Weinen ist wichtig

Wie Tränen helfen

published: 23.12.2006

Weinen ist gesund! (Foto: Irina Malikova/shutterstock.com) Weinen ist gesund! (Foto: Irina Malikova/shutterstock.com)

Hast du nah am Wasser gebaut? Brichst du vor Freunde manchmal in Tränen aus? Bekommst du bei einem romantischen Happy End feuchte Augen und könntest du vor Wut ab und zu heulen? Prima, denn Weinen ist gesund! Tränen sind wichtig, um deine Gefühle zu verarbeiten. Deshalb solltest du sie nicht unterdrücken. Doch wie und warum entstehen Tränen in deinem Körper und welche unterschiedlichen Funktionen haben sie?

Schutz vor Schmutz
Natürlich übernehmen Tränen in erster Linie eine wichtige Aufgabe in deinem Körper: Sie schützen deine Augen und reinigen sie. Die mandelförmige Tränendrüsen am oberen Rand deiner Augenhöhlen produzieren ständig Flüssigkeit. Du klimperst drei bis sechs Mal in der Minute mit den Augenliedern, so werden deine Augäpfel ständig feucht gehalten, ein Schutzfilm entsteht. Ist dein Auge gereizt – durch Staub, einen Luftzug oder eine kleine Fliege – produzieren deine Tränendrüsen mehr von diesem Gemisch aus Fett, Salz, Wasser und Bakterien zersetzenden Stoffen, welches Fremdkörper einfach ausspült.

Wut, Kummer, Freude
Doch Tränen können auch helfen, Ärger, Enttäuschung, Schmerz oder Trauer wegzuspülen. Wobei sie ein Ausdruck ganz unterschiedlicher Gefühle sein können. Auch wenn du dich besonders freust oder gerührt bist heißt es häufig „Wasser marsch!“. Da deine Drüsen im Körper durch das vegetative Nervensystem eng mit deinem Gefühlszentrum im Gehirn verbunden sind, werden deine Augen feucht, wenn starke Emotionen im Spiel sind. So sind Tränen eine ganz natürliche Reaktion. Sie verraten, was in deiner Seele los ist. Weinen wirkt dann befreiend und kann Spannungen lösen. Daher solltest du lernen, zu deinen Gefühlen zu stehen.

Aber: Wer Tränen gezielt einsetzt, damit andere Mitleid haben oder sich schuldig fühlen, ist auf dem falschen Weg. Überlege dir, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, deine Bedürfnisse zu äußern.

Männer weinen nicht?
Die eigenen Gefühle durch Tränen zu zeigen, ist vielen oft peinlich. Lediglich beim Zwiebelschneiden ist heulen „erlaubt“. Und besonders bei Jungs gilt bei der Erziehung immer noch der blöde Spruch: Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Losheulen ist hingegen „typisch Mädchen“. Heulsusen gibt es in jeder Klasse. Doch das Weinen sollte Kindern und besonders Jungs nicht verboten werden. Schließlich möchtest du getröstet werden, wenn du traurig bist. Immer die Zähne zusammen zu beißen, kann krank machen.

„Heulsusen“ leben gesünder
Aber ist es ein Vorurteil, dass Mädchen schneller und häufiger Weinen als Jungs? Forscher des Deutschen Grünen Kreuzes in Marburg stellten fest: Nicht die Erziehung ist verantwortlich, sondern der Hormonspiegel, dass Mädchen gerne mal in Tränen ausbrechen.

Und zwar ist das so: Kinder lassen ihren Tränen meist freien lauf. Das ist ganz natürlich. Bist du zwischen zwölf und 18, passiert im deinem Körper jedoch etwas: In dieser Zeit entwickeln Mädchen im Vergleich zu Jungs einen 60 Prozent höheren Spiegel des Hormons Prolaktin. Das ist ein Stoff, der gefühlsbetonter macht, so kommen leichter die Tränen.

Auch fanden die Mediziner heraus, dass schädliche Stoffe, die bei Wut und Trauer entstehen, beim Weinen einfach weggespült werden. Die Bestandteile der Tränenflüssigkeit können Schmerzen lindern, dich beruhigen und wieder froh machen. Wer dagegen seine Gefühle stets unterdrückt, verstärkt das Risiko für Migräne, Kopfschmerzen und Probleme mit Magen oder Herz.

Unser Tipp: Öfter mal weinen - so lebst du gesünder, fühlst dich befreit, und es geht dir gleich viel besser.

[TK]

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