Die tägliche Dusche ist Pflicht, will man nicht als Muffel rumlaufen (Foto: shutterstock.com/Yuriy Rudyy)Viele Modells haben keine traumhafte Beispielfigur, sondern sind schlich zu dünn (Foto: shutterstock.com/Syda Productions)Tattoos als dauerhafter Körperschmuck ist immer mehr angesagt (Foto: shutterstock.com/IvanRiver)Die bekannteste Form von selbstverletzendem Verhalten ist das Ritzen, also das selbstmotivierte Zufügen von Verletzungen, vorzugsweise an Unterarmen oder Oberschenkeln (Foto: shuttertsock.com/bg_knight)Besonders aufgeschlagene Knie verheilen oft mit Narben (Foto: shutterstock.com/Dziewul)Haarstyling ist längst keine Mädelssache mehr (Foto: shutterstock.com/Roman Seliutin)Bevor du deine Haare färbst, solltest du den Farbton erst einmal mit einer Tönung testen (Foto: shutterstock.com/schankz)

Zutatenliste

Da steckt 'ne Menge drin

published: 12.09.2005

Drin ist was drauf steht, aber das ist manchmal eine Wissenschaft für sich (Foto: nenetus/shutterstock.com) Drin ist was drauf steht, aber das ist manchmal eine Wissenschaft für sich (Foto: nenetus/shutterstock.com)

Da ist ´ne Menge drin
”Beiss nicht gleich in jeden Apfel” trällerte Wencke Myhre im Jahre 1966. Heute sollte man eigentlich bei allem vorsichtig sein, denn bei Lebensmitteln steckt oft nicht das drin, was auf der Verpackung drauf steht - oder viel mehr als man denkt!

Ein ganzes Dickicht aus Stoffen
Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Zuckeraustauschstoffe, Gelierungs- und Dickungsmittel, Antioxidantien, Säuerungsmittel - es gibt einen ganzen Dschungel aus chemischen und natürlichen Verbindungen. Da schafft es kaum jemand, den Überblick zu behalten.

Es ist nicht immer drin, was drauf steht
Wusstest du, dass ein Fruchtjoghurt nicht immer aus Frucht bestehen muss? Steht beispielsweise auf deinem Erdbeerjoghurt das Wort ”Fruchtzubereitung”, ist zwar Obst drin, aber es muss nicht unbedingt Erdbeere sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass du auf dem Löffel ein kleines rotes Stückchen Erdbeer-Imitation hast. Das ist nicht ungesund oder eklig - es ist eben nur keine Erdbeere. Oder es war irgendwann am Anfang des Herstellungsprozesses eine Erdbeere mit im Spiel. Nach den ”QUID-Richtlinien”, die 2000 verabschiedet wurden, sollte eigentlich das drin sein, was drauf steht. Inwieweit das aber beispielsweise für Fruchtzubereitungen gilt, ist nicht genau definiert.

Warum das Ganze?
Das deutsche Lebensmittelgesetz (LMBG, §2) definiert Zusatzstoffe ”als Stoffe, die dazu bestimmt sind, Lebensmitteln zur Beeinflussung ihrer Beschaffenheit oder zur Erzielung bestimmter Eigenschaften oder Wirkungen zugesetzt zu werden". Klingt kompliziert - und das ist es leider auch. Ein Stoff, der unbeabsichtigt, beispielsweise durch Umwelteinflüsse und natürliche Begebenheiten, in ein Lebensmittel gelangt, ist kein Zusatzstoff. Zusatzstoffe werden von der Lebensmittelindustrie bewusst verwendet, beispielsweise um die Backfähigkeit, Farbe, Konsistenz oder das Aroma eines Produktes zu verbessern.
Womit wir wieder bei der Erdbeere wären - denn diese würde bei der Verarbeitung ihren Geschmack verlieren. Die Hersteller müssen also ein bisschen in die Trickkiste greifen. Es müssen übrigens nur Zutaten angegeben werden, die vom Hersteller selbst hinzugefügt wurden. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Bäcker nicht angeben muss, ob dem Mehl, das er von einer Mühle gekauft hat, in der Produktion irgendwelche Inhaltsstoffe zugesetzt wurden. Keine Zusatzstoffe nach deutschem Lebensmittelrecht sind Zutaten, die natürlichen Ursprungs sind, beispielsweise Gewürze oder Früchte. Diese müssen ebenso wenig angegeben werden wie Stärke, Molke, Weizeneiweiß und die natürlichen Aromen. Zu den Aromen gehören auch chemische Stoffe, die dem natürlichen Aroma gleichen. Diese nennt man dann naturidentisch.

Dürfen die das?
Die Hersteller müssen sich an die EU-Regel halten und grundsätzlich alle Zutaten und Zusatzstoffe auflisten. Es gibt aber Gesetzeslücken und Freiräume, die viel Platz für Spekulationen und eigene Wortschöpfungen lassen. Zutaten, die weniger als 25 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen, müssen in den meisten Fällen nicht benannt werden. Die Verpackung des Produktes soll mindestens zehn mal zwei Zentimeter groß sein. Woraus Schokolade bestehen muss, ist nicht genau definiert und auch was in unverpackter Ware steckt, erfährt der Verbraucher nicht immer.

Ist das gesund?
Solche Lebensmittelzusatzstoffe sind für gesunde Menschen kein Problem: Es darf ja theoretisch nichts Gesundheitsschädliches in Lebensmittel gelangen. Problematisch kann es aber für Allergiker werden, denn für die stellen mitunter schon kleine Mengen eines bestimmten Stoffes ein Gesundheitsrisiko dar. Deswegen werden immer wieder Stimmen laut, die auf allen Lebensmitteln die komplette Auflistung aller Inhaltsstoffe fordern. Das würde mehr Transparenz für den Verbraucher bedeuten. Dies ist auch wichtig, wenn es darum geht, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu erkennen. Die EU hat bereits eine Richtlinie verabschiedet, die eine genaue Zutatenliste für Lebensmittel ab 2005 vorschreibt.

Sprichst du schon die Lebensmittelsprache?
Toll, wenn man lesen kann, was in Gummibärchen oder Gemüsesuppe drinsteckt. Doch was dort aufgeführt ist, liest sich oft wie eine fremde Sprache - man versteht nur “Bahnhof”. Doch wenn du dich wirklich dafür interessierst, was in deinem Essen steckt, ist der Zug noch nicht abgefahren: Es gibt im Internet und bei den Verbraucherzentralen Listen und Prospekte, die wie ein Wörterbuch funktionieren. Nehmen wir beispielsweise ein Ei. Ab 2004 muss auf jedem Ei zu lesen sein, wo es herkommt und wie das Huhn, welches das Ei gelegt hat, gehalten wurde. Was auf dem Ei steht, sind keine Hieroglyphen: Die erste Zahl auf dem Ei kennzeichnet die Haltungsart (O = ökologische Erzeugung, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung), danach folgen Buchstaben, die das Herkunftsland bezeichnen (AT = Österreich, DE = Deutschland, NL = Niederlande). Dann folgen die Betriebsnummer und die Stallziffer.

Kleines Lebensmittelwörterbuch
Acesulfam-K
Synthetischer Süßstoff
Ascorbinsäure
Vitamin C (künstlich hergestellt)
Aspartam
künstlich hergestellter Süßstoff
Benzoesäure
Konservierungsstoff
Chinin
Aromastoff, gewonnen aus Chinarindenbaum
Citronensäure
Künstliches Säuerungsmittel
Gelatine
Geliermittel, Rindergelatine ist verboten
Glutamat
Künstlicher Geschmacksverstärker
Johannisbrotkernmehl
Natürliches Geliermittel
Karminsäure
roter Farbstoff
Lecithin
Stabilisator und Antioxidationsmittel
Natriumcarbonat
künstliches Backtriebmittel
Phosphorsäure
Konservierungs- und Säuerungsmittel
Saccharin
Künstlicher Süßstoff
Thiabendazol
Künstlicher Konservierungsstoff

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