Unterstützt die Aktion Ausbildung! - Regina Halmich  (Foto: Public Address)Unterstützt die Aktion Ausbildung! - Vanessa Petruo  (Foto: Public Address)Erbrechen für ein Schönheitsideal? (Foto: Lars Zahner/shutterstock.com)Werde auch du rauchfrei (Foto: Public Address)Eine effektives Zeitmanagement ist Grundlage für organisiertes Arbeiten (Foto: Seroff/shutterstock.com)Julia Hummer (Foto: Public Address)Yvonne Catterfeld (Foto: Public Address)

Depressionen

Wie gehe ich damit um?

published: 06.12.2005

Wenn die Seele leidet, hat das oftmals Auswirkungen auf den Körper (Foto: TK) Wenn die Seele leidet, hat das oftmals Auswirkungen auf den Körper (Foto: TK)

Natürlich kann man nicht immer nur fröhlich sein und sich gut fühlen. Was aber, wenn man vielleicht gar nicht weiß, warum man traurig ist? Wenn es einem so schlecht geht, dass man Angst bekommt und glaubt, das werde sich nie mehr ändern? Wenn die Seele leidet, hat das oftmals Auswirkungen auf den Körper: man wird krank. Viele ziehen sich dann zurück, haben kaum Selbstvertrauen und glauben, mit keinem über ihre Probleme reden zu können. Doch Dr. Karin Anderson weiß einen Ausweg und hat Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen.

* Ich weiß nicht ob es anderen auch so geht, aber ich habe Phasen, in denen ich mich absolut sch… fühle. Dann bin ich grundlos traurig, depressiv und habe Selbstmordgedanken. Warum geht mir das ständig so? Nichts klappt, obwohl ich mich echt anstrenge. Ich weiß nicht mehr weiter.
„Es gibt kaum einen Menschen, dessen Stimmung immer gleichmäßig ausgeglichen und optimistisch ist. Jeder kennt Tage, an denen er am liebsten gar nicht aufstehen mag, weil alles so grau in grau erscheint und nichts Freude macht.Unsere Laune und unser Lebensgefühl werden nicht nur von positiven oder negativen Ereignissen beeinflusst, die in unserem Leben passieren, sondern auch von chemischen Reaktionen, die sich in unserem Körper abspielen.
Depressionen als Reaktion auf Krisen und Trennungen gehören zu unserem Leben dazu. Wir sind traurig, wenn ein lieber Mensch oder ein Lieblingstier gestorben ist, wir sind verzweifelt, wenn wir von unserem Liebsten verlassen werden, und wir sind mutlos und niedergeschlagen, wenn wir plötzlich unseren Job verlieren.
Unsere Psyche wird aber auch von bestimmten Hormonen in unserem Gehirn beeinflusst, die entweder durch körperliche Veränderungen oder durch tages- oder jahreszeitliche Rhythmen ausgelöst werden. Die von Eltern gefürchtete "Unausstehlichkeit" ihrer Teenage-Töchter, die Launenhaftigkeit während der Regel, der "Babyblues" nach der Entbindung, die berüchtigte Morgenmuffeligkeit und die Wintermüdigkeit sind Beispiele dafür.Darüber hinaus sind wir aber auch noch mit Erbablagen ausgestattet, die unsere Reaktionsweise auf äußere und innere Einflüsse mitbestimmen.

Während einige Menschen von Haus aus ein so genanntes "dickes Fell" haben, und so leicht nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen sind, haben andere Menschen eine ausgesprochen "dünne Haut" und sind sehr viel leichter aus der Bahn zu werfen.
Stärkere Stimmungsschwankungen sind bei jungen Leuten typisch und gewissermaßen an der Tagesordnung. Sie werden durch die tief greifenden hormonellen und körperlichen Veränderungen während der Pubertät ausgelöst. Dabei neigen Mädchen eher zu Depressionen als Jungen. Wenn du depressiv bist, siehst du alles durch eine graue Brille, hast zu nichts Lust, fühlst dich wie gelähmt, ziehst alles in Zweifel und möchtest dich am liebsten den ganzen Tag ins Bett verkriechen.
Zum Glück sind solche Phasen bei Jugendlichen meist nur vorübergehend und klingen nach ein paar Tagen wieder ab. Daneben gibt es aber leider auch noch die echten Depressionen, die wochenlang anhalten und alle Lebensbereiche beeinträchtigen. Jungen und Mädchen, die an solchen Depressionen leiden, verlassen ihr Zimmer tagelang nicht, gehen nicht zur Schule oder können sich nicht auf den Unterricht konzentrieren, sodass ihre Leistungen in den Keller gehen. Sie fühlen sich wie unter einer Glasglocke, von allem abgetrennt, sie können weder Freude noch wirkliche Traurigkeit fühlen, sondern spüren nur noch eine Leere. Das ganze Leben erscheint ihnen schließlich sinnlos, und sie glauben möglicherweise, dass sie eh niemand vermissen würde, wenn sie nicht mehr da wären...

Hält deine depressive Stimmung ein paar Tage lang an, und verschwindet dann wieder? Geht es dir besser, wenn deine Freundin anruft, oder ein Freund dich zum Kinobesuch auffordert? Lässt du dich ablenken, wenn du deine Lieblingssendung im Fernsehen siehst, oder deine Lieblingsmusik hörst? Fühlst du dich wohler, nachdem du mit anderen über deine Probleme geredet hast? Sind deine Selbstmordgedanken nur gelegentliche flüchtige Einfälle? Dann geht es dir wie vielen jungen Leuten, deine depressiven Phasen sind nicht Besorgniserregendes, sondern werden irgendwann ganz von allein verschwinden. Das Beste, was du dagegen tun kannst, ist Ablenkung. Auch wenn du dich lustlos oder lahm fühlst und irgendwie nichts zu klappen scheint, überwinde deine innere Blockade und verabrede dich. Unternimm etwas mit deinen Freunden. Schließ’ dich einer Gruppe an, die dieselben Interessen teilt, sei aktiv. Tu dir etwas Gutes und verwöhn dich, ein Friseurbesuch oder ein ausgedehntes Luxusbad mit Lieblingsbuch und Lieblingsmusik kann deutlich antidepressiv wirken.
Wenn du aber wochenlang nicht aus deinem Stimmungstief herauskommst, wenn es dir morgens deutlich schlechter als abends geht, wenn dich überhaupt nichts berühren kann, wenn du dich zu gar nichts mehr aufraffen kannst, wenn deine Schulleistungen stark nachgelassen haben, wenn du in deinem Zimmer sitzt und stundenlang ins Leere starrst, wenn du dich nicht mehr mit deinen Freunden treffen willst, wenn du kaum noch Appetit hast und schlecht schlafen kannst, und vor allem, wenn du Selbstmordfantasien hast, die dich nicht mehr loslassen, dann leidest du wirklich unter einer Depression, die ärztlich behandelt werden muss. Bei solchen Symptomen laufen bestimmte Reaktionen im Gehirnstoffwechsel ab, die von antidepressiven Medikamenten unterbrochen werden müssen, damit die Depression geheilt werden kann.“

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung