Chat kannst du Freunde treffen, neue Bekanntschaften knüpfen oder einfach über deine Lieblingsthemen plaudern (Foto: Syda Productions/shutterstock.com)Für Zähneknirschen gibt es viele Gründe (Foto: Kalcutta/shutterstock.com)Die AOL-Arena in Hamburg ist ein Austragungsort der WM 2006 in Deutschland (Foto: Public Address)Das Projekt Green Goal liegt ihm sehr am Herzen – Franz Beckenbauer (Foto: Public Address)Setzt auf Hamburgs Flair – Uwe Seeler (Foto: Public Address)Kam zur Eröffnung des ersten WM-Shops – Jürgen Klinsmann  (Foto: Public Address)Bei der WM dabei - als Volunteer  (Foto: Public Address)

Lärmbelastung

Krach macht krank

published: 06.09.2005

Laute Musik, zum Beispiel auf Konzerten, kann krank machen (Foto: Public Address) Laute Musik, zum Beispiel auf Konzerten, kann krank machen (Foto: Public Address)

Wenn das Ohr auf Musik pfeift
Hannes ist total genervt, weil seine Eltern ständig nörgeln: "Mach doch mal die Anlage leiser ... mit dem dummen Discman machst du dir noch deine Ohren kaputt ... nimm zum Konzert lieber Ohrstöpsel mit". Was soll’s, Hannes liebt halt laute Musik. Am Wochenende gibt es Tag und Nacht was auf die Ohren. Und mit Musik kann Hannes eh besser lernen - dass er oft gestresst ist, schiebt er ganz klar auf seine Eltern. Außerdem hat er sich längst an die laute Musik gewöhnt, erklärt Hannes stolz. Was Hannes nicht weiß: Er hat bereits einen Hörschaden, der nicht mehr weggeht – und ist damit nicht allein. Ein Viertel aller Teens sind schon hörgeschädigt, zwei Prozent haben ein so „vergreistes“ Gehör wie ein Sechzigjähriger. Schuld daran sind Knallkörper oder Spielzeugpistolen und vor allem zu lauter Sound. Der Schallpegel von Walkman und Discman ist häufig so hoch wie bei einem Presslufthammer.

Voll aufgedreht
Aber Lärm ist nicht nur lästig, er kann auch richtig krank machen. Er erhöht deinen Blutdruck und Puls, macht dich reizbar und nervös, stört deine Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Lärm löst also im Körper Alarmsignale aus. Auch Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Asthma können die Folge von Krach sein. Und neben dem Organismus schädigst du mit Lärm auch dein Gehör selbst. Meist erholt sich das Gehör, wenn es in Ruhe gelassen wird. Wird es jedoch ständig mit einem hohen Schallpegel genervt, kann ein bleibender Gehörschaden entstehen. Dieser beginnt meist mit einem Ohrensausen (Tinnitus) oder schlechtem Hören.

Hä, wie bitte?


Laute Musik zerstört im Innenohr die empfindlichen Sinneszellen. Häufig sterben durch Dauerkrach nur Haarzellen in den hohen Frequenzbereichen ab, mit denen du beispielsweise Vogelgezwitscher hörst. Diese Frequenzen sind außerdem sehr wichtig, um Konsonanten beim Sprechen verstehen zu können. Den schleichenden Hörverlust merkst du zuerst gar nicht. Es ist eher eine Fehlhörigkeit als eine Schwerhörigkeit. Oft hast du dann Schwierigkeiten, deinen Freunden bei der Unterhaltung zu folgen, wenn die Umgebung sehr laut ist. Du kannst einzelne Stimmen schlecht orten und heraushören.

Auf taube Ohren stoßen
Ein weiterer Ohrkiller sind Knaller. Wem haben nach einem Feuerwerk nicht schon mal die Ohren geklingelt? Meistens hast du dann noch einige Zeit das Gefühl, als seien deine Ohren in Watte gepackt. Das taube Gefühl geht zurück, ein Hörverlust bleibt. Bei einem einzigen lauten Knall schon gehen im Innenohr Haarzellen kaputt, seltener platzt im Mittelohr das Trommelfell oder die Gehörknöchelchen reißen sogar ab. Wenn sich das Innenohr bei dir noch im Wachstum befindet, ist die Gefahr eines Hörschadens durch Knaller oder laute Musik umso größer.

Erste Anzeichen
Die Lärmschwerhörigkeit selbst ist unheilbar, sie kann nur durch Hilfsmittel wie Hörgeräte verringert werden. Ein Hörschaden kann dich ungeeignet für bestimmte Berufe machen, so dass dir die entsprechende Lehr- oder Ausbildungsstelle verweigert wird. Das wäre verdammt Schade. Im Straßenverkehr bist du nicht mehr so sicher, wenn du schlecht hörst. Dein Hörsinn ist das wichtigste Fenster zu deiner Umwelt, daher solltest du ihn sehr sorgsam schützen. Erste Anzeichen von Hörschwache sind, wenn sich Nachbarn und Eltern über laute Musik oder lautes Fernsehen beschweren oder deine Kumpels anscheinend alle plötzlich leise reden. Ein taubes Gefühl im Ohr oder ein Ohrenklingeln nach einem lauten Konzert weist darauf hin, dass dein Gehör bereits überlastet ist. Dir geht es auch so? Dann ist es höchste Zeit, zum Arzt zu gehen. Lass dich beim Ohrenarzt untersuchen und eine Frequenzanalyse im Hörtest machen.

Laut ist out
Ohren brauchen auch mal Urlaub. Deine Ohren sind 24 Stunden am Tag auf Empfang geschaltet. Weghören klappt nicht. Gönne den „Hörgeräten“ also öfter mal eine Pause, denn Lärm ist für dein Ohr schwere Arbeit. Irgendwann machen auch die geübtesten Haarzellen im Ohr schlapp. Nach der Disco oder einem Konzert solltest du dir zehn Stunden keinen Krach antun. So erholt sich das Gehör. Ob und wie stark dein Ohr beschädigt wird, hängt nämlich nicht nur davon ab, wie laut die Geräusche sind und wie lange sie anhalten, sondern auch, ob du dich zwischendurch von Krachmachern erholst. Zum Open-Air diesen Sommer nehme lieber Ohrenstöpsel mit und halte Abstand zu den Lautsprechern. Besonders wenn du über Kopfhörer Musik hörst, solltest du darauf achten, nicht zu laut aufzudrehen. Oder willst du mit 25 schon nicht mehr stille Post spielen können?

PC-Spiel „Radio 108,8“ zum Thema Lärm
Das PC-Spiel „Radio 108,8“ nimmt dich mit in die Welt eines Jugendradiosenders. Du erhältst den Job des Sendeleiters und musst unter anderem Jingles produzieren, ein Hörspiel vertonen oder Moderatoren casten. Außerdem lernst du interessante Dinge: Was ist Schall? Wie wirkt Musik oder was ist Sounddesign? „Radio 108,8“ ist ein interaktives Strategiespiel (10 - 12 Jahre), bei dem du den Aufbau und die faszinierende Funktionsweise des Ohres kennen lernst. Es ist gebührenfrei und du kannst es unter folgender Adresse bestellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
51101 Köln
Fax: 0221-8992257
E-Mail: order@bzga.de
Link: www.bzga.de

[TK]

Links

www.bzga.de

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung