wenn das Studio unsauber und dilettantisch arbeitet und du nach dem Eingriff Probleme bekommst. Das können beispielsweise örtliche Infektionen sein oder ein verletzter Nerv. Unterschreibe vorher nichts, was dir deine Rechtsansprüche gegenüber dem Piercer bzw. Tätowierer abspricht.

Eine saubere Sache
Wenn du dich im Gespräch mit deinen Eltern für einen Eingriff entschieden hast, nimm dir Zeit, bis du ein geeignetes Studio für ein Tattoo gefunden hast - denn zuständig dafür sind selbstverständlich nur Experten. Ein Piercing sollte vom Hautarzt gestochen werden. Und wenn du doch kurz davor ein mulmiges Gefühl bekommst und dich anders entscheidest, ist das vollkommen okay und allein deine Sache!

Über gesundheitliche Risiken beim Piercen und Tätowieren und über Hygienestandards in den Studios informiert auch das Gesundheitsamt.

Einmal mehr nachdenken
Lass dich nicht von Freunden beeinflussen. Was willst du? Hast du ein gutes Gefühl bei der Sache? Dir muss klar sein, dass Löcher in und Farbe unter der Haut nicht rückgängig zu machen sind. Es gibt zwar heute die Möglichkeit, Tattoos entfernen zu lassen, doch darauf solltest du dich lieber nicht verlassen, denn der Prozess ist langwierig und teuer. Mach dich schlau: Frage Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen.
Unter gar keinen Umständen solltest du dich selbst piercen oder von Freunden piercen lassen! Die Wunde kann sich leicht infizieren, und auch das Risiko durch verunreinigte Nadeln Hepatitis oder AIDS zu übertragen, ist sehr groß!

[TK]

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