Arbeitsvertrag

Das solltest du beachten!

published: 06.01.2006

Spätestens zu Beginn einer Ausbildung, aber auch beim Ferienjob liegt er plötzlich vor einem: der Arbeitsvertrag (Foto: Public Address) Spätestens zu Beginn einer Ausbildung, aber auch beim Ferienjob liegt er plötzlich vor einem: der Arbeitsvertrag (Foto: Public Address)

Hilfe! Ein Arbeitsvertrag!
Spätestens zu Beginn einer Ausbildung, aber auch beim Ferienjob liegt er plötzlich vor einem: der Arbeitsvertrag. Auf mehreren Seiten finden sich hier Klauseln, Vorschriften und Abkommen, die das Arbeitsverhältnis zwischen dir und deinem Arbeitgeber regeln sollen. Wer beim Anblick des Mittel- oder Kleingedruckten nur Bahnhof versteht, kann aufhören, sich die Haare zu raufen – Scoolz hat die Lupe gezückt und herausgefunden, was sich hinter einem Arbeitsvertrag verbirgt...

Nur ein Blatt Papier?
Endlich hat man sein Ziel erreicht: Der Nebenjob, den man schon so lange haben wollte, ist einem angeboten worden oder der lang ersehnte Ausbildungsplatz ist in greifbare Nähe gerückt. Doch bevor man motiviert ans Werk gehen kann, fehlt noch etwas. Denn zwischen Jobangebot und Jobbeginn steht meistens eine Unterschrift – und die muss man unter ein Ding setzen, das sich Arbeitsvertrag nennt. Eine sinnvolle Sache, denn ein Arbeitsvertrag ist nicht nur ein Blatt Papier, sondern ein Schriftstück, das deine Rechte (und natürlich auch die deines Arbeitgebers) sichert.

Reden ist Silber, Schreiben ist Gold
Selbst wenn es kein Blatt Papier gibt, existiert vielleicht trotzdem ein Arbeitsvertrag zwischen dir und deinem Arbeitgeber. Mündliche Absprachen zählen nämlich genauso. Trotzdem empfiehlt es sich immer, die Konditionen eines Jobs auch schriftlich festzuhalten, da in einem Streitfall ein Dokument glaubhafter und wirkliches Beweismaterial ist. Weigert sich ein Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen schriftlich festzuhalten, kann sich der Arbeitnehmer auf das Nachweisgesetz berufen. Es besagt, dass der Arbeitgeber spätestens vier Wochen nach Arbeitsaufnahme die wesentlichen Vertragsbedingungen des Arbeitsverhältnisses verschriftlicht, unterschrieben und dem Arbeitnehmer ausgehändigt haben muss.

Namen, Klauseln und viele Fragen
Muster für Arbeitsverträge gibt es übrigens in gut sortierten Schreibwarenläden oder im Internet. Es kann nicht schaden, sich so ein Ding mal anzuschauen, um zu wissen, worauf es beim Abschluss ankommt. Das sollte auf jeden Fall festgehalten werden, wobei es kein “Muss” für schriftliche Regelungen im Arbeitsvertrag gibt, sondern nur Empfehlungen:

Namen und Anschriften der Vertragspartner. Also, dein Name und deine Adresse, sowie die Daten deines Arbeitgebers.Tätigkeitsbeginn. Also, dein erster Arbeitstag.Bei befristeten Arbeitsverhältnissen: Dauer der Beschäftigung.Arbeitsort oder der Hinweis auf verschiedene Orte, an denen die Tätigkeit ausgeübt werden soll.Bezeichnung oder allgemeine Beschreibung der zu leistenden TätigkeitHöhe und Fälligkeit des Entgelts (Lohnes). Inklusive der Zuschläge, Prämien, Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld etc., die es eventuell gibt. Außerdem ist meistens festgelegt, ob die Sonderzahlungen (Gratifikationen) vom Arbeitgeber freiwillig und regelmäßig oder widerruflich geleistet werden.Vereinbarte Arbeitszeit. Stundenanzahl pro Woche, Monat o.ä. Außerdem die Dauer einer Probezeit (darf in der Regel nicht länger als sechs Monate sein). Pausen und Regelungen für Überstunden sollten auch nicht fehlen.Dauer des jährlichen Erholungsurlaubes. Dabei ist es wichtig, die Werktage festzuhalten. Denn in manchen Verträgen zählt der Samstag zu den Werktagen, in anderen nicht.Kündigungsfristen. Für beide Seiten.Betriebs- oder DienstvereinbarungenHinweis auf TarifverträgeZusatzklauseln, wie beispielsweise Sicherheitsregelungen und Vertragsstrafenregelungen.Regelung bei Nebentätigkeiten. Dein Arbeitgeber kann dir eine weitere Tätigkeit nur verbieten, wenn sie mit deinem ersten Job kollidiert oder deine Arbeitsmöglichkeiten einschränkt. Falls du dir noch einen anderen Job suchen willst, musst du dies deinem Chef nur melden, wenn im Arbeitsvertrag darauf hingewiesen wird. Aber auch sonst empfiehlt es sich, mit deinem Vorgesetzten darüber zu sprechen.

Wenn man nicht mehr will
Paragraph 622 des BGB regelt gesetzlich die Kündigungsfristen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Diesem Gesetz haben wir es zu verdanken, dass sich für den Arbeitgeber die Kündigungsfristen je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit verlängert. Dies heißt im Klartext: Wenn du drei Jahre in der gleichen Firma arbeitest, kann dein Chef dich nicht grundlos nach vier Wochen kündigen, auch wenn dies im Arbeitsvertrag noch so festgehalten ist. Diese Regelung trifft allerdings nur Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern. In kleineren Firmen kann eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag darauf hinweisen, dass die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber grundsätzlich vier Wochen beträgt. Für den Arbeitnehmer hingegen gilt immer die so genannte Grundkündigungsfrist, die bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis vier Wochen beträgt und entweder zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats wirksam wird.

Einfach nicht hingehen?
Am Freitag hast du den Arbeitsvertrag unterschrieben, aber am Sonntag hast du es dir schon wieder anders überlegt und gehst Montag einfach nicht hin? So einfach ist das leider nicht. Genau wie der Arbeitgeber dich nicht von heute auf morgen hängen lassen darf, kannst auch du nicht einfach die Fliege machen. Damit so etwas nicht passiert, gibt es so genannte Vertragsstrafenregelungen. Sie greifen auch bei anderen Verstößen, wie beispielsweise Nichteinhalten der Kündigungsfrist oder Verstoß gegen die Schweigepflicht.

Psst, nicht weitersagen
Jede Firma hat betriebsinterne Geheimnisse. Ein Bäcker verrät ja auch nicht jedem sein Brötchenrezept. Um diese Geheimnisse zu schützen, enthalten die meisten Arbeitsverträge die sogenannte Verschwiegenheitserklärung. Mit deiner Unterschrift verpflichtest du dich, auch nach der Beendigung deiner Tätigkeit, Daten und Kundeninformationen der Firma für dich zu behalten und sie nicht einmal den besten Freunden zu erzählen.

Überlaufen?
In einigen Arbeitsverträgen ist ein Wettbewerbsverbot festgehalten. Eine solche Klausel legt fest, dass du für einen bestimmten Zeitraum nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht bei der Konkurrenz arbeiten darfst. Allerdings ist dieses Verbot nur wirksam, wenn es ausdrücklich im Arbeitsvertrag steht und dir eine Entschädigung von mindestens 50 Prozent deiner Bezüge zugesichert wird.

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