Fitness-Tipp

Tennisarm am Schreibtisch?

published: 17.02.2006

Du hast noch nie einen Schläger in der Hand gehabt und dir doch einen schmerzhaften Tennisarm zugezogen? Das könnte beim Arbeiten am Computer passiert sein (Foto: shutterstock.com/StepanPopov) Du hast noch nie einen Schläger in der Hand gehabt und dir doch einen schmerzhaften Tennisarm zugezogen? Das könnte beim Arbeiten am Computer passiert sein (Foto: shutterstock.com/StepanPopov)

Du hast ständig Schmerzen im Ellenbogen und kämpfst seit Tagen mit deiner Computertastatur? Der Weg zum Arzt bringt die Diagnose: Tennisarm oder, wissenschaftlich ausgedrückt, Epicondylitis. Dabei hast du in deinem Leben noch keinen Tennisschläger in der Hand gehalten. Woher also diese "Sportverletzung"?

Tatsächlich tritt der Tennisellenbogen bei Sportlern nur verhältnismäßig selten auf. Wenn du nicht ein aktiver Spieler bist, der noch an seiner Technik feilen muss, sind die häufigsten Ursachen eine falsche Armhaltung beim Schreiben oder eine einseitige Beanspruchung am Computer. Der Begriff "Maus-Arm" oder "Maus-Ellenbogen" ist demnach für Studierende treffender.

Öfter mal die Maus wechseln - so kannst du einem Tennisellenbogen vorbeugen (Foto: Public Address)Öfter mal die Maus wechseln - so kannst du einem Tennisellenbogen vorbeugen (Foto: Public Address)

Der "Maus-Ellenbogen" ist eine Erkrankung der Sehnen und Bänder, an der auch die angrenzende Muskulatur beteiligt ist. Durch Überbeanspruchung der Streckmuskeln des Unterarmes entzündet sich der Sehnenansatz. Die mikroskopisch kleinen Risse in den Sehnen im Bereich des Muskelansatzes führen zu Schmerzen.

Nebenbei: Wenn die Muskelgruppen der kleinfingerseitigen Hand- und Fingerbeuger zu sehr beansprucht werden, spricht man von einem "Golferellenbogen".

Wie fühlt sich ein Tennisarm an?
In erster Linie schmerzhaft. Vor allem Beschwerden und Druckschmerz am Ellenbogen mit Ausstrahlung bis in den Daumen oder Oberarm herrschen vor. Dazu kommen Schmerzen bei Belastung der Hand- und Fingerstreckmuskeln, sich verstärkende Schmerzen, wenn man das Handgelenk gegen einen Widerstand nach oben drückt, wenn man den Unterarm dreht oder eine Faust macht. Auch Probleme beim Zugreifen sind ärgerlich: Die volle Kaffeetasse am Morgen zu stemmen, führt bereits zu Schmerzen. Die Hand fühlt sich schwach an, sodass Alltagsdinge nicht mehr festgehalten werden können. Die Unterarmmuskulatur ist oft stark verspannt und kribbelt. Schon Händeschütteln kann zur Qual werden. Ist der Tennisarm bereits chronisch, kann sich unabhängig von der Belastung ein dauerhafter Ruheschmerz entwickeln.

Was kannst du im akuten Fall tun?
Zuerst einmal ist für den betroffenen Arm absolute Schonung angesagt. Das gilt nicht nur für Schreibarbeiten, sondern auch fürs Handwerken oder den Frühjahrsputz. Eine Epicondylitis-Spange zur Ruhigstellung gibt es in Sportgeschäften oder im Sanitätshaus. Im akuten Stadium tut Kälte gut, Wärme kann im chronischen Fall die Abheilung fördern. Die Muskulatur des Unterarms zu dehnen, kann ebenso helfen.

Was kann der Arzt tun?
Der Arzt kann physikalische Maßnahmen wie Ultraschall, Elektro- oder Stoßwellentherapie verschreiben. Auch bestimmte Massagemethoden und Salbenverbände helfen, ebenso entzündungs- und schmerzhemmende oder muskelentspannende Medikamente. Zur Ruhigstellung kann ein Tapeverband oder eine Epicondylitis-Bandage angelegt werden. Generell kann man dem Tennisellenbogen mit diesen Maßnahmen gut zu Leibe rücken. Helfen diese konservativen Therapien alle nicht, wird der Arzt zu einer Operation raten. Dabei kerbt er die Sehne am Muskelursprung ein, sodass das Gewebe entlastet wird.

Bedenke: Je früher du bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt aufsuchst, desto besser – spätestens jedoch nach zehn Tagen!

Tipps für deine Computerarbeit:
• Wärme deine Armmuskulatur auf, bevor du am Schreibtisch loslegst. Führe beide Arme mit einer lockeren Faust zur Schulter und strecke sie dann wieder aus, dabei Hände öffnen und nach außen drehen.
• Sitze bequem und gerade an deinem Arbeitsplatz. Deine Hände sollten locker vor der Tastatur aufliegen und mit dem Unterarm eine Gerade bilden. Wichtig: Handgelenke nicht abknicken oder verkrampft halten!
• Benutze ergonomisch geformte Tastaturen und Computermäuse. Schonender für Ellenbogen und Handgelenk ist das 10-Finger-System.
• Statt der Maus lieber die Kurzbefehle der Tastatur nutzen.
• Zwischendurch immer wieder die Hände locker ausschütteln.
• Abwechslung hilft: Führe gewohnte Bewegungen einfach mal mit der anderen Hand aus!
• Übungen zur Stärkung der Hand und Armmuskulatur kann man ganz einfach in den Tag einbauen. Dein Arzt oder Physiotherapeut zeigt dir die besten Kräftigungs-Tipps.

[Melanie Eberlein]

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung