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Bleib gesund!

Zeckenbissen vorbeugen

published: 28.07.2009

Vollgesogene Zecken haben einen dicken Körper (Foto: Henrik Larsson/shutterstock.com) Vollgesogene Zecken haben einen dicken Körper (Foto: Henrik Larsson/shutterstock.com)

Kleine Souvenirs

Endlich wieder raus ins Grüne – im Wald Beeren sammeln, auf der Wiese campen und im Garten rumwühlen. Aber Vorsicht: Du kannst dir draußen nicht nur schicke Sonnenbräune zulegen, sondern auch kleine Insekten mit nach Hause schleppen. Denn in Gräsern, Farnen, Sträuchern, an Wegrändern und im Unterholz lauert eine kaum sichtbare Gefahr: Zecken. Sie werden zu den Spinnentieren gezählt und sind Blut saugende Parasiten mit Beißwerkzeugen und einem Saugrüssel. Und ein Zeckenbiss kann fatale Folgen haben, wenn eine Infektion nicht rechtzeitig erkannt wird.

Bissige Blutsauger

Zecken sind nur wenige Millimeter groß, doch ihr Biss (genau genommen handelt es sich eher um einen Stich) kann für den Menschen sehr gefährlich sein. Sie treiben ihr Unwesen – je nach Temperaturen – von April bis September. In der warmen Jahreszeit sind Zecken besonders am Vormittag, am späten Nachmittag sowie am Abend aktiv. Bevorzugte Wirte sind Igel und Nagetiere, aber auch Wild, Vögel und Haustiere oder eben der Mensch. Am liebsten nisten sich Zecken dort ein, wo deine Haut besonders dünn ist, etwa in den Kniekehlen oder am Haaransatz. Bleibt der Zeckenbiss unentdeckt, kann er gefährliche Krankheiten verursachen. Europäische Zecken übertragen hauptsächlich zwei Erkrankungen: Die medizinischen Bezeichnungen für dafür sind FSME und Borreliose.

FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)

Die gute Nachricht: Man kann sich gegen den Krankheitserreger impfen lassen. Bei Reisen in gefährdete Gebiete im Inland übernimmt die TK die Kosten für deine Impfung auf Versichertenkarte. Die Vorsorge hält drei Jahre lang. Die schlechte Nachricht: Die Zeckenmeningitis ist eine ausgesprochen gefährliche Erkrankung. Sie kann in seltenen Fällen sogar tödlich sein. Die Zeit zwischen Zeckenstich und Ausbruch der Krankheit liegt zwischen zwei und 28 Tagen. Zunächst hat man Grippe ähnliche Symptome mit hohem Fieber. Bei fast einem Drittel der Infizierten kommt es dann zu einer Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute. Es kann aber auch der Herzmuskel oder die Leber betroffen sein. Viele Betroffene brauchen sehr lange, um sich zu erholen. Typisch sind häufige Kopfschmerzen, es können sogar Lähmungen bleiben.

Borreliose

Die so genannte "Lyme-Krankheit" wird durch Bakterien ausgelöst, die aus dem Magen-Darm-Trakt der Zecke in die Wunde geraten. Die Bakterien kann man sich deutschlandweit einfangen. Borreliose ist deutlich häufiger als FSME. Bis zu 50 Prozent aller Zecken tragen das Bakterium wahrscheinlich in sich. Drei Tage bis vier Wochen nach dem Zeckenstich entsteht an der betroffenen Stelle der Haut eine Rötung, die bis zu zehn Zentimetern groß werden kann. Allgemeinen Beschwerden sind Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie eine Bindehautentzündung, Lymphknoten-Schwellungen und Nervenentzündungen. Unbehandelt bleibt die Krankheit über Jahre bestehen. Einen Impfschutz gibt es leider nicht. Eine Behandlung mit Medikamenten bzw. Antibiotika ist dafür möglich.

Richtig entfernen

Wichtigste Regel: Die Zecke möglichst fix entfernen. Je länger sie in der Haut steckt, desto größer ist die Gefahr, sich zu infizieren. Am besten zieht man mit einer Pinzette kurz am Halsbereich der Zecke – meist lässt sie dann schon von selbst los. Auf keinen Fall herausreißen oder am Rumpf quetschen. Veraltete Hausmittelchen und Tipps mit Öl, Kleber oder Drehen im Urzeigersinn sind Quatsch. Danach solltest du die Wunde gründlich desinfizieren. Wenn du dir unsicher bist, wie du die Zecke entfernen sollst oder ob du sie nicht vollständig rausbekommen hast, solltest du lieber zu einem Arzt gehen. Du kannst auch die Zecke mitbringen und auf Krankheitserreger untersuchen lassen. Auch wenn du geimpft bist: Kontrolliere die Stichstelle bis zu vier Wochen lang täglich; geh zu einem Arzt, falls Rötungen oder Hautveränderungen auftreten!

So kannst du dich schützen

Trage bei Wanderungen, die durch Wald, Gebüsch oder hohes Gras führen, möglichst geschlossene Schuhe und helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt. Auf den hellen Sachen kannst du die dunklen Zecken schon erkennen, bevor sie sich überhaupt fest gesaugt haben. Kleidung kann auch mit Insekten abweisenden Mitteln eingesprüht werden. Lege immer eine Decke oder eine Jacke auf den Boden, bevor du dich hinsetzt. Zu Hause solltest du gründlich Duschen, so wird eine herumkrabbelnde Zecke vielleicht schon weggespült.

Kontrolliere dann deine Haut: besonders Nabel, Hals, Kopf, Ohren, unter den Armen und zwischen den Beinen. Eine Zecke fühlt sich wie ein kleiner Pickel an. Deine Klamotten kommen natürlich in die Wäsche.



Gefährdete Gebiete

Wer in Risikogebieten viel im Freien unterwegs ist, sollte sich vorbeugend gegen FSME impfen lassen. Risikogebiete sind Regionen, in denen innerhalb eines Jahres mindestens zwei Fälle oder in fünf Jahren fünf Fälle von FSME aufgetreten sind. Das mit Abstand höchste Risiko herrscht in Baden-Württemberg und Bayern. Das Risiko zu erkranken, ist im Vergleich zu letztem Jahr noch weiter angestiegen. Außerhalb Deutschlands zählen Österreich, Tschechien, Ungarn, Kroatien, die baltischen Staaten sowie Schweden zu den Zeckengebieten mit Infektionsgefahr.

Informationen zu gefährdeten Regionen im In- und Ausland sind bei der Techniker Krankenkasse und den Gesundheitsämtern erhältlich. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht regelmäßig einen aktuellen Gefahren-Atlas.

[TK]

Links

Robert Koch-Institut (RKI)

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