Allergien

Wenn Pollen Probleme machen

published: 06.09.2005

Pollenflug kann starke allergische Reaktionen hervor rufen (Foto: TK) Pollenflug kann starke allergische Reaktionen hervor rufen (Foto: TK)

Gräser und Co.
Schätzungsweise ist jeder dritte Deutsche Allergiker. Allergien haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen und treten immer öfter bereits bei Kindern auf. Man kann auf alles Mögliche allergisch reagieren - auf Nahrungsmittel, Lebensmittelzusatzstoffe, Medikamente, Hausstaubmilben, Haustiere, Gräser, Insektenstiche, Latex, Nickel oder sogar auf die Sonne. Symptome einer Allergie können Jucken, gerötete Haut, Niesanfälle, eine laufende Nase und tränende Augen sein, aber auch Asthma, Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden. Außerdem können so genannte allergische Kontaktekzeme entstehen – die Haut rötet sich und juckt genau an der Stelle, wo sie der Allergieauslöser berührt hat. Bienen- und Wespenstiche können bei Allergikern im schlimmsten Fall sogar zu einem allergischen Schock mit Kreislaufversagen führen.

Was ist eine Allergie?
Unter einer Allergie versteht man eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe – eine überempfindliche Körperabwehr. Der Begriff der Allergie stammt aus dem Griechischen: „allo“ bedeutet fremd/anders und „ergon“ heißt Reaktion/Tätigkeit. Bei manchen Menschen spielt das Immunsystem verrückt. Statt nur schädliche Krankheitserreger zu bekämpfen, stürzt sich die körpereigene Abwehr auch auf harmlose Eindringlinge wie Blütenpollen, Hausstaub oder bestimmte Stoffe in der Nahrung. Stoffe, welche eine Allergie auslösen, werden Allergene genannt. Kommt der Allergiker mit diesen in Kontakt, können entweder sofort oder erst nach Stunden oder sogar Tagen Symptome auftreten. Diese Reaktionen können an einzelnen Körperteilen, da wo man Kontakt mit dem Stoff hatte, oder am gesamten Körper auftreten. Hat das Immunsystem einmal allergisch reagiert, merkt es sich das fortan. Dadurch kommt es bei erneutem Kontakt mit dem gleichen Allergen immer wieder zu den Reaktionen. Diese können im Laufe der Zeit auch heftiger werden.

Warum gerade ich?
Wie es zu einer allergischen Erkrankung kommt, wissen die Wissenschaftler immer noch nicht genau. Die Neigung dazu ist wahrscheinlich angeboren. Bei Kindern, deren Eltern beide Allergiker sind, besteht zu 50 Prozent die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls an einer Allergie zu erkranken. Leidet nur ein Elternteil unter einer Allergie, beträgt das Risiko immerhin noch 30 Prozent. Abgesehen von der Veranlagung spielen Umweltverschmutzung, Stress aber auch veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten eine wichtige Rolle. Ebenso kann eine übertriebene Hygiene in den ersten Lebensjahren von Kleinkindern Allergien begünstigen. So haben, den Ergebnissen einer Studie zufolge, Stadtkinder 15-mal häufiger eine Allergie als Kinder, die auf Bauernhöfen schon frühzeitig Gras-, Getreide- und Baumpollen sowie Tierhaaren ausgesetzt waren. Offenbar sind Schmutz und harmlose Keime in der Kindheit für unser Immunsystem gar nicht so schlecht.

Welche Allergie-Formen gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergien einzuteilen.
Über den Aufnahmeweg kann man folgende Formen der Allergie unterscheiden:

· Inhalations-Allergie (durch das Einatmen von Allergenen in Staubform, z.B. Pollen, Hausstaub).
· Nahrungsmittel-Allergie (durch allergenhaltige Nahrungsmittel, z.B. Erdbeeren, Meeresfrüchte, Konservierungsstoffe).
· Arzneimittel-Allergie (als Reaktion auf bestimmte Medikamente; ein besonders häufiges Allergen ist z.B. Penicillin).
· Insektengift-Allergie (nach Insektenstichen von z.B. Bienen oder Wespen, aber auch durch Infektionen mit Viren oder Bakterien).
· Kontakt-Allergie (durch Hautkontakt mit Allergenen, wie z.B. Nickel oder Kosmetika).

Was kann ich tun?
Besteht bei dir der Verdacht auf eine Allergie, kann ein Allergologe testen, wogegen du überempfindlich bist. Bei einigen Allergien ist es ausreichend, sich einfach vor dem Kontakt mit dem Allergen zu schützen, beispielsweise Erdbeeren nicht mehr zu essen oder Staubfänger aus der Wohnung zu verbannen. Ist dies nicht möglich, stehen Medikamente zur Verfügung, welche die Symptome und Begleiterscheinungen der Allergie lindern können. Langanhaltende Besserung verspricht die so genannte Hypo-Sensibilisierung, bei der dir über drei Jahre hinweg der Allergie auslösende Stoff in sich steigernden Mengen gespritzt wird. Dein Immunsystem gewöhnt sich so allmählich an das Allergen und reagiert immer schwächer – es wird gewissermaßen abgehärtet.

Suche auf jeden Fall deinen Arzt auf, wenn dein Körper überempfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert. Zusammen könnt ihr die Ursache finden und behandeln!

[TK]

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