Iatrophobie

(Keine) Angst vorm Arzt!

published: 24.02.2008

Wer große Angst vor dem Arzttermin hat, kann auch die Eltern oder Freunde mitnehmen (Foto: Public Address)Wer große Angst vor dem Arzttermin hat, kann auch die Eltern oder Freunde mitnehmen (Foto: Public Address)

"Uhhh, mein Zeh tut so weh", jammert Moritz nun schon seit einer Woche seiner besten Freundin Mira vor. Warum er nicht endlich zum Arzt geht, ist Mira schleierhaft. Stattdessen doktert Moritz mit den merkwürdigsten Mitteln an seinem knallrot angelaufenen Zeh herum, was die ganze Situation eigentlich nur verschlimmert. Als er schließlich humpelnd und mit tiefen Augenrändern nachmittags bei ihr klingelt, reicht es Mira. "Los, wir gehen sofort zum Arzt, das ist ja nicht mehr mit anzusehen." Am Abend ist Moritz´ Zeh in einen dicken Verband eingehüllt und puckert kaum noch. Warum hat er das bloß so lange vor sich hergeschoben?

Wie Moritz haben viele Menschen große Angst vor einem Arztbesuch. Ganz oben auf der "Unbeliebtheitsliste" stehen die Zahnärzte, doch auch Untersuchungen bei anderen Ärzten werden von vielen gerne auf die lange Bank geschoben oder am liebsten komplett vermieden. Woher diese Ängste kommen und warum es sich lohnt, die eigenen Befürchtungen zu überwinden und die Heilung nicht selbst in die Hand zu nehmen, verrät euch die Techniker Krankenkasse.

"Ich weiß selbst, was gut für mich ist"
Wer bei jedem Wehwehchen sofort zum Doktor rennt, ist doch eine Heulsuse, oder? Das ist natürlich Unsinn. Natürlich ist es sehr löblich, wenn ihr tapfer sein wollt und Kratzer, Kopfschmerzen oder Bauchweh alleine auskurieren möchtet. Dass alte Hausmittel wie Kräutertee oder kalte Waschlappen nicht immer ausreichend sind, wird vielen oft erst schmerzlich bewusst, wenn sich bereits eine Entzündung oder Schlimmeres eingenistet hat.

So können sich kleine Schnittwunden, eingewachsene Zehennägel oder aufgekratzte Leberflecken bei einer Behandlung Marke "selbst ist der Mann oder die Frau" schnell entzünden. Auch Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben, die nur ein Arzt herausfinden kann. Gleichzeitig kann sich eine verschleppte Infektion unter Umständen auch auf andere Organe ausdehnen.

Auch auf die Gefahr hin, einmal zu häufig im Wartezimmer zu sitzen, solltet ihr mit Verletzungen und Beschwerden unbedingt zum Arzt gehen, wenn sich innerhalb kurzer Zeit keine Verbesserung einstellt.

"Das ist total peinlich!"
Manchmal ist einem der Gedanke an einen Besuch beim Arzt auch total unangenehm, wenn es sich beispielsweise um einen Urologen oder Gynäkologen handelt. Die Vorstellung, dass ein fremder Mensch sehr intime Stellen des Körpers zu sehen bekommt, schreckt viele Jungs und Mädchen ab und sie schieben den Termin lange vor sich her.

Häufig sind aber besonders Krankheiten der Geschlechtsorgane wie Pilz oder Ausschläge sehr unangenehm und lassen sich sogar gut behandeln. Wer allzu große Angst hat, sollte sich gründlich über den Ablauf einer solchen Untersuchung informieren, um zu wissen, was ihn oder sie erwartet. Denkt immer daran, dass diese Ärzte den ganzen Tag mit ähnlichen Dingen zu tun haben und solche Untersuchungen für sie alltäglich sind und zum Job gehören.

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