Tückischer Atem

Schluss mit Mundgeruch

published: 06.09.2005

Mundgeruch ist ein absoluter Liebeskiller (Foto: Tharakorn/shutterstock.com) Mundgeruch ist ein absoluter Liebeskiller (Foto: Tharakorn/shutterstock.com)

Tückischer Atem
"Sie sind jung, sie sind verliebt – sie haben Mundgeruch." Ein schlechter Anfang für eine glückliche Liebesgeschichte, denn schlechter Atem kann ein Attraktivitätskiller sein. Normalerweise hat die ausgeatmete Luft keinen Geruch. Wird sie dennoch riechbar, spricht man von Mundgeruch. Sich für die eigene Knoblauchfahne nach dem Essen beim Italiener zu entschuldigen – kein Ding. Aber oft weiß man gar nicht, dass man seinen Nachbarn mit einer fauligen Duftnote beleidigt, denn der menschliche Geruchssinn nimmt den eigenen Atem nicht wahr. Wer sagt schon zu seinem Gegenüber: „Entschuldigung, aber dein Atmen riecht grässlich.“? Zugegeben - Mundgeruch ist ein unangenehmes Thema. Kein Grund jedoch, nicht über die Ursachen zu sprechen und darüber, was man gegen miesen Atem tun kann. Der Fachbegriff für Mundgeruch lautet übrigens Halitosis. Jeder dritte Deutsche leiden darunter, genauer gesagt dessen Mitmenschen.

Knoblauch und Co.
Wer kennt ihn nicht, den morgendlichen fiesen Atem. Schnarchen oder Mundatmung lassen den Mund austrocknen und lösen so Mundgeruch aus. Dieser verflüchtigt sich jedoch oft schon vor dem Zähneputzen mit dem ersten Schluck Tee.Denn im Speichel lösen sich die unangenehmen Gase. Woher du weißt, ob du Mundgeruch hast? Ein bitterer, sauerer Geschmack oder eine belegte Zunge können auf schlechten Atem hinweisen. Du kannst den Zungenbelag mit einem Tuch abwischen und daran riechen. Kein Gestank – kein Problem. Oder frag direkt eine Person, der du total vertraust, wie du geruchstechnisch rüberkommst.
Aber was tun, wenn der Test positiv ausfällt? Wer seinen schlechten Atem nur mit Kaugummi oder Mundwasser überdeckt, bekämpft damit nicht die wahre Ursache. Denn kurzzeitig auftretender Mundgeruch durch Knoblauch und Co. muss von einem dauerhaften Mundgeruch unterschieden werden, der auch auf eine Krankheit hinweisen kann.

Wo sich Bakterien tummeln
Hartnäckig hält sich die Ansicht, dass hauptsächlich Magenerkrankungen für Mundgeruch verantwortlich sind. Aber diese sind eher selten das Problem. In 90 Prozent aller Fälle liegt der Grund im Mund verborgen. Mundgeruch entsteht, wenn Bakterien die Speisereste zersetzen und dabei Schwefelverbindungen oder andere Gase freisetzen. Und Schwefelwasserstoff riecht bekanntlich nach faulen Eiern. Etwa 300 Arten von Bakterien tummeln sich in kuscheligen Schlupfwinkeln im Mund, in Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen. Die meisten „Stink-Moleküle“ verstecken sich hinten auf der Zunge. Sie leben dort nicht schlecht. Essen gibt es im Überfluss und es ist dort schön warm und feucht.
Es gibt viele Ursachen
Natürlich können allgemeine Erkrankungen der Lunge, des Magens, der Leber oder des Harns, Stoffwechselstörungen, Diäten oder Infektionskrankheiten den Mundgeruch verursachen. Meist ist jedoch eine schlechte Zahnhygiene Schuld: Löcher in den Zähnen, Zahnfleisch-, Zahnbett- oder Zahnwurzelentzündung, Zungenbelag oder einfach Essensreste zwischen den Zähnen. Eine ausgetrocknete Mundschleimhaut beim Schlafen mit offenem Mund, Schnarchen, chronische Mundatmung und natürlich Rauchen begünstigen schlechten Atem. Auch bei längerem Fasten oder einer Diät kann übler Mundgeruch entstehen. Krankhafte Ursachen können Halsentzündungen, chronische Mandelentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder chronische Bronchitis sein. Saures Aufstoßen bei Übersäuerung wie auch Untersäuerung des Magens, Pilz-Infektionen des Darms, Verdauungsstörungen oder chronische Verstopfung könne weitere Auslöser von Mundgeruch sein. Meist verschwindet mit der Grunderkrankung auch der störende Geruch.

Ganz wichtig:
Hat der Mundgeruch eine krankhafte Ursache, so muss diese von einem Arzt behandelt werden. Sollte der Mundgeruch über längere Zeit andauern oder andere Beschwerden hinzukommen, solltest du daher deinen Hausarzt oder Zahnarzt aufsuchen. Zunächst sollte der Zahnarzt Füllungen, Kronen und Zahnfleisch untersuchen. Wird hier nichts gefunden, sollte eine Untersuchungen beim HNO-Arzt folgen. Dabei werden Nase, Nasennebenhöhlen und der Rachen untersucht. Anschließend sollte beim Internisten eine Magen-Darm-Erkrankung ausgeschlossen werden.

Schluss mit muffigem Atem
Es gilt also, den üblen Geruch zu vertreiben und nicht die Freunde. Ganz einfach: Das beste Mittel gegen Mundgeruch ist immer noch eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige Zahnpflege. Zusätzlich gibt es wirksame natürliche Geruchskiller.


* Verwende einmal täglich Zahnseide oder eine Zahnzwischenraumbürste, am besten vor dem Schlafengehen. Putze dir möglichst nach jedem Essen die Zähne. Reinige regelmäßig deine Zunge mit einer Zahnbürste oder einem speziellen Zungenputzer. Eine professionelle Zahnreinigung beim Arzt kannst du alle zwei bis drei Monate durchführen lassen.
* Zuckerfreies Kaugummi oder Pastillen überdecken kurzzeitig den Geruch und regen den Speichelfluss an. Der Geruch wird einfach „weggespült“.
* Chlorophylltabletten helfen gegen schlechten Atem.
* Esse viel frisches Obst und Gemüse.
* Apfelessig wirkt im Mundraum antiseptisch und kann die Mund- und Zahnhygiene verbessern. So geht’s: Mund mit Apfelessigwasser spülen oder gurgeln.
* Joghurt hilft gegen Mundgeruch. Er hat einen günstigen Einfluss auf die Darmflora und bringt die Ökologie der Mundhöhle wieder ins Lot. Das haben japanische Zahnmediziner entdeckt.
* Mit ein paar Tropfen Nelken-, Kümmel- oder Fenchelöl aus der Apotheke oder dem Reformhaus nach dem Zähneputzen gurgeln.
* Täglich mindestens zwei Liter Mineralwasser trinken. So wird die Speichelbildung angeregt und Geruchsstoffe schwimmen davon.

Tipp: Lästiger Knoblauch- oder Zwiebelgeruch lässt sich oft nur schwer mit Mundspüllösung oder Zahnbürste bekämpfen. Eine Knoblauchfahne lässt sich mit einem einfachen Trick abmildern – ein wenig frische Petersilie nach dem Essen kauen.

[TK]

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