Auch zum Thema Jugendgewalt könnt ihr Scoolz-Expertin Dr. Karin Anderson Fragen stellen (Foto: Public Address)Auch beim Skifahren ist Schutzkleidung wichtig (Foto: Public Address)Pfeffer, Paprika, Curry und Chilischoten entfalten neben ihren charakteristischen Aromen auch heilende Wirkungen (Foto: Public Address)Zwiebeln gehören zu den ältesten Gemüsesorten (Foto: Public Address)Fast jedes Gemüse eignet sich fürs Fondue (Foto: Public Address)Offene Schuhe sind zwar auch im Winter schick. Bei Minusgraden aber wenig zu empfehlen (Foto: Nolte Lourens/shuttertsock.com)Der Ayurveda empfiehlt natürliche Arzneien aus Pflanzen (Foto: Public Address)

Hintergrundbericht Jugendgewalt - Teil I

Jung, aggressiv, gewaltbereit?

published: 19.01.2008

Nehmen Überfälle auf ältere Menschen in Deutschland zu? (Foto: Public Address)Nehmen Überfälle auf ältere Menschen in Deutschland zu? (Foto: Public Address)

Jeder gewalttätige Jugendliche ist einer zuviel. Das sollte von Anfang an klar sein. Doch seit dem Übergriff von einem 17-jährigen Griechen und einem 20 Jahre alten Türken in einem Münchner U-Bahnhof am 20. Dezember ist Deutschland in Aufruhr. Fast täglich berichten Boulevardzeitungen von neuen Angriffen auf unbescholtene Bürger, Experten suchen in seriöseren Medien nach Lösungen für die Gewaltdebatte. Als sich dann auch noch der hessische Ministerpräsident Roland Koch aus seinem Landes-Wahlkampf in die Diskussion einschaltete und von zu vielen gewaltbereiten jugendlichen Ausländern sprach, schien das Fass endgültig übergelaufen.

Die einen warfen Koch eine generelle Kriminalisierung von Ausländern und damit Rassismus vor, die anderen gaben ihm und seiner Forderung nach härteren Jugendgesetzen recht und forderten überdies die Abschiebung von straffällig gewordenen Ausländern. Doch sind solche Forderungen sinnvoll oder wird in Hessen nur ein Wahlkampfthema hochgekocht?

Scoolz hat sich für euch schlau gemacht und stellt in dieser Serie gesammelte Fakten und Hintergründe zum Thema Jugendgewalt vor.

Hat Gewalt durch Jugendliche zugenommen?
Die traurige Tat der beiden Jugendlichen in München scheint vorhersehbar gewesen zu sein, wenn man die Lebensläufe der beiden und ihre bisherigen Taten betrachtet. Die arbeitslosen jungen Männer waren bereits dutzende Male auffällig geworden und galten als Serientäter. Gerade solche Täter sind es, die Roland Koch künftig härter bestrafen will. Denn immerhin, so wird behauptet, habe die Zahl der Gewalt durch Jugendliche zugenommen - und da sei es an der Zeit für härtere Strafen. Doch was steckt hinter der Behauptung der Zunahme von Gewalt durch Jugendliche? Stimmt diese Aussage überhaupt?

Ja und nein. Zwar scheint die Zahl der Delikte, die von Kindern, Jugendlichen ab 14 Jahren und Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) begangen wurden seit 1997 insgesamt um 15, 6 Prozent gestiegen zu sein. Das ist laut der Wochenzeitung "Die Zeit" das Ergebnis eines vertraulichen Berichts, der im letzten Herbst auf der Tagung der Innenminister von Bund und Ländern vorgestellt wurde und der dem Blatt vorliegt. In dem 27-seitigen Papier heiße es, dass vor allem schwere und gefährliche Körperverletzung stark zugenommen hätten.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik von 2006 beurteilt die Gesamtzahl der Jugenddelikte allerdings anders: Dort heißt es, dass Ende 2006 die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen auf knapp 280.000 gesunken sei, während sie 1998 noch bei 300.000 Tatverdächtigen zwischen 14 und 18 Jahren lag. Einig sind sich aber alle Statistiken über die gestiegene Anzahl von Körperverletzungen. Laut dem zweiten periodischen Sicherheitsbericht der Bundesregierung stiegen diese Straftaten um rund ein Drittel. Das Magazin "Der Spiegel" errechnete, dass alle sechs Minuten in Deutschland ein Jugendlicher oder Heranwachsenden zuschlägt. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer bei Jugendlichen aus.

Außerdem legen Forschungen im Bereich der Kriminalistik offen, dass heute mehr Taten angezeigt werden als noch vor einigen Jahren. Ihre tatsächliche Zahl muss also nicht gestiegen sein. Einige Fachleute erklären sich allein durch mehr Anzeigen den zahlenmäßigen Anstieg registrierter Körperverletzungen.

Auch über die durchschnittlichen Tatprofile ist einiges bekannt: Fast immer trifft es Gleichaltrige, selten Erwachsene. Nach einer Statistik-Analyse in Baden-Württemberg von 2002 waren knapp 60 Prozent der Opfer in den untersuchten Fällen von 14- bis 21-jährigen Tätern im gleichen Alter. Dabei gilt: Je jünger die Täter, desto leichter das Delikt. Tatorte sind in Deutschland vor allem die Straßen der Großstädte.

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung