Am Familientisch

Tipps gegen dicke Luft

published: 04.02.2007

Zu viel Freizeitstress geht oft auf Kosten gemeinsamer Mahlzeiten (Foto: Monkey Business Images/shutterstock.com) Zu viel Freizeitstress geht oft auf Kosten gemeinsamer Mahlzeiten (Foto: Monkey Business Images/shutterstock.com)

Martin hat Fußballtraining, Nina will lieber in ihrem Zimmer vorm Fernseher essen und Papi hat eine wichtige Besprechung im Büro: wieder nichts mit dem gemeinsamen Mittagessen!

Esstisch oder Stresstisch?
Gemeinsam zu essen ist in vielen Familien heutzutage leider nicht mehr angesagt. Denn alle an einen Tisch zu bekommen ist gar nicht so einfach. Und wenn ihr es geschafft habt, sieht die Wirklichkeit oft so aus: schlechte Stimmung, dicke Luft, Streit, Nörgeleien – das Essen wird zum Frust!

Dabei sind gemeinsame Mahlzeiten wichtig. Sie sollten ein fester Termin im Tagesablauf sein, Spaß machen und den Zusammenhalt der Familie stärken. Du kannst erzählen, was du so erlebt hast, kleine Sorgen loswerden, den neuesten Witz zum Besten geben, zuhören und lachen, vom Schulstress entspannen. Du hast das Gefühl: Meine Familie ist für mich da!

Essen ist nicht nur Essen!
Mal schauen, was schlaue Studien zum Thema gemeinsam essen sagen? Aha, geteilte Mahlzeiten halten schlank! Wer häufig am Familientisch isst, bringt weniger auf die Waage – das wurde in mehreren Untersuchungen bewiesen. Kein Wunder, denn bei regelmäßigen Essenszeiten greifst du nicht so oft zu süßen Snacks zwischendurch. Außerdem sollen Essstörungen seltener vorkommen und die Schulnoten bei „Familienkreisessern“ besser sein. Wissenschaftler an der Columbia Universität (USA) fanden zudem heraus: Gemeinsame Familienmahlzeiten stärken den Zusammenhalt, Kids kommen seltener mit Drogen in Berührung.

Also: Gemeinsam essen verbindet und macht stark – wenn ihr gewisse Dinge beachtet. Damit euch die Atmosphäre bei Tisch nicht auf den Magen schlägt, gibt es einfache Regeln!

Tipps für mehr Harmonie:
· Ideal ist es, wenn eure ganze Familie sich einmal am Tag zu einer festen Uhrzeit um den Esstisch versammelt. Versuche, pünktlich zu sein. Denn es ist unhöflich, das mit Mühe zubereitete Essen kalt werden zu lassen.
· Einfache Grundregeln: nicht nebenbei lesen oder telefonieren, nicht mit vollem Mund reden. Sitzen bleiben, bis alle aufgegessen haben und nicht über das Essen meckern.
· Kein Zwang beim Essen! Was auf den Teller kommt, wird aufgegessen? Diese Regel gilt schon lange nicht mehr. Denn Essen ist Genuss und keine Bestrafung. Jeder sollte bestimmen können, ob und wie viel er von dem jeweiligen Gericht isst.
· Nimm dir zunächst nur eine kleine Portion, wenn deine Eltern gerne möchten, dass du aufisst! Schlage vor, dir stattdessen selbst eine Stulle zu schmieren und am Tisch zu essen. Oder: Jedes Familienmitglied darf an einem Wochentag bestimmen, welches Gericht gekocht wird.
· Sprecht zu besonderen Anlässen die Menüfolge gemeinsam ab. So verhindert ihr unnötigen Stress. Auch gemeinsames Einkaufen kann verhindern, dass ungeliebte Lebensmittel im Einkaufswagen landen.
· Ruhe zum Essen: Handy, Fernseher oder Radio stören nur bei Tisch – aus damit! Zu viele Ablenkungen machen nervös und provozieren Streit.
· Das Auge isst mit! Zu einem gemütlichen Essen gehört auch eine schöne Tischdeko: mit Kerzen, Blumen und hübschen Servietten. Am Sonntag darf es etwas mehr sein – so schafft ihr eine besondere Atmosphäre und damit mehr Gelassenheit.
· Thema Wertschätzung. Deine Mutter (oder vielleicht dein Vater) hat lange in der Küche gestanden, um für euch etwas Leckeres zu zaubern. Lobe sie doch einfach mal mit ein paar Worten wie „Schmeckt prima!“ und euch allen wird das Essen noch besser munden.
· Jeder sollte bestimmte Aufgaben übernehmen, wie Aufdecken, Abräumen oder Abwaschen. Sind diese Dinge grundsätzlich geklärt, entsteht kein Streit und niemand muss meckern.
· Tabuthemen nicht bei Tisch ansprechen! Nicht jedes Thema eignet sich für entspannte Mahlzeiten. Kleine Probleme besprechen – ja, Streitthemen angehen – nein! Denn beim Essen sollte eine heitere Stimmung herrschen und möglichst angenehme Themen angeschnitten werden: Urlaub, Hobbys oder witzige Geschichten aus der Schule.
· Extra-Tipp: Plant für brisante Themen feste Gesprächszeiten außerhalb der Mahlzeiten ein. So können sich Konflikte gar nicht erst anstauen!

[TK]

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