Lippenherpes

Küssen verboten

published: 06.09.2005

Bei Herpes heiße es: "Küssen verboten" (Foto: Image Point Fr/shutterstock.com) Bei Herpes heiße es: "Küssen verboten" (Foto: Image Point Fr/shutterstock.com)

Dumm gelaufen
Den ganzen Tag schon bist du aufgeregt, denn gleich hast du ein heißes Date mit deinem aktuellen Flirt. Leider fühlst dich nicht besonders fit und bist etwas gestresst. Du schaust auf die Uhr: "Was, schon so spät?". Schnell umgezogen und noch ein Blick in den Spiegel – doch halt! An deiner Oberlippe prangen mehrere kleine, nässende Bläschen. Ganz klar – du hast Herpes.

Um genau zu sein, du hast Herpes simplex labialis bzw. dir den Herpes-simplex-Virus Typ 1 eingefangen, der dir diese nervige Viruserkrankung eingebrockt hat. Aber das interessiert dich herzlich wenig, denn Küssen ist heute erst mal tabu. Was dich interessiert: Wie bekommt man die juckenden Bläschen möglichst schnell wieder aus dem Gesicht? Dazu später…

Im Anmarsch
Und das sind die ersten Anzeichen für Lippenherpes: Deine Lippen jucken, sind empfindlich und sie fühlen sich leicht dick und gespannt an. Manchmal können sie auch richtig wehtun. Deine Mundwinkel, Nasenfalte oder Lippen sind leicht gerötet. Kurze Zeit darauf entstehen an der Stelle kleine, nässende Bläschen, deren klarer Inhalt sehr ansteckend ist.

Daher: Finger weg vom Herpes! So verhinderst du, dass der Virus auf andere Körperstellen übertragen wird. Küssen verboten – vor allem keine kleinen Kinder oder Säuglinge. Kein Besteck, Gläser oder Handtuch gemeinsam benutzen.

Die Bläschen bilden eine Kruste, wenn sie abheilen. Nach etwa acht bis zehn Tagen fällt diese Kruste ab. Die Bläschen verheilen normalerweise ohne Narben zu hinterlassen.

Stumme Viren
90 Prozent aller Menschen sind schon einmal mit dem Virus in Berührung gekommen. Die erste Ansteckung passiert meist als kleines Kind, wenn die Verwandten dich ständig abknutschen. Bei manchen bricht Herpes gar nicht aus, andere plagen sich immer wieder damit herum. Warum ist das so?

Kommst du das erste Mal mit dem Virus in Kontakt, verschwindet er nicht nach kurzer Zeit, sondern dringt über die Haut in die Nervenwurzeln ein und schlummert dort. Wenn dein Immunsystem geschwächt ist oder du erneut angesteckt wirst, kann das Virus wieder aktiv werden, es wird sozusagen geweckt.

Das kann nach einer Grippe, nach einer Operation, bei einer Verbrennung, bei zuviel Sonne bzw. UV-Bestrahlung, bei Stress, durch eine Zahnarztbehandlung, wenn du dich vor etwas ekelst oder bei Mädchen während der Regel sein. Wiedersehen macht in diesem Fall also keine Freude!

Behandeln lassen
Gegen Herpes gibt es keine Impfung. Du kannst nur die Beschwerden bekämpfen, den Heilungsprozess verkürzen und darauf achten, niemanden unnötig anzustecken.

Sobald du die ersten Anzeichen spürst, solltest du zum Hautarzt gehen. Er wird dir bestimmte Salben empfehlen, die eine Vermehrung der Viren verhindern und so den nächsten Bläschen vorbeugen. Er kann auch den Herpes mit bestimmten, desinfizierenden Zusätzen trocken pinseln.

Bei schwerem Lippenherpes oder bei Komplikationen kann dir der Arzt Tabletten verordnen. Auch wenn du zum Herpes Fieber bekommst oder die Bläschen mehrmals im Monat auftauchen, heißt es: Ab zum Doktor!

Was viele nicht wissen
Es gibt unterschiedliche Herpes-Viren. Sie können auch Augen, Mundschleimhaut oder Genitalien befallen. Auch im Geschlechtsbereich bilden sich dann kleine Bläschen. Damit der Virus nicht in die Augen gelangt, ist Vorsicht beim Gesicht- und immer wieder Händewaschen angesagt. Besonders wenn du Kontaktlinsen trägst.

Selten ist ein schwerer Verlauf des Herpes mit Befall der inneren Organe (z.B. Lungenentzündung), Fieber oder Hirnhautentzündung. Das kann bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem vorkommen – beispielsweise nach einer Chemotherapie oder bei Aids-Patienten.

Die kleinen Wunden können sich auch durch Bakterien entzünden. Dann müssen neben dem Virus auch die Bakterien, gegebenenfalls mit Antibiotika, behandelt werden.

Vorsicht bei Neurodermitis
Besonders gemein kann sich Herpes bei Menschen mit Neurodermitis auswirken. Das Immunsystem ist hier eh schon gestört, daher kann sich die Herpesinfektion über größere Teile der Haut breit machen. Die Bläschen können linsengroß sein und sich über Gesicht und Hals oder sogar weiter verteilen. Man fühlt sich schlapp und leidet unter Fieber. Da diese Infektion bis zu drei Wochen dauern kann, muss unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

Vorbeugen ist besser
Gesund zu leben ist immer noch das beste Mittel gegen Herpes: Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf und natürlich regelmäßiger Sport, um dein Abwehrsystem so richtig fit zu machen.

Bist du besonders viel in der Sonne (wie beim Skifahren oder Sonnenbaden), solltest du dich um den Mund herum mit Sunblocker schützen.

Tipps und Hausmittelchen
Herpes solltest du möglichst früh behandeln. Am besten bevor sich bereits die Bläschen gebildet haben. Sind die ersten roten Stellen da:

· einfach einseifen und den Schaum trocknen lassen
· Eiswürfel in ein Tuch wickeln und die betroffene Stelle mit Pausen kühlen. Tuch niemals zweimal verwenden
· beschleunigen Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir die Heilung und stoppen die Vermehrung der Herpes-Viren (frag' wegen einer solchen Creme einfach in deiner Apotheke nach)
· lassen Zinkpaste und Zahnpasta die Bläschen schneller austrocknen und somit abheilen. Am besten über Nacht wirken lassen.
· hilft auch verdünnter Alkohol, um die Stellen zu desinfizieren
· ein paar Melisseblätter überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen und die Bläschen damit regelmäßig betupfen

[TK]

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