Schwangerschaftsstreifen bei Jungs

Risse unter der Haut

published: 19.09.2008

Jungs, aufgepasst: Nicht nur Mädchen können Dehnungsstreifen bekommen! (Foto: Public Address)Jungs, aufgepasst: Nicht nur Mädchen können Dehnungsstreifen bekommen! (Foto: Public Address)

"Oh Gott, sind das etwa Schwangerschaftsstreifen?" Stößt man in der Umkleidekabine oder vor dem heimischen Spiegel zufällig auf die hellen oder rötlichen Linien an Beinen, Rücken oder Bauch, ist der Schrecken groß. Was viele Jungs gar nicht wissen: Nicht nur Mädels sind davon betroffen, auch wenn der Name anderes vermuten lässt.

Die unbeliebten Hautrisse entstehen nämlich nicht nur während einer Schwangerschaft, sondern auch durch körperliche Veränderungen, von denen beide Geschlechter gleichermaßen betroffen sind. Die Techniker Krankenkasse erklärt euch, was es mit den Dehnungsstreifen auf sich hat.

Nicht schön, aber ungefährlich
Die gute Nachricht: Dehnungsstreifen sind nicht gefährlich, sondern ein rein kosmetisches Problem. Es handelt sich dabei um sicht- und tastbare Risse im Bindegewebe, welches sich unterhalb eurer Haut befindet. Normalerweise ist diese "Unterhaut" zwar sehr elastisch, bei starker Dehnung reißt sie jedoch manchmal ein. Die entstehenden Spalten färben sich anfangs blaurötlich, da Blutgefäße durch die Haut hindurchschimmern. Nach einiger Zeit verblasst diese auffällige Tönung und es bleiben narbenähnliche weiß-silberne Streifen zurück.

Zu schnell für die Haut
Generell ist das Bindegewebe von Jungs zwar fester, da seine Fasern im Gegensatz zu denen der Mädchen nicht nur parallel, sondern netzartig unter der Haut verlaufen. Dennoch führen extreme Dehnungen beispielsweise durch große Gewichtsschwankungen oder auch bei starkem Muskelaufbau manchmal dazu, dass die Fasern reißen. Das passiert meistens dort, wo das Bindegewebe am stärksten beansprucht wird, also an Bauch, Hüften, Gesäß, Oberarmen, Rücken und Brust.

Fachleute bestätigen dies. "Schwangerschaftsstreifen entstehen immer aufgrund einer zu starken, schnellen Dehnung des Bindegewebes. Dies geschieht durch Zunahme des Fettgewebes oder massiven Muskelaufbau beispielsweise durch Krafttraining. Auch die pubertätsbedingte Zunahme des Brust-, Po- oder Hüftumfangs können diesen Effekt haben", erklärt Scoolz-Expertin Dr. Karin Anderson.

Nach Angaben von Dr. Anderson stellen die Streifen nur ganz selten auch ein Symptom einer Krankheit dar. "Ein zu hoher Blutspiegel von Nebennierenrindenhormonen, das sogenannte 'Cushing-Syndrom', führt ebenfalls zu Dehnungsrissen im Bindegewebe. Allerdings ist es auch hier die zu rasche und zu starke Umfangsvergrößerung des Rumpfes, die dazu führt. Solche schwersten körperlichen Störungen machen sich aber zusätzlich durch andere, wesentlich massivere Symptome bemerkbar. Als mögliche Ursache für Dehnungsstreifen bei jungen Leuten kommen sie daher wirklich nur in Ausnahmefällen infrage."

Ergreift ihr spezielle Maßnahmen, um Dehnungstreifen vorzubeugen?

  • Ja, klar! Das gehört für mich zur alltäglichen Schönheitspflege!

  • Nur, wenn ich gerade einmal daran denke.

  • Nein, so ein Quatsch. Mir sind ein paar kleine Streifen völlig egal.

Wundercremes und Zauberöle?
Ob die Bindehaut tatsächlich nachgibt, hängt auch von eurer Veranlagung ab. Dies ist ein Faktor, den ihr leider nicht beeinflussen könnt. Einen Hinweis, wie eure Chancen auf ein starkes Bindegewebe stehen, liefert ein genauer Blick auf euren Vater oder Bruder. Die schlechte Nachricht: Sind die Streifen erst einmal da, könnt ihr wenig dagegen unternehmen. Zwar versprechen die verschiedensten Hersteller ständig, das optimale Produkt gegen Dehnungsstreifen gefunden zu haben. Fakt ist jedoch, dass sich die unschönen Rillen nicht einfach wegcremen lassen.

Allerdings gibt es Maßnahmen, mit denen auch Jungs bereits im Vorfeld etwas für ihre Bindehaut tun können. Dr. Anderson rät: "Athleten, die wissen, dass sich ihre Muskulatur stark vergrößern wird, können die Elastizität ihres Bindegewebes durch Zupfmassagen mit pflanzlichen Ölen fördern. Diese Öle sollten einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren aufweisen." Gut geeignet für solche Massagen sind Jojoba-, Mandel- und Calendula-Öl.

Falls euch diese Maßnahmen zu "mädchenhaft" vorkommen, könnt ihr auch durch regelmäßige Wechselduschen oder leichte Massagen mit weichen Bürsten erreichen, dass eure Haut an den gefährdeten Stellen gut durchblutet ist. Streicht dabei in kreisenden Bewegungen von den Füßen in Richtung Herz. Eine vitaminreiche Kost mit Vitamin E, das beispielsweise in Weizenkeimen, Nüssen und grünem Blattgemüse enthalten ist, unterstützt die Elastizität des Gewebes ebenfalls.

Natürliche Grenzen
Leider helfen all diese Vorkehrungen nur eingeschränkt. Neigt ihr zu schwachem Bindegewebe, lassen sich Schwangerschaftsstreifen vermutlich nicht gänzlich vermeiden – egal ob bei Jungs oder Mädchen. Normalerweise fallen die meisten Risse jedoch nach einer gewissen Zeit kaum noch auf und sind nur noch erkennbar, wenn ihr ganz genau hinschaut. Lasst euch also von diesen kleinen "Schönheitsfehlern" nicht aus der Ruhe bringen.

Jugendlichen, die mit sehr breiten, entstellenden Rissen oder wulstiger Narbenbildung zu kämpfen haben und psychisch enorm darunter leiden, rät Dr. Anderson: "Ein Hautarzt kann die Dehnungsstreifen beispielsweise mit Laser- oder Vitamin-A-Säure verkleinern oder abflachen und dadurch weniger auffällig machen."

[TK]

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