Die tägliche Dusche ist Pflicht, will man nicht als Muffel rumlaufen (Foto: shutterstock.com/Yuriy Rudyy)Viele Modells haben keine traumhafte Beispielfigur, sondern sind schlich zu dünn (Foto: shutterstock.com/Syda Productions)Tattoos als dauerhafter Körperschmuck ist immer mehr angesagt (Foto: shutterstock.com/IvanRiver)Die bekannteste Form von selbstverletzendem Verhalten ist das Ritzen, also das selbstmotivierte Zufügen von Verletzungen, vorzugsweise an Unterarmen oder Oberschenkeln (Foto: shuttertsock.com/bg_knight)Besonders aufgeschlagene Knie verheilen oft mit Narben (Foto: shutterstock.com/Dziewul)Haarstyling ist längst keine Mädelssache mehr (Foto: shutterstock.com/Roman Seliutin)Bevor du deine Haare färbst, solltest du den Farbton erst einmal mit einer Tönung testen (Foto: shutterstock.com/schankz)

Ernährungspyramide

Ernährungslehre – langweilig?

published: 12.09.2005

Essen nach der Ernährungspyramide klingt erst mal hochwissenschaftlich, ist es aber nicht (Foto: Bogdan Wankowicz/shutterstock.com) Essen nach der Ernährungspyramide klingt erst mal hochwissenschaftlich, ist es aber nicht (Foto: Bogdan Wankowicz/shutterstock.com)

Ernährungslehre – langweilig?
”Weißt du, was ich ziemlich cool finde?”, fragt mich Fabian, während wir beide in der Küche werkeln (ich hole mir gerade einen Schokopudding aus dem Kühlschrank, er hackt Knoblauch für seine Spaghetti). Natürlich weiß ich nicht, was mein Bruder ”ziemlich cool findet”, aber er klärt mich auf: ”Seit wir Ernährungslehre in der Schule haben, haben ganz viele Mädchen abgenommen, keiner von uns war in den letzten Monaten erkältet und ich weiß jetzt, was man Essen muss, um fit zu sein.” Aha. Ernährungslehre - bei dem Wort muss ich mir schon ein Gähnen verkneifen. Wie langweilig. Doch Fabian´s Worte gehen mir nicht mehr ausdem Kopf: Besser aussehen, nicht mehr jede Grippewelle mitnehmen, das will ich auch! Aber geht das wirklich? Ich beginne also, mich ein bisschen mehr mit dem Thema zu beschäftigen...

Die Ernährungspyramide
Als erstes stoße ich auf das Ding, als ich die Cornflakes-Packung aus dem Schrank hole: Eine Ernährungspyramide. Klingt ziemlich eingestaubt und altbacken, da will ich doch mal sehen, ob dieses Ding wirklich mehr auf Lager hat!

Daraus sollte der tägliche Speiseplan laut den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung bestehen:
40 Prozent (6-11 Portionen) aus Getreide und Getreideprodukten (Brot, Cornflakes), 35 Prozent aus Obst (2-4 Portionen) und Gemüse (3-5 Portionen). Die restlichen 20 Prozent gehen an Milch- und Milchprodukte (2-3 Portionen), Fleisch, Geflügel, Eier und Fisch (2-3 Portionen); fünf Prozent (so wenig Portionen wie möglich) an Fette,Öle und Süßigkeiten
.

Abwechslung macht fit
Aha. Und wie soll ich das bitteschön täglich machen? Immer eine kleine Waage und einen Taschenrechner mit mir rumschleppen? Klar, ein Speiseplan muss abwechslungsreich sein, damit alle Nährstoffe, die der Köperbraucht, zugeführt werden. Aber ich habe echt Wichtigeres zu tun, als ständig in kleinen Büchlein zublättern oder Essen zu wiegen...Und überhaupt: Was ist mit meinen geliebten Pommes? Werden die jetzt ganz gestrichen?

Verschiedene Lebensmittelgruppen beinhalten verschiedene Nährstoffe und die braucht der Körper inverschiedenen Mengen. Das klingt anstrengend, aber da es nur Richtlinien sind und es viele verschiedeneMöglichkeiten gibt, seine Nährstofflager zu füllen, ist die Praxis einfacher, als man oft denkt. Sogar Fast Food ist in Maßen erlaubt, da sogar ein Burger Nährstoffe enthält(und leider auch viele Kalorien). Eine Portion (siehe oberen Kasten) meint dabei beispielsweise einen Apfel oder100 Gramm Gemüse oder eine Scheibe Brot oder 100g Reis oder Teigwaren oder ein Ei, 60 Gramm Fleisch bzw.Fisch oder ¼ Liter Milch oder Joghurt. Diese Einheiten verschaffen den Durchblick, wann man wie viel essen darfund wann man seinen Bedarf an Nährstoffen und Kalorien gedeckt hat.

Andere Pyramiden
Ganz schön verwirrend finde ich, dass es so viele verschiedene Ernährungspyramiden gibt. Noch mehrTheorie – Das ist doch total kompliziert! Ganz aktuell hat eine Forschungsgruppe der Universität Harvard beispielsweise im Jahr 2001 eine neue Pyramide entworfen, die sich vor allem auf die fischreiche Mittelmeerkost mit ihren vielen ungesättigten Fettsäuren bezieht. Und das soll nicht dick machen?

Ungesättigte Fettsäuren sind so gesund, weil ihr Fett nicht so hart ist, wie das von gesättigtenFettsäuren. Es gibt, neben den gesättigten-, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und einfach ungesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren sind so ungesund, weil sie Kalkablagerungenin den Blutgefäßen fördern, während ungesättigte Fettsäuren helfen, den Blutdruckzu regulieren und die Gefäßwände zu schützen. Übrigens ist Fett wichtig, um bestimmteVitamine im Körper zu lösen und den Stoffwechsel in Schwung zu halten.

Expertenrat
Doch welche Pyramide ist die Beste?! Rat weiß die Ökotrophologin Iris Flöhrmann aus Ahrensburg: ”Die Pyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist am weitesten verbreitet und da die DGE ein offiziellesOrgan ist, ist dieser Pyramide der Vorzug zu geben”, erklärt mir die Ernährungswissenschaftlerin und fügthinzu: ”Die neueren Empfehlungen mit dem hohen Stellenwert von ungesättigten Fettsäuren machen aber zudem auchdeutlicher, dass man viel Wasser trinken sollte, die nötige Trinkmenge war früher in der Ernährungspyramidenämlich nicht mit aufgeführt. Und für Jugendliche hat Frau Flöhrmann eine ganz spezielle Empfehlung: ”Wichtig ist für euch vor allem die ausreichende Versorgung mit Calcium (Milch) und der regelmäßige Verzehr von Vollkorngetreide, Obst und Gemüse zur Vorbeugung vonUnter – oder Übergewicht, Diabetes und Krebserkrankungen. Denn je früher man anfängt, desto besser die Chancen auf lange Gesundheit.”

...und wieder vorm Kühlschrank
Zwei Wochen später bin ich es, die in der Küche steht und sich mit frischen Kräutern,Sonnenblumenkernen und anderen Salatzutaten die Gemüseration für den Tag vorbereitet. Zwischen Fabian und mir ist ein richtiger Wettkampf um die ausgefallensten Salate entstanden. Immer nur Schokopudding – Das ist langweiligund sorgt ganz und gar nicht für Wohlbefinden! Das habe ich jetzt kapiert. Ich fühle mich prima – ”ziemlich cool”, also. Ich weiß jetzt auch, dass die Beachtung einer Ernährungspyramide viel besser ist als eineDiät, denn der Stoffwechsel muss mit den richtigen Nährstoffen auf Trab gehalten werden, damit er ordentlichKalorien verbrennt. So schnell macht mir mein kleiner Bruder also nichts mehr vor in Sachen gesunder Ernährung. Da sehe ich jetzt einfach besser aus.

[TK]

ANZEIGE

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung