Wirklich mutig ist , wer sich auch einmal traut, Nein zu sagen (Foto: Hugo Felix/shutterstock.com)(Foto: Public Address)Wenn man Eistee selbst herstellt, kann man ihn nach Lust und Laune mit Fruchtsaft mischen (Foto: Public Address)(Foto: Mateusz Gzik/shutterstock.com)An warmen Sommertagen erfrischt ein leichter Obstsalat (Foto: Public Address)In Einklang mit der Natur kann man effektiv Stress abbauen  (Foto: Public Address)Wencke Appel weiß nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr, welchen Beruf sie erlernen möchte (Foto: Public Address)

Unbeliebt?

Von Außenseitern und Mauerblümchen

published: 22.07.2007

Wer unbeliebt ist, fühlt sich oft einsam und isoliert (Foto: aldegonde/shutterstock.com) Wer unbeliebt ist, fühlt sich oft einsam und isoliert (Foto: aldegonde/shutterstock.com)

In fast jeder Gruppe gibt es sie: die Helden, die Tonangeber, die Alpha-Tiere, die bei allen beliebt sind. Jeder möchte mit ihnen befreundet sein, über ihre Witze wird immer gelacht und ihre Meinung ist Gesetz. Leider existiert auch das andere Ende der Beliebtheitsskala, an dem sich die "Außenseiter" oder "Mauerblümchen" tummeln.

Klar, dass niemand gern unbeliebt ist. Allerdings ist es auch nicht unbedingt nötig, gleich der oder die Beliebteste der Klasse zu sein. Wer allen gefallen will, muss dafür häufig auf eigene Bedürfnisse verzichten. Um jedoch nicht ganz alleine in der Ecke zu stehen, hilft es schon, ein paar Kleinigkeiten am eigenen Verhalten zu verändern. Ein guter Anhaltspunkt ist, einmal zu überlegen, warum man selber einige Menschen nicht mag.

Zu extrem ist anstrengend
Wer extrem ist, fällt auf. Zu nett, zu kaltschnäuzig, zu laut, zu leise. Ist bei jemandem eine Eigenschaft sehr stark ausgeprägt, fällt sie anderen schnell auf die Nerven. Menschen, die immer nett sind, einem Komplimente machen oder nach dem Mund reden, sind nach kurzer Zeit genauso ein rotes Tuch wie solche, die ständig unfreundlich und arrogant sind. Angenehme Kameraden vertreten ihre eigene Meinung und loben oder kritisieren auch einmal - aber nicht ausschließlich.

Auch Leute, die ständig im Mittelpunkt stehen wollen oder schlecht über andere reden, werden verständlicherweise gemieden. Kaum jemand hat schließlich Lust, ständig Beifall zu klatschen oder Angst um seine Geheimnisse zu haben. Wer sehr schüchtern ist und sich nicht traut, etwas zum Gespräch beizutragen, wird manchmal auch einfach "übersehen", was meist gar nicht böse gemeint ist.

Mut zum Anderssein
Vielleicht ist man nicht extrem, aber einfach anders als die meisten - steht auf andere Klamotten, hört andere Musik oder hat ein ausgefallenes Hobby. Leider haben viele Leute Angst vor allem, was sich von der grauen Masse abhebt. Sie wollen lieber nicht auffallen und verlangen dasselbe auch von ihren potenziellen Freunden. In einem solchen Fall sollte sich niemand ins Boxhorn jagen lassen. Im Gegenteil: Wer zu sich steht und deshalb auffällt, beweist, dass er eine starke Persönlichkeit hat.

Genauso ist es wichtig, sich nicht immer der Allgemeinheit anzupassen, sondern darauf zu hören, was der eigne Bauch einem rät. Wer lieber gehänselte Mitschüler tröstet, als auch auf ihnen herumzuhacken, oder keine Zigarette raucht, um cool zu sein, zeigt Stärke. Wer damit Probleme hat, kommt als Freund auch nicht infrage. Schließlich geht es in einer Freundschaft ja nicht um Äußerlichkeiten, sondern darum, dass einander zu mögen.

Freunde Finden kostet Energie
Wer neu in einen Klassenverbund kommt, hat es in der Regel erst einmal schwer. Die Gruppe kennt sich oft schon seit Jahren, jeder hat einen festen Platz. Für den Erhalt dieser Hierarchie wirkt ein Neuer oder eine Neue manchmal bedrohlich. Vor allem diejenigen, die beliebt sind, fürchten schnell um ihre Stellung in der Klasse oder wollen ihre Freunde nicht teilen. Deshalb ist es oft leichter, mit Klassenkameraden in Kontakt zu kommen, die nicht der "Klassenstar" sondern vielleicht etwas stiller sind. Meist braucht es einfach etwas Geduld, bis sich die Leute an einen gewöhnt haben.

In jedem Fall liegt es an einem selber, die Sache in die Hand zu nehmen. Ob neu oder nicht, wer Freunde finden möchte, braucht viel Energie. Am besten ist es, freundlich und offen auf diejenigen zuzugehen, die einem sympathisch erscheinen. Wer sich für andere interessiert, zuhört und Fragen stellt, dem stehen die meisten Türen schnell offen. Dabei ist es wichtig, sich nicht zu verstellen und alles nachzuplappern, denn am interessantesten sind Menschen, die einen eigenen Kopf haben.

Ein paar praktische Tipps
Niemand sollte sich vollständig verbiegen, um beliebter zu werden. Ein paar kleine Gesten helfen oft schon, um auf sich aufmerksam zu machen. Beispielsweise kann man anderen kleine Gefallen tun, die einem nicht schwerfallen. Ohne extremen Aufwand zu betreiben, sehen die Mitmenschen so, dass es einem nichts ausmacht, etwas zu geben. Allerdings ist es nicht Sinn der Sache, andere mit solchen oder anderen Geschenken zu erkaufen. Diese Methode funktioniert nur am Anfang - danach findet sich schnell in einer Schar von Schmarotzern wieder.

Gute Anlässe, mit den Mitschülern in Kontakt zu kommen, sind Feste oder Ausflüge. Wenn in nächster Zeit nicht sowieso etwas dergleichen geplant ist, kann man auch ruhig einmal selber etwas organisieren. Auch hier gilt: Auf keinen Fall den Mut verlieren und aufgeben. Wenn es in der Schule wirklich nicht so recht klappen will, bieten Vereine und Hobbys noch eine weitere Chance, um neue Freunde zu finden.

[TK]

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