Auch wenige Zigaretten am Tag sind gesundheitsschädlich (Foto: Public Address)Ecstasy (Foto: Public Address)Alcopops kommen erst einmal scheinbar harmlos daher (Foto: stocksolutions/shutterstock.com)Essen nach der Ernährungspyramide klingt erst mal hochwissenschaftlich, ist es aber nicht (Foto: Bogdan Wankowicz/shutterstock.com)Paprika jedweder Couleur sind starke Vitamin C-Bringer (Foto: couleur/shutterstock.com)Das Ursprungsland des Tees ist wahrscheinlich China (Foto: shutterstock.com/photographer)Drin ist was drauf steht, aber das ist manchmal eine Wissenschaft für sich (Foto: nenetus/shutterstock.com)

Schüchtern - na und?

Das kann ich, das bin ich!

published: 13.09.2005

Schüchtern beim ersten Date? (Foto: Anetlanda/shutterstock.com) Schüchtern beim ersten Date? (Foto: Anetlanda/shutterstock.com)

Nach außen hin ein Star
Die Sängerin Shakira glaubt, dass sie der schüchternste Mensch der Welt sei, obwohl sie durch ihren sexy Tanzstil berühmt geworden ist. Die 28-jährige Kolumbianerin erklärt immer wieder in Interviews, sie sei eigentlich sehr zurückhaltend. „Ich habe zu viele Hemmungen. Ich bin sehr schüchtern, extrem schüchtern: Ich bin der schüchternste Mensch der Welt.“ Viele Prominente, die in der Öffentlichkeit total cool wirken, sind im wirklichen Leben scheu. Vielleicht denkst du, dass Schüchternheit ein Nachteil ist, aber nach neuesten psychologischen Erkenntnissen ist sie eine echte Stärke. Sensibilität für andere Menschen, Einfühlungsvermögen, Bescheidenheit und Zurückhaltung sind heimliche Stärken.

Das kann ich, das bin ich!
Gerne wärst du total offen und aufgeschlossen, aber manchmal hast du Probleme, die Zähne auseinander zu bekommen. Unbekannte Menschen und ungewohnte Situationen meidest du, wo es nur geht. Du bist also ein schüchterner und eher stiller Typ. Na und? Menschen sind halt verschieden. Nicht jeder kann ein Pausenclown sein – wäre ja auch anstrengend. Frag mal deine Freunde: Eine zurückhaltende Art kommt meist sympathischer rüber als jemand, der sich ständig in den Mittelpunkt drängelt. Jeder Zweite bezeichnet sich selbst als schüchtern. Hättest du das gedacht? Schüchternheit ist also ganz normal. Schade ist es nur, wenn die Schüchternheit dich blockiert und du unter deiner Zurückhaltung leidest, denn du kannst diese kleine Schwäche geschickt für dich nutzen.

Kloß im Hals
Erkennst du dich wieder? Du bist nicht besonders selbstbewusst. Du hast Angst vor bestimmten Situationen, beispielsweise davor, ein Referat zu halten. Dein Puls rast, dein Herz klopft wie verrückt, dein Mund ist trocken und du kannst keinen klaren Gedanken fassen. Peinlich aufzufallen oder dich zu blamieren, sind deine großen Ängste. Ein roter Kopf, feuchte Hände, Herzklopfen und Magenkrämpfe sind Zeichen von Unsicherheit. Dieser Stress kann dich auf Dauer richtig krank machen, zum Beispiel chronischen Kopfschmerzen verursachen. Im Extremfall führt Schüchternheit zu Depressionen. Dann hast vor allem Muffensausen und fühlst dich total verlassen. Wenn Ängstlichkeit zur Angst und deine Schüchternheit zum Problem wird, solltest du etwas unternehmen.

Sich selbst vertrauen
Schüchternheit ist ein Hinweis auf mangelndes Selbstvertrauen. Für Schüchterne ist es oft schwierig, neue Leute kennen zu lernen. Man fühlt sich nicht cool genug, nicht interessant und witzig genug. Dann ist man neidisch auf offene, spontane Labertaschen. Manchmal macht man sich den ganzen Tag Gedanken, verbraucht dabei jede Menge Energie und vergisst, tatsächlich zu handeln. Man glaubt, andere dächten schlecht über einen und wollten nur Böses. Nein zu sagen traut man sich nicht, geschweige denn, um Hilfe oder einen Gefallen zu bitten. Oft wird die eigene Leistung nicht anerkannt, weil man sich nicht hervortun will. Das ist ärgerlich. Wer jedoch Selbstvertrauen besitzt und sich seiner Fähigkeiten bewusst ist, kann neue Erfahrungen machen, mehr leisten und sich besser durchsetzen.

Sei ein Fan von dir
Du wirst automatisch interessant für andere, wenn sie merken, dass du dich selbst cool findest. Also versuch nicht so zu sein wie jemand anders, sondern zeig deine ganz persönlichen Stärken. Und davon gibt es bestimmt viele, da bin ich mir sicher. Denke nicht immer an das, was du nicht bist, sondern an das, was du bist! Sonst bekommst du vielleicht gar nicht mit, wie gut du mit deiner zurückhaltenden Art ankommst...

Positive Phantasien
Wenn du dir schon so viele Gedanken machst, dann nutze deinen Kopf für sinnvolle Phantasien. Stell dir eine Situation vor, in der du dich unwohl fühlst. Etwa eine Party, auf der du gerne jemanden ansprechen würdest. Mal dir aus, wie du diese Person anlächelst und ihr beide in einen netten Smalltalk kommt. Oder wie du selbstbewusst ein Referat vor der Klasse hältst und alle gebannt zuhören. Stell dir solche Szenen immer wieder vor. Übrigens: Wie oft sind deine Horrorvorstellungen denn tatsächlich eingetreten?

Talken üben
Angst den Mund aufzumachen? Smalltalk kann man üben. Gelegenheit dafür bietet sich an jeder Ecke. Wenn jemand neben dir im CD-Regal stöbert: „Hey, die sollen echt klasse sein. Hast du schon reingehört?“ Oder auf der Party: „Sag mal, weißt du, wo noch Getränke sind?“ Übung macht bekanntlich den Meister. Und du musst nicht jeden Talk mit einer super witzigen Bemerkung beginnen. Oder erwartest du das etwa auch von anderen? Es gibt keinen Grund, dich härter zu beurteilen als andere.

Plaudertricks
Zwei Dinge, die immer gut kommen, wenn du mit jemandem plaudern willst: Lächeln und Augenkontakt. So sammelst du jede Menge Sympathiepunkte. Was du sagst ist zweitrangig. Mache kleine Komplimente: „Cooles Shirt, gefällt mir“. Sag aber nur Sachen, die dir wirklich angenehm auffallen. So gewinnst du die Person schnell für dich und er/sie ist vielleicht sogar etwas verlegen. Sage, was dir durch den Kopf geht, und nicht das, was du meinst sagen zu müssen. Es sei denn, du willst Schauspieler werden und übst schon mal an deinen Freunden.

Steh zu deinen Schwächen
Gib deine Angst zu. Du musst etwas vortragen und bist total aufgeregt? Überspielen hilft da meist kaum. Warum nicht zu deiner Furcht stehen? Die anderen können nur Rücksicht auf dich nehmen, wenn sie wissen was mit dir los ist. „Sorry, ich bin total aufgeregt, aber ich gebe mein Bestes“. So kommst du blöden Kommentaren zuvor und kannst alle mit deinem Vortrag positiv überraschen. Tipp: Langsam sprechen und Augenkontakt mit einer vertrauten Person halten.

Kneifen ist tabu
Sich einer Situation zu stellen, ist ganz wichtig. Wenn du kneifst, fühlst du dich als Verlierer, und dein Selbstbewusstsein wandert noch tiefer in den Keller. Wenn du dich aber deiner Angst stellst und sie überwindest, fühlst du dich danach umso besser, bist gestärkt und siehst: So schlimm war das Referat ja gar nicht.

Hinfallen passiert
Wenn du mal zurückgewiesen wirst oder eine schlechte Erfahrung machst, fühlst du dich zunächst in deinem Schwarzsehen bestätigt. Hab ich’s doch gewusst! Aber Hey, das ist ganz normal und gehört zum Leben. Man kann und muss nicht von allen gemocht werden. Magst du etwa jeden? Hast du dich zum Affen gemacht, denkt bestimmt drei Tage später keiner mehr dran – außer dir vielleicht. Denn die Welt hat sich inzwischen weiter gedreht.

Verhalten nachspielen
Du wirst alleine mit deinem Problem nicht mehr fertig? Dann kann dir eine Verhaltenstherapie helfen. Dort trainierst du die Situationen, die dir Angst machen, und lernst, mit negativen Gedanken umzugehen. Schreibe auf, in welchen Situationen du dich unsicher und ängstlich fühlst. Wovor hast du wirklich Angst? Was könnte passieren? Mach eine Liste. Es hilft oft schon, die Ängste beim Namen zu nennen. Erst wenn du genau weißt, wovor du dich fürchtest, kannst du deine Schüchternheit erfolgreich überwinden.

[TK]

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung