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Der Hamam

Tee, Peeling und Seifenblasen

published: 24.10.2008

Im Hamam lässt sich herrlich entspannen bei orientalischer Atmosphäre, warmem Tee und entsprechender musikalischer Untermalung (Foto: Public Address)Im Hamam lässt sich herrlich entspannen bei orientalischer Atmosphäre, warmem Tee und entsprechender musikalischer Untermalung (Foto: Public Address)

Eigentlich wurde der Hamam im arabischen Raum kultiviert. Hinter dem Wort aus dem türkischen Sprachgebrauch, das frei übersetzt "wärmen" bedeutet, steckt ein exotisches Bade-Ritual aus dem Orient. In dem "Türkischen Bad" unterzogen sich früher Männer und Frauen, natürlich stets streng getrennt voneinander, rituellen Waschungen. Die meisten Hamams lagen darum auch in unmittelbarer Nähe zu einer Moschee. Im Laufe der Zeit wandelten sich die Kuppelgebäude allerdings eher zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt, wo entspannt der neueste Dorfklatsch ausgetauscht oder politisch diskutiert wurde.

Heute ist der Hamam, zumindest in Deutschland, zu einer Wellness-Einrichtung geworden, in der sich Relax-Willige reinigen, peelen und massieren lassen. Dabei genießen sie die besondere Atmosphäre, warmen Tee und entsprechende musikalische Untermalung. Wie genau sich die Reise in den Orient typischerweise gestaltet, hat die Techniker Krankenkasse für euch herausgefunden.

Türkisch für Anfänger: Göbek Tasi, Tellak und Pestemal
Die erste Station des Hamam-Aufenthaltes bildet der Göbek Tasi, der Nabelstein. Dieses beheizte Podest aus Marmor ist das zentrale Element des Dampfbades, auf dessen Liegefläche es sich der Besucher bequem macht. Vorher legt man jedoch sämtliche Kleidung ab und umwickelt sich mit einem speziellen Handtuch, dem Pestemal. Vor und während der "Schwitzkur" könnt ihr euch von einem Tellak, so heißt ein Bademeister im Hamam, mit Wasser übergießen lassen, das er aus entsprechenden Brunnen schöpft. Durch die sich erwärmende Feuchtigkeit lockern sich später die Muskeln, die Hautporen öffnen sich.

Ist man schön aufgewärmt und entspannt, folgt ein Ganzkörper-Peeling. Dafür legt ein Tellak einen speziellen Handschuh aus Rohseide oder Ziegenhaar, die Kese, an und schrubbt den ganzen Körper. So werden einerseits die obersten, abgestorbenen Hautpartikel entfernt, andererseits wird das Bindegewebe durchblutet. Mit Wasser werden die Hautreste dann abgespült.

Zum Abschluss erwartet den gereinigten Hamam-Besucher eine Schaummassage. Der Masseur benutzt einen Leinenbeutel, um aus Seife und Wasser Unmengen von Schaum zu bilden, die er anschließend über den Körper verteilt. Bei der folgenden Ganzkörpermassage wird man von Kopf bis Fuß durchgeknetet. Als Ausklang begibt man sich dann noch eine Weile in einen Ruheraum, wo man liegend oder sitzend noch eine Tasse Tee zu sich nehmen und ausgiebig entspannen kann.

Künstliches Fieber
Durch den heißen Wasserdampf weiten sich die Blutgefäße, um die Wärme nach außen zu leiten. Gleichzeitig steigt die Körpertemperatur um etwa 0,5 bis ein Grad Celsius. Ihr befindet euch sozusagen in einer Art künstlichem Fieber, sodass - wie auch bei echtem Fieber - Krankheitserreger zerstört werden.

Auch die Temperatur eurer Haut erhöht sich, wodurch die Durchblutung angeregt wird. Durch Wasserdampf und Schweiß quillt die oberste Schicht der Haut auf und verhornte Zellen lassen sich im folgenden Peeling leichter entfernen. Auch Schmutz- und Fettpartikel werden praktischerweise aus den Hautporen geschwemmt.

Training für die Gefäße
Werdet ihr zwischendurch mit kaltem Wasser übergossen, ziehen sich eure Blutgefäße schnell zusammen und werden trainiert. Augenblicklich werden Kreislauf und Stoffwechsel angenehm angeregt und der Blutdruck steigt. Nach mehreren Anwendungen nutzt euch dieser Effekt besonders in den kalten Wintermonaten: Normalerweise ziehen sich die Gefäße nämlich krampfartig zusammen, sobald ihr in die Kälte kommt. Sind sie jedoch trainiert, kommt es nicht zu einer solchen Reaktion. Durch die elastischeren Gefäße bleibt der Blutdruck stabiler, gleichzeitig können die Schleimhäute immer gut mit Blut versorgt werden und sich so besser gegen Krankheitserreger wehren.

Wer etwas angeschlagen ist oder sich kränklich fühlt, sollte lieber auf einen Besuch im Hamam verzichten. Besonders, wenn ihr unter einer Entzündung oder einer akuten Infektionskrankheit leidet, ist ein Dampfbad keine gute Idee. Auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, Venenthrombosen oder Krampfaderleiden sind im Hamam nicht gut aufgehoben.

Kleines Manko: der Kostenfaktor
Leider ist der Besuch eines Hamams nicht gerade günstig. Durchschnittlich solltet ihr mindestens 30 Euro für einen etwa dreistündigen Aufenthalt einplanen. Welche Anwendungen ihr dafür standardmäßig bekommt, variiert sehr stark. Meistens bilden die im Text beschriebenen Rituale das "Basispaket", zu dem ihr noch weitere Leistungen wie beispielsweise Massagen kaufen könnt. Erkundigt euch unbedingt noch einmal vor Ort!

[TK]

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