Was ist eigentlich eine..?

Blutvergiftung

published: 17.02.2007

Auch ein scheinbar harmloser Kratzer am Knie kann zu einer Blutvergiftung führen (Foto: wandee007/shutterstock.com) Auch ein scheinbar harmloser Kratzer am Knie kann zu einer Blutvergiftung führen (Foto: wandee007/shutterstock.com)

Eine Schramme am Arm, eine Schürfwunde am Knie oder ein Schnitt am Finger: Ist doch nur ein kleiner Kratzer! Ein Pflaster drauf - und schon ist die Lappalie vergessen. Meist jedenfalls. Doch wenn die Stelle nicht abheilt, sondern schmerzt, dick, rot und heiß wird, sollten deine Alarmglocken läuten. Es droht die Gefahr einer Blutvergiftung!

Wenn das Blut „vergiftet“ wird
Die Bezeichnung Blutvergiftung ist umgangssprachlich, der Arzt nennt sie Sepsis. Eine Sepsis bedeutet, dass sich Bakterien, die an einer Stelle im Körper ihr Unwesen treiben – das kann eine Wunde, ein eitriger Zahn oder eine Lungenentzündung sein – durch die Blutbahnen über den ganzen Körper ausbreiten. Ein Organ nach dem anderen wird infiziert, bis schließlich der ganze Organismus mit den Krankheitserregern überschwemmt ist. Wie kann das passieren? Normalerweise bekämpft unser Abwehrsystem doch alles, was unerwünscht in den Körper eindringt!

Abwehr außer Kraft
Im Normalfall kann dein Immunsystem Erreger durch verschiedene Mechanismen bekämpfen, ohne dass sich die Entzündung weiter ausbreitet. Aus einer ganz harmlos aussehenden Verletzung oder Entzündung kann sich jedoch eine Blutvergiftung entwickeln, wenn der Körper und das Immunsystem geschwächt sind – etwa durch eine andere Krankheit. Oder auch, wenn viele verschiedene oder besonders aggressive Erreger den Körper attackieren. Besonders gefährlich sind diese in schlecht geschützten Bereichen des Körpers – im Bauch, im Gehirn oder in der Lunge. Auch wenn eine Entzündung ignoriert und nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einer Sepsis kommen.

Kleine Wunde - große Folge
Eine Blutvergiftung kann jeden treffen. Schon eine kleine Infektion, meist mit Bakterien, kann die Ursache sein: ein Schnitt im Finger, ein Kratzer am Fuß, eine Schürfwunde am Knie oder ein entzündeter Zahn. Auf welche Warnzeichen solltest du achten?

So kann es anfangen: Du stürzt mit dem Fahrrad und schürfst dir das Knie auf. Eigentlich nicht weiter schlimm. Doch die Wunde verheilt nicht gut, sondern rötet sich, wird dick und warm, pocht und tut weh. Das sind typische Entzündungszeichen. Du solltest die Wunde daher sofort von einem Arzt behandeln lassen.

Der rote Streifen
Viele verbinden eine Blutvergiftung mit einem roten Streifen auf der Haut, der langsam Richtung Herz wandert. Streng genommen ist das noch keine Blutvergiftung. Bevor nämlich die Bakterien in das Blut gelangen, nehmen sie den Weg über die Lymphbahnen. Von der Infektionsstelle zum Körper hin kann sich ein rötlicher oder bläulicher Streifen bilden. Die Bezeichnung „Blutvergiftung“ ist hier nicht ganz korrekt, da die Erreger noch nicht in das Blut eingedrungen sind. Der Streifen ist jedoch ein Warnzeichen, dass eine „Vergiftung“ des Blutes im Anmarsch ist. Wenn das der Fall ist, musst du sofort zu einem Arzt. Er behandelt dich mit Antibiotika.

Invasion der Bakterien
Was passiert im Körper, wenn das Immunsystem eine kleine Infektion nicht mehr unter Kontrolle hat? Über den Blutkreislauf kann sie sich dann über den ganzen Körper ausbreiten. Der körpereigene Abwehr reagiert über - mit Schwellungen, Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel - ohne dass die Erreger dadurch sinnvoll bekämpft werden können.

Die Blutvergiftung ist eine schwere und ernst zu nehmende Erkrankung. Der Körper ruft den Ausnahmezustand aus. Richtig schlimm wird es, wenn plötzlich hohes Fieber, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Probleme beim Atmen auftreten. Der Betroffene ist verwirrt, atmet schneller, das Herz rast und der Blutruck fällt ab. Hier muss sofort der Notarzt verständigt werden.

Das Problem: Zu Beginn ist die Blutvergiftung nicht leicht zu erkennen. Die anfänglichen Symptome können mit denen einer Grippe verwechselt werden. In jedem Fall kommt es darauf an, schnell im Krankenhaus behandelt zu werden!

[TK]

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