Mädchen verstehen

Wesen vom anderen Planeten?

published: 13.09.2005

Mädchen - Wesen mit eigenem Wörterbuch? (Foto: Sheftsoff Stock Photo/shutterstock.com) Mädchen - Wesen mit eigenem Wörterbuch? (Foto: Sheftsoff Stock Photo/shutterstock.com)

Mädchen – die Wesen vom anderen Planeten?
“Hast du gesehen, was Lara heute an hatte ...”, lästert Katharina und wickelte die Telefonschnur um den Finger. Timo verdreht genervt die Augen und dreht sich zur Wand. Eben noch hatten er und Katharina auf dem Bett gelegen, er hatte ihren Kopf gestreichelt und sie getröstet. Denn eigentlich war Katharina noch vor wenigen Minuten kreuzunglücklich gewesen, weil sie in Mathe eine Fünf bekommen hatte. Zahlen und schlechte Gedanken schienen aber im Nu verflogen, als das Telefon klingelte und Nina, Katharinas beste Freundin anrief, um mit Katha den neuesten Schulklatsch auszutauschen. “Weiber”, schnaubt Timo. Er versteht die Welt nicht mehr. Nein, er versteht Katharina nicht mehr. Hat er sie überhaupt je richtig verstanden? Seit zwei Monaten sind die beiden ein Paar, sie haben die Nächte durchgequatscht und telefonieren jeden Tag mindestens drei Mal, aber manchmal kommt ihm Katharina vor, als wäre sie von einem anderen Planeten.

Eine Laune der Natur?
Dass Katharina sehr traurig über die schlechte Note ist, ist verständlich. Genau wie jedes andere Mädchen nachvollziehen kann, wie sehr einen der Anruf der besten Freundin oft aufheitert. Für Jungs bedeutet dies: Verwirrtheit! Denn anders als Mädchen, denken Jungs analytisch. Dadurch haben sie zwar einen guten Orientierungssinn, aber Stimmungen bleiben ihnen trotzdem ein Rätsel. Der Grund liegt zum einen darin, dass die Sinnesorgane beim weiblichen Geschlecht feiner arbeiten, weswegen Mädchen mehr Gerüche, Töne, Blicke und Bewegungen wahr nehmen als die männliche Fraktion. Man(n) konzentriert sich lieber auf das Wesentliche. Die Stimmung einer Frau wird von so vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, dass sie sich von einem Moment auf den anderen ändern kann.

Ein Wörterbuch für Frauen?
Dass es zwischen Mann und Frau gelegentlich Kommunikationsprobleme gibt, ist nichts Neues. Frisch auf dem Markt ist allerdings ein Wörterbuch für den Mann mit dem Titel “Deutsch – Frau, Frau – Deutsch”, erschienen im Langenscheidt-Verlag (ISBN: 3468731221). Die Problematik ist also aktueller denn je. Timo kann ein Lied davon singen. “Mädchen denken irgendwie immer um die Ecke. Können sie nicht einmal klipp und klar sagen, was sie wollen?”, hat Malte neulich geschimpft und Timo konnte nur zustimmend nicken. Wie viel einfacher wäre es doch, wenn Katharina die Dinge einfach mal beim Namen nennen würde. Wie neulich, als sie damit anfing, dass sie und er ja schon ewig nichts mehr gemeinsam unternommen hätten. Als er darauf nicht reagierte, sagte Katha, dass sie auch mal was für ihre Figur tun müsse. Timo hatte daraufhin genickt, weshalb es einen riesigen Krach gab, weil Katharina auf einmal der Meinung war, Timo würde sie zu dick finden und hätte deswegen keine Lust, etwas mit ihr zu unternehmen. Dabei wollte sie doch nur mal wieder mit ihm ins Schwimmbad. Das kam aber erst nach dem Streit heraus. Katharina findet dann, dass Timo unsensibel sei. Und Timo ist genervt. Es ist eben nicht das erste Mal, dass die beiden aneinander vorbeireden.

Kennen Mädchen den richtigen Weg?
Zwei Dinge scheinen so wenig zusammen zu passen, wie ein Tennisschläger zum Fußball: Mädchen und Landkarten. Irgendwie klappt das nicht. “Das liegt daran, dass wir Frauen intuitiv denken. Ihr Männer könnt das durch euer analytisches Denken viel besser”, hat Timos Mutter neulich gesagt, als sie dem Vater mal wieder den falschen Weg zu einem Geschäftspartner erklärt hatte. Und sie hat recht. Bei Männern findet das Denken in der linken und rechten Gehirnhälfte sehr getrennt statt, während beim weiblichen Gehirn beide Hälften stark miteinander vernetzt sind. Dadurch verknüpfen Frauen Gedanken mit Gefühlen, Wissen und Erinnerung – sich dabei auf das Wesentliche zu konzentrieren fällt schwer. Männer haben es da einfacher. Dafür punkten Frauen in Bereichen wie Sprachen und bei kreativen Aspekten.

Können Schuhe glücklich machen?
Spätestens seit “Sex And The City” weiß auch der letzte Typ, dass Mädels nicht ohne Schuhe leben können. Warum das so ist, bleibt aber ein Rätsel. Timo hat neulich in einem Artikel gelesen, dass Frauen Schuhe als Schmuckstücke betrachten und dass das richtige Paar am Fuß hilft, gut drauf zu sein und mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Zuerst fand Timo dies absurd, aber dann fiel ihm ein, dass Männer eben eher Autos oder Fußballtrikots verehren. So hat jedes Geschlecht sein Gebiet. Nur dass Männer sich nicht ständig neue Dinge kaufen und dabei Stein und Bein schwören, dass sie es ganz dringend brauchen. Genau wie Katharina, die vor jedem Paar, das ihr gefällt, stehen bleibt und zu Timo sagt: “Solche Schuhe habe ich noch gar nicht. Und ich brauche sie unbedingt, denn nur die kann man zur aktuellen Hosenlänge tragen.” Timo denkt dann an die zehn anderen Paare in Katharinas Schrank, die er kaum kennt, weil es erstens so viele sind und Katharina sie zweitens kaum trägt. Aber das hat wahrscheinlich auch wieder was mit den feinen Sinnen der Frau zu tun, und mit ihren Gefühlen. Schließlich wird mit jedem Paar eine ganz besondere Erinnerung verknüpft, und die wird nicht einfach weggeworfen – selbst wenn die Sohle schon ein Loch hat und die Schnürsenkel in Fetzen herabhängen...

Was steckt hinter dem Toilettengeheimnis?
Ein anderes Kuriosum, das nicht nur Timo bei seiner Freundin beobachtet, ist die Sache mit der Toilette. “Warum gehen Frauen immer zu zweit aufs Klo?”, hat Timo dann auch schließlich einmal direkt gefragt. “Ganz einfach”, hatte Katharina lachend geantwortet, “man tauscht sich über Sachen aus und kontrolliert gegenseitig die Frisur und das Make-up.” Mädchen sind von Natur aus unsicherer als Jungs. Auch wenn bei den Kerlen das Selbstbewusstsein oft nur Fassade ist, fehlt vielen Mädels diese Schutzschicht. Die holen sie sich quasi bei der besten Freundin. Diese Unsicherheit ist übrigens auch der Grund für ein anderes Phänomen, das Männer oft die Köpfe schütteln lässt:

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung