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Alcopops

Gefährlich lecker

published: 12.09.2005

Alcopops kommen erst einmal scheinbar harmlos daher (Foto: stocksolutions/shutterstock.com) Alcopops kommen erst einmal scheinbar harmlos daher (Foto: stocksolutions/shutterstock.com)

"Womit soll ich mich sonst besaufen?"
Sie sehen poppig aus, sind ziemlich lecker und dürfen eigentlich auf keiner Party fehlen – "Ohne Rigo, Smirnoff und Co. wäre jede Party nur halb so lustig. Es schmeckt und man wird schnell breit", erklärt beispielsweise der 16-jährige Kevin, warum er die so genannten Alcopops so gerne mag. Kevin befindet sich in guter Gesellschaft: Schließlich trinken über 50 Prozent der Jugendlichen Alcopops. Vor allem Mädchen lieben den süßen Geschmack der Mixgetränke - auch die, die sonst keinen Schnaps anrühren würden.

Warum aufhören, wenn’s so schön ist
Die Flaschen haben erstmals 1995 den europäischen Markt erobert. Die Strategie ist einfach: Gängige Alkoholika wie Schnaps oder Branntwein, aber auch Bier, werden gesüßt, mit fruchtigem Geschmack versehen, in trendige Flaschen gefüllt und fortan auf allen coolen Events, Musikkonzerten, Sportveranstaltungen und Partys beworben. Wirken Bier und Schnaps heute eher altbacken und öde, kann sich Werbung für Alcopops wirklich sehen lassen. Immer neue Mischungen stürmen in immer bunteren Outfits den Markt. Neuester Clou: In England werden Alcopops mit aphrodisierenden Kräutern angeboten. Diese Getränke haben dort schon den Spitznamen ”Viagra-Pops”. Wenn der Alkohol nicht reicht, sollen also Kräuter helfen, dass man so richtig gut drauf ist und angetörnt wird.

Um dem steigenden Alkoholmissbrauch durch Alcopops entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung 2004 eine Sondersteuer eingeführt, die dafür sorgen sollte, dass gerade Jüngere nicht mehr so viel Alcopops konsumieren – mit Erfolg, wie die Bundesregierung im Juli 2005 mitteilte. Genau wie beim Vorreiter Frankreich hat auch bei uns die Einführung der Steuer zum Rückgang zu positiven Ergebnissen geführt.

Weniger Alkoholkonsum durch teure Alcopops?
Der Alkoholkonsum der Jugendlichen in Deutschland ist seit dem vergangenen Jahr sogar durchschnittlich gesunken. Dies wird nicht zuletzt auf die Sondersteuer für Alcopops zurückgeführt. Seit der Preiserhöhung von rund 90 Cent pro Flasche trinke ein Drittel der Jugendlichen überhaupt keine Alcopops mehr, ein Drittel habe den Konsum reduziert und bei einem Drittel habe sich nichts verändert, sagte Marion Caspers-Merk, Drogenbeauftragte der Regierung. Erfreulichstes Ergebnis: Bei den 12- bis 17-Jährigen ist die durchschnittlich pro Woche konsumierte Alkoholmenge durch Alcopops binnen einen Jahres von 8,5 auf 4,2 Gramm zurückgegangen. Insgesamt liegen die deutschen Jugendlichen mit 35,7 Gramm Alkohol pro Woche im EU- Vergleich hinter Tschechen, Iren, Dänen im oberen Bereich.

Die Mischung macht´s


Aber was ist es eigentlich, dass Alcopops so gefährlich macht? Nun, sie enthalten mit fünf bis sechs Volumenprozent Alkohol mehr als zwei Schnäpse pro Flasche. Durch den süßen Geschmack, das harmlose Aussehen des Inhalts und die coolen Flaschen vergisst man leider ganz schnell, dass man sich eigentlich Schnaps, Branntwein und Co. genehmigt. Eine 15-Jährige, die 50 Kilogramm wiegt, hat nach zwei Flaschen Alcopops ganz locker 0,9 Promille intus. Mal ganz abgesehen davon, dass Alkohol ein Zellgift ist und bei jedem von uns im Körper Schäden anrichtet, kann er bei Menschen, die noch nicht oft betrunken waren, ganz schnell zu Vergiftungen führen. Ein wichtiges Enzym, welches zum Abbau benötigt wird, bildet der Körper nämlich erst nach mehreren Alkoholgelagen.

Alle Lampen aus
Wer an einem Abend mehrere Flaschen Alcopops trinkt, hat nicht nur jede Menge Kalorien zu sich genommen und sich ganz schnell alle Lampen ausgepustet, sondern fügt seinem Köper auch auf lange Sicht Schaden zu. Alkohol ist gefährlich, wie du vielleicht schon bei Menschen erlebt oder gesehen hast. Er kann neben den körperlichen Schäden (Wachstumsstörungen, Leberschäden etc.) auch soziale und psychische Probleme zur Folge haben. Da ist es wichtig, den Alkoholkonsum unter Kontrolle zu haben. Gerade das ist mit den verführerischen Alcopops besonders schwierig.

Sprich darüber!
Auch wenn der Alcopops-Konsum unter Jugendlichen leicht abgenommen hat, bleibt unkontrollierter Alkoholkonsum in jeder Form eine Gefahr für Jugendliche und Erwachsene. Daher ist es nach wie vor wichtig, über Alkoholkonsum zu diskutieren und sich dessen Auswirkungen bewusst zu werden, denn: Alkohol ist in keiner Form, sei sie noch so cool, trendy oder lecker eine „Spaßdroge”.

[TK]

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