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Schimmel

Nicht nur ein optisches Problem

published: 05.10.2005

Schimmel in der Wohnung ist bei Weitem nicht nur ein optisches Problem (Foto: jocic/shutterstock.com) Schimmel in der Wohnung ist bei Weitem nicht nur ein optisches Problem (Foto: jocic/shutterstock.com)

Kein harmloses Pferdchen
“Der Winter wird wieder furchtbar, da werden wir Pfützen auf dem Boden haben und unter ständigen Schniefnasen leiden”, seufzt meine Freundin Eva und zieht die Stirn kraus. Sie ist ziemlich genervt und hat auch ein bisschen Angst. Der Grund: In der Wohnung, in der Eva seit einem Jahr mit ihrem Freund wohnt, schimmelt es. Klammheimlich haben sich die Sporen in ihre vier Wände geschlichen, sich unter der Fußleiste ausgebreitet, das Holz verrotten lassen und dunkle Flecken auf der weißen Tapete hinterlassen.

Ein optisches Problem?
Schimmel an den Wänden oder hinter Möbeln sieht nicht nur unschön aus, sondern kann sich auch negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Daher auch die Schniefnasen von Eva und ihrem Freund. “Nicht nur Schnupfen gehört zu den Symptomen”, ergänzt meine Freundin, die sich bereits im Internet schlau gemacht hat, “auch Allergien, Augenbrennen, Atemnot, Husten und Niesanfälle können ein Hinweis darauf sein, dass einem der Schimmel zu schaffen macht.” Treten solche Beschwerden auf, ist es wirklich höchste Eisenbahn, etwas gegen den ungebetenen Gast zu unternehmen. Das wissen auch Experten.

Ein anspruchsvoller Gast?
Schimmel ist kein anspruchsvoller Gast: Der Pilz begnügt sich schon mit ein bisschen Feuchtigkeit, wie sie in jeder Wohnung vorkommt. Die Feuchtigkeit produzieren wir Menschen selbst. Wenn wir duschen, abwaschen, Wäsche aufhängen, ja sogar wenn wir atmen, wird feuchte Luft an die Umgebung abgegeben. Bei einem Vier-Personen-Haushalt werden täglich durchschnittlich acht bis 15 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben. Der Mensch selbst gibt etwa einen bis 1,5 Liter an die Luft ab. Kann die Feuchtigkeit nicht entweichen, sammelt sie sich an den Wänden oder hinter Möbelstücken und stellt quasi die Einladungskarte für den Schimmelpilz dar. Die Luftfeuchtigkeit sollte in einem Raum maximal 60 Prozent betragen - ist sie höher, ist die Luft zu feucht. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem Hygrometer messen, das es im Handel für wenige Euro gibt. Auch kalte Wände begünstigen Schimmelpilzbefall, da Wasser in der Luft an diesen Stellen kondensiert und als Wasser ausfällt. Über 120.000 Schimmelpilzarten sind bekannt und ihre Gifte sind alles andere als harmlose Gastgeschenke.

Den Gast rauswerfen?
Wenn Gäste sich nicht benehmen, sollte man sie aus dem Haus werfen. Der Schimmelpilz gehört definitiv zu den Gästen, die man nicht in seinen vier Wänden beherbergen sollte. Zum Glück ist es ganz einfach, dem Schimmelpilz gar keine Einladung zukommen zu lassen bzw. ihm einfach die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Das Zauberwort heißt Lüften und ist gerade im Winter besonders wichtig. Denn vor allem in gut abgedichteten Neubauten oder in Altbauten mit neuen Fenstern hat die feuchte Luft sonst keine Chance zu entweichen. Dabei geht es nicht darum, die Fenster immer auf Kipp zu haben. Schaffe lieber mehrmals täglich für wenige Minuten ordentlich Durchzug!

Die Fenster auf Durchzug stellen
Wer auf Dauerlüftbetrieb setzt, sorgt nämlich dafür, dass Wände und Möbel auskühlen und genau das soll ja vermieden werden. Deswegen lieber kurz, aber gründlich lüften. Drei bis vier Mal am Tag zehn Minuten Stoßlüften sind schnell erledigt und sorgen für eine frische, schimmelfreie Raumluft. Bei Durchzug reichen durchschnittlich drei Minuten, um für einen kompletten Luftaustausch im Zimmer zu sorgen. Der erste Lüftungsdurchgang sollte gleich morgens nach dem Aufstehen stattfinden; dies hat für den Menschen außerdem einen netten Wachmacher-Nebeneffekt. Nach dem Duschen oder Kochen sollte man ebenfalls sofort lüften und das nach etwa einer Stunde wiederholen. Das Nachlüften hilft, die Feuchtigkeitswerte erheblich zu normalisieren. An milden Tagen sollte man häufiger lüften als an Tagen, an denen es draußen bitterkalt ist. Faustregel: Wenn es drinnen kühl ist, wird häufiger gelüftet, als wenn es draußen kalt ist. Übrigens: Auch bei Regen solltest du die Fenster nicht geschlossen lassen! Außenluft ist generell immer trockener als die Luft drinnen.

Dem Schimmel Beine machen
Feuer unterm Hintern macht man dem Schimmelpilz auch mit richtigem Heizen. Die Innentemperatur von Außenwänden sollte nicht unter 16 Grad Celsius liegen. Zu Räumen, die weniger beheizt werden, unbedingt die Türen geschlossen halten. In Wohnzimmer und Küche sollte die Raumtemperatur etwa 20 Grad betragen, in 17 Grad kühlen Schlafzimmern schläft es sich besonders entspannt und das Badezimmer fühlt sich bei 21 Grad Celsius am wohlsten.

Was man sonst noch tun kann ...
Möbel verrücken. Hört sich im ersten Moment komisch an, macht aber Sinn. Denn nur, wenn warme, trockene Luft alle Wandflächen erreichen kann, hat Schimmel keine Chance. Also alle Regal und Schränke einige Zentimeter von der Wand abrücken und die Wände nicht komplett mit Möbeln voll stellen. Auch Zimmerpflanzen können zur Schimmelbildung beitragen. Auf Blumenerde können sich Millionen von Sporen ausbreiten. Schnelle Abhilfe: Die Pflanzen in Granulat umtopfen und die Blumenerde nach draußen verbannen. Rauch und Dreck bieten dem Schimmelpilz ein delikates Mahl: Wer seine Wände sauber hält, kann dem vorbeugen. Generell sollte außerdem jegliche Bildung von Feuchtigkeit vermieden werden. Trocke Wäsche also möglichst draußen oder im Keller. Elektrische Lüfter sorgen in Bad und Küche für trockene Luft.

Bei Schimmelbefall: Hilfe vom Amt
Bildet sich trotz richtigen Verhaltens Schimmel, kann der Pilzbefall baubedingte Ursachen haben. In diesem Fall solltest du unbedingt das Gesundheitsamt und den Vermieter verständigen. Das Amt kann den gesundheitsbedenklichen Schaden aufnehmen und bestätigen. Dem Vermieter muss dann eine Frist zur Beseitigung gesetzt werden. Sollte der sich weigern, hat ein Mieterverein hilfreiche Tipps für dich.

Hilfe gegen Evas Schniefnase
Eva hat sich gründlich informiert, doch alles richtige Lüften und Heizen hilft nichts: die Wohnung schimmelt. Inzwischen weiß Eva auch, warum. Ihr Neubau ist zu gut abgedichtet und durch Baumängel haben sich so genannte Wärmebrücken gebildet. Der Vermieter muss den Schaden beheben. Bis dahin kann Eva die Miete kürzen. “Aber”, so Eva, “Geld zu sparen ist nichts, wenn die Gesundheit darunter leidet. Wenn es noch lange dauert, suchen Michi und ich uns eine neue Bleibe.” Doch noch ist Eva guter Dinge, dass der ungebetene Gast zuerst das Feld räumt.

[TK]

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