Auch wenige Zigaretten am Tag sind gesundheitsschädlich (Foto: Public Address)Ecstasy (Foto: Public Address)Alcopops kommen erst einmal scheinbar harmlos daher (Foto: stocksolutions/shutterstock.com)Essen nach der Ernährungspyramide klingt erst mal hochwissenschaftlich, ist es aber nicht (Foto: Bogdan Wankowicz/shutterstock.com)Paprika jedweder Couleur sind starke Vitamin C-Bringer (Foto: couleur/shutterstock.com)Das Ursprungsland des Tees ist wahrscheinlich China (Foto: shutterstock.com/photographer)Drin ist was drauf steht, aber das ist manchmal eine Wissenschaft für sich (Foto: nenetus/shutterstock.com)

Ändere dein Leben!

Gute Vorsätze fürs neue Jahr

published: 13.09.2005

Daumen hoch für gute Vorsätze (Foto: Public Address) Daumen hoch für gute Vorsätze (Foto: Public Address)

Es gibt viele Anlässe, sein Leben umkrempeln zu wollen: Das Ende einer Beziehung, Leidensdruck oder einfach der Jahreswechsel. Es kann das Rauchen sein, die zehn Kilo zu viel, die schlechte Laune oder der Stress - was uns an uns stört, möchten wir gerne ablegen. Wenn nur gute Vorsätze so leicht umzusetzen wären wie es war, sie zu fassen! Wie kann man sein Leben realistisch ändern? Dr. Karin Anderson weiß Rat.

Ich habe mir fürs neue Jahr viele gute Vorsätze überlegt: abnehmen, weniger Alkohol trinken, mit dem Rauchen aufhören und mehr Sport treiben. Die will ich alle umsetzen. Wie geht das am leichtesten?
„Am leichtesten kannst du deine guten Vorsätze umsetzen, wenn du mit dem Vorsatz anfängst, der dir helfen kann, die anderen ebenfalls zu verwirklichen. Regelmäßiger Sport bringt deinen Stoffwechsel in Schwung und hilft dir, Fett in Muskelmasse umzubauen. Alkohol verträgt sich bekanntermaßen ebenso wenig mit sportlicher Leistung wie Rauchen. Daher solltest du dir als erstes überlegen, welche sportliche Aktivität am ehesten für dich in Frage kommt.
Hast du deine Entscheidung getroffen, musst du nur noch dafür sorgen, dass der „innere Schweinehund“ – die Trägheit - dir nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Das gelingt dir am leichtesten, wenn du deinen Sport mit anderen gemeinsam betreibst. Tritt daher entweder einem Verein bei, wenn dir Mannschaftssport liegt, oder verabrede dich mit Freunden zum Jogging oder, um ins Fitness-Center zu gehen. Überlasse es aber nicht dem Zufall, wann du gehen möchtest, sondern verabrede regelmäßige Zeiten, mindestens einmal pro Woche, an einem ganz bestimmten Tag, zu einer festgelegten Uhrzeit. Dann programmierst du dich innerlich auf diesen Tag und kommst viel weniger in Versuchung, immer wieder neu zu überlegen, ob du auch wirklich Lust oder Zeit hast! Wenn du dann noch auf gesundere Ernährung achtest (siehe die Hinweise unten), sollte es dir nicht schwer fallen, dein Gewicht zu reduzieren.“

Hallo, Dr. Anderson. Ich habe ein Problem: Ich bin total jähzornig. Das will ich in den Griff kriegen. Wie packe ich das an?
„Jeder von uns kommt mit einem bestimmten Temperament auf die Welt. Die Schwelle, oberhalb derer wir mit heftigen Gefühlen reagieren, ist bei jedem Menschen unterschiedlich hoch. Darüber hinaus spielen aber Umwelteinflüsse und Erfahrungen ebenfalls eine Rolle dabei, wie schnell wir aus der Haut fahren. Wie sieht es denn in deiner Familie mit Wutausbrüchen aus? Bist du vielleicht in einem Elternhaus aufgewachsen, wo viel und lautstark gestritten wurde? Menschen, die zum Jähzorn neigen, haben oft nicht gelernt, ihre Ärgergefühle angemessen auszudrücken. Entweder, weil sie es aus ihrer Familie gewohnt sind, dass jeder sofort losbrüllt, wenn ihm etwas nicht passt, oder weil sie alles so lange herunterschlucken, bis sich der Ärger so aufgestaut hat, dass sie beim kleinsten Anlass explodieren.
Mangelhaftes Selbstwertgefühl ist bei häufigen Zornausbrüchen oft mitbeteiligt. Dann hat der Jähzorn etwas mit Hilflosigkeit zu tun. Wer nämlich in einer Auseinandersetzung keine Antwort weiß und sich in die Enge getrieben fühlt, und wer es nie gelernt hat, Konflikte konstruktiv zu lösen, rastet leichter aus, als jemand, der über ein gutes Selbstvertrauen verfügt und weiß, dass er sich durchsetzen kann.
Wie du sicherlich schon gemerkt hast, nützen gute Vorsätze und der Willen, sich beim nächsten Mal "zusammenzureißen", meist überhaupt nichts. Du kannst aber versuchen, dein Problem mit einer Selbsthilfe-Übung anzugehen. Wenn du fühlst, wie die Wut in dir hochkocht, zwinge dich dazu, sofort drei Mal tief ein- und auszuatmen und dann langsam bis zehn zu zählen. Diese Übung führt zwangsläufig zu einem Moment der körperlichen Entspannung. Dadurch gewinnst du ein Stück Abstand und bist dadurch eher in der Lage, erst zu denken, anstatt sofort aufzubrausen. Je öfter es dir gelingt, so deinem Jähzornausbruch zuvor zu kommen, desto leichter wird es dir fallen, angemessener auf Ärger zu reagieren. Außerdem wird diese erfolgreiche Selbstkontrolle auch dein Selbstbewusstsein stärken!

Ich bin immer so furchtbar neidisch auf andere. Egal, ob meine Freundin eine neue Hose hat, ein Schulkamerad bessere Noten schreibt als ich oder mein Bruder mit seinem Kumpel alleine in Urlaub fahren darf. Mich stört das und außerdem versaut es mir die Laune für den Rest des Tages. Aus dieser Misere will ich raus.
„Ein bisschen Neid ist zwar etwas, das jeder von uns kennt, aber auf alles und jedes, was andere haben, neidisch zu sein, ist wirklich ein schwerwiegendes Problem. Du vergleichst dich dabei ständig mit anderen und kommst dir selbst zu kurz gekommen vor. Wie du ja auch beschreibst, verderben neidische Gefühle dir die Stimmung, du kannst dich nicht mit anderen freuen, und außerdem schlecht eine Situation unbeschwert genießen, weil du immer wieder etwas siehst, das andere dir voraushaben. Deine schlechte Laune strahlst du dann sicherlich auch aus, so dass du auf andere verkniffen und miesepetrig wirkst.
Krankhafter Neid hat eigentlich immer etwas mit einem sehr schlechten Selbstwertgefühl zu tun. Du bist nicht nur neidisch auf das neue Outfit deiner Freundin und auf die besseren Zensuren deines Klassenkameraden - du fühlst dich ganz einfach weniger wert als sie, weil du keine neue Hose und "nur" eine Drei statt einer Zwei geschrieben hast. Unbewusst bist du davon überzeugt, dass du als Person uninteressanter, unattraktiver oder dümmer bist, weil du nicht all das vorweisen kannst, was andere besitzen. Du glaubst nicht an dich und deine Fähigkeiten und meinst, die anderen sind irgendwie "besser" als du. Du bist auch innerlich davon überzeugt, dass andere dich genauso negativ beurteilen, wie du dich selbst. Das macht dich dann wütend - und noch neidischer.
Du hast bereits einen wichtigen Schritt getan, weil du beschlossen hast, dich nicht mehr deinem Neid auszuliefern. Ich kann dir eine Möglichkeit aufzeigen, mit der du dich gegen diese destruktiven Impulse wehren kannst. Sie stammen nicht aus deinem bewussten Denken, daher kann dir deine Vernunft allein auch nicht dabei helfen, sie zu überwinden. Du brauchst also so etwas wie einen Schutzschild. Den kannst du dir selbst in deiner Fantasie erschaffen. Setz dich in einer ruhigen Minute entspannt hin, schließe deine Augen und lass das Bild eines mächtigen Schilds vor deinen Augen erstehen. Es kann irgendein Schild sein, von einem Ritter, einem Fantasy-Helden oder einem Polizisten, jeder hat solche Schilde schon einmal gesehen. Wenn du deinen Schild herbeifantasiert hast, male ihn dir in allen Details liebevoll aus. Nun nimm in Gedanken einen Pinsel mit Farbe oder irgendetwas anderes zum Malen und schreib dein Motto auf den Schild: "Ich bin gut". Als nächstes stell dir vor, wie deine Neidgefühle aussehen könnten. Vielleicht irgendeine Art von Geschoss?
Nun bist du gerüstet. Wann immer du wieder einen neidischen Impuls fühlst, ruf dir sofort den Schild mit deinem Motto vor Augen und lass den Neidimpuls daran abprallen. Wenn du dann abends im Bett liegst und kurz vorm Einschlafen bist, lass in Gedanken noch mal alles auftauchen, was dich an diesem Tag neidisch gemacht hat. Dann sag laut: "Ich kann das auch erreichen!" Diese Technik hört sich vielleicht sonderbar an, aber sie ist sehr wirksam - wenn du sie regelmäßig täglich anwendest.“

[TK]

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