Geschlechtskrankheiten

So kann man vorbeugen

published: 13.09.2005

Kondome sind ein wichtiger Schutz vor Geschlechtskrankheiten (Foto: Public Address) Kondome sind ein wichtiger Schutz vor Geschlechtskrankheiten (Foto: Public Address)

Die Geschichte beginnt meistens ganz nett: Spanienurlaub, die Nacht durchgetanzt, Knutschen bei Sonnenaufgang. Und endet gefährlich: Sex, Kondom vergessen, "Mir wird schon nichts passieren!" gedacht. Wieder zu Hause angekommen, merkt man dann, dass man sich ein "Urlaubsandenken" der ganz besonderen Art mitgebracht hat: eine Geschlechtskrankheit. Und die Folgen können nicht nur schmerzhaft, sondern auch lebensbedrohlich sein! Besonders bei spontanem Sex mit Unbekannten sollte man nie auf ein Kondom verzichten. Es empfiehlt sich sogar, Kondome in Kombination mit einer Spermien abtötenden Salbe zu benutzen. Wer trotzdem ungeschützten Sex hat, sollte - auch ohne Beschwerden - sicherheitshalber zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Ein Arzt klärt auch auf über sicheren Sex, Geschlechtskrankheiten und Prävention.

Was sind die häufigsten Geschlechtskrankheiten und wie werden sie erkannt?

Syphilis (Lues) und Tripper (Gonorrhoe) gehören zu den so genannten klassischen Geschlechtskrankheiten. Bei der Syphilis entsteht ungefähr drei Wochen nach der Ansteckung ein erbsengroßes, schmerzloses Geschwür, das wieder abheilt. Monate nach der Infektion tritt Stadium zwei ein: ein Hautausschlag am ganzen Körper mit nässenden Stellen, die hochinfektiöse Syphilis-Erreger freisetzen. Die Symptome kehren in immer größeren Abständen wieder. Erste Symptome eines Trippers sind Schmerzen beim Wasserlassen und eitriger Ausfluss. Bei Frauen verläuft die Erkrankung zur Hälfte unbemerkt. Es kann jedoch zu einer Entzündung der Unterleibsorgane kommen (Gefahr der Unfruchtbarkeit). Sowohl Syphilis als auch Tripper sind heute aber mit Antibiotika einfach zu heilen.

Chlamydien, genitale Warzen und Herpes stellen heute bei uns ein weitaus größeres Problem dar. Chlamydien-Infektionen sind im Grunde leicht zu behandeln. Das Problem ist nur, dass die meisten Menschen, die sich angesteckt haben, gar nichts davon wissen. Die Bakterien können sich jahrelang im Organismus verbergen und zeigen sich erst, wenn die Körperabwehr durch eine Krankheit oder extremen Stress geschwächt ist. Bei Männern sind typische Anzeichen Brennen beim Urinieren sowie eventuell ein eitriger Ausfluss. Bei Frauen sind häufige Unterbauchschmerzen ohne erkennbare Ursache sowie Zwischenblutungen typische Beschwerden. Die sollten jedoch schnell von einem Arzt behandelt werden. Erst eine unbehandelte Infektion führt zu ernsten Krankheiten!

Bei genitalen Warzen (Feigwarzen) handelt es sich um eine Infektion, die ebenfalls durch Sexualkontakt übertragbar ist. Einige Stämme dieser Viren werden neben weiteren Faktoren für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht. Die Behandlung genitaler Warzen (sehen meist rosenkohlähnlich oder flach aus) erfolgt sehr unterschiedlich: Betupfen mit ätzenden Lösungen, Verschorfung oder Entfernung mittels Laser.

Das Unangenehme an Herpes genitalis ist, dass man die Krankheit zwar rasch zum Abheilen bringen kann, es sich aber häufig nicht verhindern lässt, dass sie immer wieder kommt. Im befallenen Bereich bilden sich auf Haut und Schleimhaut brennende und juckende Bläschen, die aufplatzen und virushaltige Flüssigkeit austreten lassen. Dann bilden sich kleine Geschwüre, die verschorfen und abheilen. Antivirale Medikamente können den Ausbruch lindern und die Krankheitsschübe abkürzen.


AIDS ist die gefährlichste aller Geschlechtskrankheiten und wird durch das HI-Virus (Humanes Immunschwäche-Virus) ausgelöst. AIDS greift das Abwehrsystem des Körpers an und zerstört es. Das bedeutet, dass sich HIV-Infizierte sehr leicht anstecken und an Krankheiten sterben können, die auf gesunde Menschen keine schwer wiegenden Auswirkungen haben. Das Virus befindet sich in den Körperflüssigkeiten, unter anderem in Sperma und Scheidensekret, und wird durch kleine Verletzungen in den Geschlechtsorganen, die während des Geschlechtsverkehrs entstehen können, übertragen. Die Beschwerden sind recht unterschiedlich: Fieber, Durchfall, nächtliches Schwitzen, Gewichtsabnahme, allgemeines Unwohlsein oder geschwollene Lymphknoten. Es gibt auch Patienten, die keine Beschwerden haben. Die Diagnose wird anhand der HIV-Körper im Blut gestellt. Die Blutprobe erweist sich aber in der Regel erst sechs bis zwölf Wochen nach der Infektion als positiv. In diesem Zeitraum kann man also ein negatives Ergebnis haben, obwohl man schon infiziert ist. Deshalb ist es so wichtig, dass der HIV-Test so schnell wie möglich durchgeführt und nach drei Monaten wiederholt wird (Bestätigungstest). Es gibt keine Heilung für HIV/AIDS. Je früher jedoch die Diagnose gestellt wird, desto eher sind die Ärzte in der Lage, zu helfen. Es gibt heute effektive Medikamente, die die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung steigern.

[TK]

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