Promi-Statement

Vaile

published: 19.02.2006

Unterstützt die Aktion Ausbildung! - Vaile (Foto: Public Address) Unterstützt die Aktion Ausbildung! - Vaile (Foto: Public Address)

Vaile unterstützt die Aktion Ausbildung!, mit der bis August 2006 zusätzlich bis zu 10.000 Ausbildungsplätze geschaffen werden sollen.
Die 25-jährige Berliner Musikerin und Schauspielerin veröffentlicht am 24. Februar ihr zweites Album “Red Rain”. Vaile studierte Schauspiel in Hamburg und New York. Im vergangenen Jahr schrieb sie die Musik für die Musical-Produktion „Das Feuerzeug“ am Mecklenburgischen Landestheater.
Seit dem 24. Januar ist sie in der täglichen ARD-Soap „Marienhof“ zu sehen.

· Was für eine Ausbildung hast du eigentlich genau gemacht?
Vaile: „Schauspiel, drei Jahre in Hamburg, im Bühnenstudio der darstellenden Künste. Und dann habe ich noch ein Jahr in New York studiert. Das war echt der Hammer. Aber das muss man sich leisten können (lacht) – deshalb habe ich gekellnert. Ich hatte aber das Glück, während ich die Ausbildung gemacht habe, eine Hauptrolle im Theater des Westens zu spielen, und das wurde natürlich auch gut bezahlt. Dann hab ich praktisch alles, was ich da verdient habe, mit nach New York genommen und auch ausgegeben (lacht). Hinterher war ich wieder pleite. Aber das hat sich dann beruhigt.“

· Dann hast du ja richtig viel in deine Ausbildung investiert!
„Ja, absolut! Ich habe viel in Workshops investiert und nehme auch jetzt immer noch regelmäßig Unterricht. Ich nehme die ganze Zeit Tanz- und Gesangsunterricht. Wenn man es ernst meint im Bereich Schauspiel und Gesang, dann muss man da dran bleiben. Zu denken, ‚ich mache drei Jahre lang eine Ausbildung und dann bin ich Schauspielerin’, ist einfach Quatsch.“


· Warum ist deiner Meinung nach eine Ausbildung wichtig?
„Um sich zu orientieren, spontan gesagt. Das kommt auch darauf an, wie lange man zur Schule geht und wie schnell man erwachsen wird. Ich durfte beispielsweise langsam erwachsen werden, wurde nicht von zuhause aus gezwungen mit 15 den Hauptschulabschluss zu machen und dann gleich in eine Lehre zu gehen. Ich habe gerade in Berlin viele Mädchen kennen gelernt, die sich benehmen müssen wie Erwachsene, weil die Eltern nicht das Geld haben, ihnen ein Studium zu finanzieren. Denen wird knallhart gesagt: ‚Ok, du bist jetzt 16 und kannst eine Lehre machen’. Dann hast du extrem wenig Zeit. Ich konnte bis 18 irgendwie Schule und gemütlich Abi machen und mich dann orientieren. Und ich denke einfach, dass eine Ausbildung umso wichtiger ist, je jünger man ist, um einfach noch länger festen Halt und eine Routine zu haben.“

· Was sind deine konkreten Tipps für Schulabgänger?
„Dadurch, dass die Zeit so schnell geht und alles so schnell wird, orientiert euch schnell! Versucht relativ schnell vor und nicht erst nach eurem Abschluss ein Interesse zu entwickeln und dem nachzugehen. Das heißt ja nicht, dass man für den Rest des Lebens dann Tierarzthelferin oder so sein muss, aber erst einmal eine Ausbildung mit 15, 16 Jahren zu machen, ist eine handfeste Sache, auf die man aufbauen kann. Gerade wenn man kein Abi hat um zu studieren, dann ist das immer eine Sache, auf die man zurückgreifen kann und wo der Arbeitgeber später sieht: ‚Ok, sie hat es da schon geschafft, drei Jahre lang etwas durchzuziehen.“

· Was ist denn dein Appell an die Unternehmen? Warum sollten Unternehmen Arbeitsplätze schaffen?
„Um den Jugendlichen die Zukunftsangst zu nehmen. Was Unternehmen lieber nicht tun sollten, ist, diese armen Azubis auszunutzen und kurz vor Ausbildungsende auf die Straße setzen, wie es zum Beispiel einer Freundin von mir passiert ist. Sie hat zwei Jahre lang eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin gemacht und ist kommentarlos noch vor Abschluss dieser Ausbildungszeit auf die Straße gesetzt worden. Und ich weiß nicht, was sie verbrochen hat. Ich denke, die Arbeitgeber sind in einer erzieherischen Position, wenn sie es mit 15- bis 18-Jährigen zu tun haben. So mit 25 kann man schon sagen: ‚Komm, werd mal erwachsen.’ Aber gerade die Zeit zwischen 15 und 25 ist prägend, und wenn man dann schlechte Erfahrungen macht mit Arbeitgebern, die einen nur ausnutzen und nicht fördern... Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Arbeitgeber müssen Perspektiven schaffen und den jungen Leuten auch sagen, was sie mit ihrer Ausbildung machen können und auf Weiterbildung und Kurse hinweisen. Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt, der vielleicht stärker wahrgenommen werden könnte, von der Seite der Arbeitgeber.“



[PA]

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