Mobbing in der Schule

Angst vor Mitschülern

published: 13.09.2005

Zwischen drei und fünf Prozent aller Schüler werden gemobbt, schätzen Experten (Foto: TK) Zwischen drei und fünf Prozent aller Schüler werden gemobbt, schätzen Experten (Foto: TK)

Schule - eine "heile Welt"?
Die Schule sollte ein Ort der Freude, des Lernens und der Muße sein. Nicht umsonst leitet sich der Name vom Altgriechischen "schole" ab. So bezeichneten die wohlhabenden Bürger des antiken Griechenlands das "Innehalten bei der Arbeit" - die Zeit, in der sie sich schönen Dingen des Lebens zuwenden konnten - vor allem der Bildung. Leider sieht die Realität heute oft anders aus. Leistungsdruck und Stress können den Tag in der Schule ganz schön vermiesen. Wenn dann noch Ärger und Streit dazu kommen, möchte man am liebsten gar nicht mehr zur Schule gehen. Der 15-jährige Max kann ein Lied davon singen.

Viele gegen einen
Heute wie fast jeden Morgen vor dem Unterricht fangen ihn zwei Mitschüler ab. Sie sind groß und kräftig und viel stärker als er. Kevin und Ulf heißen sie. Sie schubsen ihn von einem zum anderen. ”Ey, gestern habe ich deine Mutter gesehen. Die hat mit irgend einem Penner in ‘nem Hauseingang rumgemacht!”, ruft Kevin und stößt Max gegen einen Zaun ”Kein Wunder, dass du so ein Schwächling bist – das war bestimmt dein richtiger Vater!” Die beiden lachen. Max tun die Schultern und der Magen weh, es dreht sich alles. Ulf reißt ihm die Tasche vom Rücken und kippt sie um. Die Bücher knallen auf den Gehweg und verknicken, Stifte kullern über den Bürgersteig. Das Englisch-Heft mit den Hausarbeiten nehmen sie mit, dann lassen sie ihn in Ruhe.

”Wie vorgestern”, denkt Max. Da waren sie zu sechst, haben ihm das neue Vokabelbuch aus dem Rucksack gerissen und er stand im Englisch-Unterricht mit leeren Händen da. Als er heute schon wieder etwas ”vergessen” hat, ist Frau Blücher richtig sauer. ”In letzter Zeit kann man sich gar nicht mehr auf dich verlassen”, sagt sie. Ulf schaut verächtlich rüber. Einer von Kevins Freunden murmelt halblaut: ”Der hat ja gar nichts drauf”. Auch die anderen in der Klasse gucken Max mittlerweile genervt an. Erzählt hat er noch niemandem, was wirklich abgeht. Einerseits will er nicht wie ein Waschlappen dastehen. Und andererseits: Wer wird ihm schon glauben?

Mobbing – was ist das überhaupt?
Was Kevin und Ulf mit Max machen, nennt man Mobbing. Dieser Ausdruck geht auf das englische ”to mob” zurück – das heißt ”anpöbeln, überfallen”. Unter dem Begriff ”Mobbing” versteht man die von mehreren ausgeübte und über einen längeren Zeitraum andauernde Schikanierung und Ausgrenzung eines Einzelnen. Mobbing ist Psychoterror - systematische Gewalt, die jemandem angetan wird, der sich nicht wehren kann. Die Gewalt erfolgt subtil oder offen. Der Schüler oder die Schülerin wird psychisch und/oder körperlich fertig gemacht: beschimpft, verprügelt oder sogar sexuell genötigt. Auch das Verbreiten von Gerüchten, das links Liegenlassen oder genervtes Raunen und Stöhnen, wenn der Betroffene redet, gehören manchmal zum Mobbing dazu.

Mobbing-Folgen
Max fällt es seit vier Monaten schwer einzuschlafen. Er hat Alpträume und fühlt sich morgens wie gerädert. Im Unterricht kann er sich kaum konzentrieren und große Lust, mitzumachen und sich anzustrengen, hat er längst nicht mehr.

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Links

Hilfreiche Links: www.klimaev.de
www.schueler-mobbing.de
www.kidsmobbing.de

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