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Lispeln

"Sag mal Sahnesoße!"

published: 14.02.2007

Lispeln ist die häufigste Form von Sprachstörungen und glücklicherweise auch die harmloseste (Foto: Public Address) Lispeln ist die häufigste Form von Sprachstörungen und glücklicherweise auch die harmloseste (Foto: Public Address)

Als Jana noch ein kleines Kind war, hatte sie keine Probleme, die Erwachsenen in ihrer Umgebung um den kleinen Finger zu wickeln. "Du lispelst ja niedlich!", hörte sie häufig, bevor man ihr einen Bonbon zusteckte. Inzwischen ist Jana 15 Jahre alt und findet es gar nicht mehr so lustig, wenn ihre Mitschüler ihr kichernd hinterher rufen: "Sag mal Sahnesoße!" Früher dachte sie, es sei etwas Besonderes zu lispeln, und übertrieb häufig sogar. Heute würde sie viel dafür geben, um diese Sprachstörung endlich loszuwerden.

Warum lispelt man?
Lispeln ist die häufigste Form von Sprachstörungen und glücklicherweise auch die harmloseste, wenn sie behandelt wird. Für das Lispeln gibt es viele Ursachen. Normalerweise liegt deine Zunge leicht gewölbt im Mund. Wenn du ein "S" aussprichst, spannt sich deine Zungenspitze und berührt leicht die unteren Schneidezähne. Dadurch gelingt es dir, den Luftstrom zu lenken und ein sauberes "S" auszusprechen. Beim Lispeln fehlt es dir an dieser Spannung und die Luft strömt unkontrolliert durch deinen Mund. Das Ergebnis ist ein eher dumpfes Geräusch, das dem englischen "Th" ähnelt.


Ein Grund dafür kann sein, dass du als Kind lange am Daumen oder Schnuller genuckelt hast. Oft verändern sich dadurch die Form des Kiefers und die Stellung der Zähne. Falls du deine Milchzähne sehr früh verloren hast, lassen sich Zahnfehlstellungen auch so erklären. Eine angeborene Muskelschwäche oder frühkindliche Hörstörungen können ebenfalls verantwortlich sein.

Muss ich deswegen zum Arzt?
Bei kleinen Kindern bis zum vierten Lebensjahr sind Sprachfehler kein Grund zur Sorge. Zischlaute wie "S" und "Z" sind besonders schwierig auszusprechen und werden deshalb erst spät richtig erlernt. Dennoch ist es besonders in diesem Alter schon wichtig, den Kindern die richtige Aussprache vorzuleben, indem man sehr deutlich spricht. Wird das Lispeln hingegen zum dauerhaften Begleiter, sollte man einen Arzt aufsuchen.

In Janas Fall haben sich ihre Eltern leider falsch verhalten und den "niedlichen" Sprachfehler auch noch positiv verstärkt. Jana dachte, sie macht etwas besonders gut, wenn sie das "S" lispelte, weil sie meistens dafür belohnt wurde. Da ihre Sprachstörung nicht ernst genommen wurde, verfestigte sie sich. Nun muss Jana regelmäßig zu einer Logopädin.

Schnelle Hilfe durch Zungengymnastik
Logopäden sind medizinische Therapeuten, die durch gezielte Behandlung deine Fähigkeit zu kommunizieren verbessern. Einen Sprachfehler ohne Hilfe von Experten zu beheben, ist meist unmöglich. Je nachdem weshalb man lispelst, setzt der Logopäde verschiedene Schwerpunkte.

Üblich sind Übungen der Zungenmotorik, die die Muskeln kräftigen und die Zungenspannung verbessern sollen. Auch Sprechübungen und gegebenenfalls ein Hörtraining gehören zum Repertoire eines Logopäden. Langsam aber sicher lernt der Patient dabei, die Bildung von Lauten und die Lage der Zunge ganz genau zu kontrollieren.

Generell gilt: Umso früher eine exakte Diagnose gestellt wird und eine geeignete Behandlung eingeleitet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, ein Problem komplett zu beheben.

Achtung Gebiss!
Natürlich wird nicht jeder wie Jana wegen seiner Sprachstörung gehänselt. Ist die Aussprache nur ein wenig anders, empfinden viele das Lispeln auch bei jüngeren Menschen noch als niedlich.
Trotzdem sollte man wegen dieses "Schönheitsfehlers" einen Fachmann aufsuchen, da manchmal viel schwerwiegendere Probleme daraus entstehen.

Bei kleineren Kindern führen nicht behobene Sprachfehler oft zu Schwierigkeiten in der Schule, da das Schreiben eng mit einer korrekten Aussprache verknüpft ist. Auch könnte ein stetiges Lispeln verursachen, dass sich die Stellung der Zähne stark verändert. Kommt es ganz schlimm, könnten sie sogar ausfallen, weil sie dem ständigen Druck der Zunge nicht standhalten. Bei Unsicherheiten sollte man seinen Arzt fragen, ob er eine Therapie empfiehlt.

[TK]

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