Kopfschmerzen und Migräne

Volkskrankheit No. 1

published: 06.09.2005

Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer 1 (Foto: TK) Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer 1 (Foto: TK)

Wenn es hämmert und pocht
Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer 1. Kein Wunder, denn es gibt über 180 verschiedene Formen davon. Normalerweise sind Schmerzen ein Warnsignal des Körpers. So kann der Kopfschmerz als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auftreten, beispielsweise bei Erkältung oder Magen-Darm-Grippe. Natürlich können Kopfschmerzen auch auf Kurzsichtigkeit hinweisen oder dir klar machen, dass du letzte Nacht zu wenig Schlaf hattest. Diese Kopfschmerzformen nennt man „sekundäre Kopfschmerzen“. Es gibt jedoch auch chronische Kopfschmerzen, denen keine andere Erkrankung oder kein anderer Schaden zugrunde liegt. Der Schmerz hat sich verselbständigt. Am häufigsten sind hier Spannungskopfschmerzen und Migräne. Bei diesen „primären Kopfschmerzen“ kann man die Ursachen nicht beseitigen, sondern nur die Schmerzen lindern.

Spannungskopfschmerz
Der Spannungskopfschmerz ist ein dumpf-drückender, ziehender, beidseitiger, haubenförmiger Schmerz in der Stirn-, Schläfen- oder Scheitelregion. Oft zieht er sich über den gesamten Kopf. Lärm- oder Lichtempfindlichkeit, Kältegefühl und Schwindel treten nur manchmal auf. Der Schmerz verstärkt sich, anders als bei der Migräne, durch körperliche Aktivität normalerweise nicht. Häufig sind Nackenverspannungen mit dem Spannungskopfschmerz verbunden. Sie sind jedoch nicht unbedingt die Ursache für den Kopfschmerz. An frischer Luft lässt der Schmerz oft nach. Am Anfang kann er durch Stress, Wetterwechsel, Konflikte, Lärm oder Sauerstoffmangel ausgelöst werden. Später verselbständigt sich der Schmerz und kann ohne besonderen Auslöser auftreten und mehrere Stunden bis Tage anhalten. Man spricht vom chronischen Kopfschmerz, wenn er an mindestens 15 Tagen pro Monat über ein Jahr regelmäßig auftritt.

Migräne
Die Migräne macht sich durch starke, pochende, hämmernde und pulsierende Schmerzen bemerkbar. Meist ist nur eine Seite des Kopfes betroffen. Der Schmerz verstärkt sich bei körperlichen Aktivitäten. Begleiterscheinungen sind Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen, Nackenverspannungen, manchmal auch eine Migräne-Aura. Aura-Symptome sind vorübergehende Sehstörungen, leichte Sprachstörungen und Kribbeln an Armen und Beinen. Diese verschwinden nach spätestens einer Stunde wieder, dann setzen die Schmerzen ein. Extreme Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Geruchsempfindlichkeit oder Heißhunger können einem Migräneanfall vorangehen. Eine Migräneattacke tritt in der Regel ein bis sechs Mal im Monat auf. Sie kann vier bis 72 Stunden anhalten. Migräne und Spannungskopfschmerzen können auch in Kombination auftreten.

Was kann einen Migräneanfall auslösen?
Seit über 4000 Jahren schon leiden Menschen unter Migräne. Die Ursachen sind bis heute nicht genau geklärt. Man geht inzwischen davon aus, dass die Veranlagung zur Migräne vererbt werden kann. Nach aktuellsten Erkenntnissen werden Nervenfasern, die an der Schmerzverarbeitung im Gehirn beteiligt sind, durch eine Entzündung und eine Blutgefäßerweiterung gereizt. Diese Reizung ist im Kopf schmerzhaft. Es gibt bestimmte Auslöser, die Kopfschmerzen oder eine Migräneattacke auslösen können.

Auslöser sind häufig:
· Hormonschwankungen bei Frauen, vor oder während der Periode. Die Einnahme der Antibaby-Pille.
· Stress oder Nachlassen von Stress am Wochenende.
· Bestimmte Nahrungsmittel: Alkohol (Rotwein, Sekt), bestimmte Käsesorten, Kaffee oder Tee, Nikotin, Nahrungsmittelbestandteile (Natriumglutamat als Geschmacksverstärker in chinesischen Gerichten).
· Änderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (wenn man am Wochenende länger schläft).
· Lärm, Flackerlicht, Kälte oder verqualmte Räume.
· Hunger, unregelmäßiges Essen (Unterzuckerung).
· Witterungseinflüsse, Wetteränderungen.

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