Capoeira

Tänzerischer Kampf aus Brasilien

published: 25.03.2008

Einem Capoeirista stehen verschiedene Angriffstechniken, Ausweichmanöver und Kicks zur Verfügung (Foto: CREATISTA/shutterstock.com) Einem Capoeirista stehen verschiedene Angriffstechniken, Ausweichmanöver und Kicks zur Verfügung (Foto: CREATISTA/shutterstock.com)

Geschickt dreht sich der junge Mann um die eigene Achse, biegt die Wirbelsäule nach hinten zu einer Brücke, um dann mühelos die Beine in die Luft zu recken und leichthändig von einer Hand auf die andere zu hüpfen. Sein Gegenüber hebt den Fuß zum Tritt an, doch er taucht geschickt unter dem Angriff hindurch und wirbelt mit einem halben Rad seine Beine durch die Luft. Um das tänzelnde Paar stehen weitere "Kämpfer" im Kreis, rhythmische Musik und Gesänge untermalen die Bewegungen, bis sich eine neue Gegnerin aus der Runde löst und an Stelle des jungen Mannes weitermacht.

Diese Szene könnte nicht nur an einem brasilianischen Strand, sondern genauso gut im Fitness-Studio um die Ecke oder in eurem Sportverein stattgefunden haben. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine feindliche Begegnung rivalisierender Gangs, sondern um Capoeira, eine Mischung aus Kampfsport, Musik und Tanz. Die Techniker Krankenkasse stellt euch den Trend-Sport vor.

Von Afrika nach Brasilien
Vor etwa 300 Jahren brachten afrikanische Sklaven die Urform der Capoeira in Brasiliens Bundesstaat Bahia. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der rituelle Tanz zu einer effektiven Selbstverteidigungstechnik, die jedoch schnell von den Kolonialherren verboten wurde. So kam es, dass die Sklaven ihren Kampfsport als Tanz tarnten. Auf diese Weise konnten sie ihre Kampftechniken weiter vor den Augen der Wärter trainieren.

Traditionelle Instrumente und Gesänge
Typisch für die Capoeira sind charakteristische Instrumente und Gesänge, die jeden Kampf begleiten - wobei hier nicht vom "Kampf" sondern vom "Spiel" bzw. "Jogo" gesprochen wird. Das wichtigste Instrument ist die Berimbau, ein einzelner Draht, der am oberen und unteren Ende eines gebogenen Holzstockes befestigt ist. Schlägt man mit einem Holzstab auf diese Saite, erklingen metallisch schnarrende Töne, die sich in einem ausgehöhlten Kürbis als Resonanzkörper fangen. Der Spieler der Berimbau gibt den Ton an und bestimmt den Rhythmus der Musik. Wenn die Musik beginnt, beginnt auch das Spiel, endet die Musik, ist auch das Spiel beendet.

Meist wird die Berimbau von einer Trommel, der Abataque, und einem Tambourin, dem Pandeiro, begleitet. Zu einem Endlos-Rhythmus singen die Musiker und Kämpfer auf Portugiesisch häufig Lieder, die aus der Zeit der Sklaverei stammen.

Das Spiel
Ein Jogo findet immer in der Mitte eines Kreises von umstehenden, klatschenden und singenden Spielern und Musikern, der Roda, statt. Zu Beginn hocken sich die Teilnehmer, die man "Capoeiristas" nennt, vor die Instrumente, schauen sich kurz an und geben sich die Hand. Manche berühren an dieser Stelle noch die Berimbau als Zeichen der Verehrung. Dann begeben sie sich in der Regel mit einem Radschlag in die Mitte der Roda.

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