Keine langfristige Lösung

Macht Nasenspray abhängig?

published: 14.11.2008

Der Griff zum Nasenspray wird für viele nach einiger Zeit zur Sucht (Foto: Public Address)Der Griff zum Nasenspray wird für viele nach einiger Zeit zur Sucht (Foto: Public Address)

"Gibt es eigentlich so etwas wie Nasenspray-Sucht? Ich nehme das Zeug jetzt seit ein paar Wochen und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ohne nicht mehr kann - ständig ist die Nase dicht. Spinne ich?" fragt Scoolz-Userin Goldie im Help-Forum. Dass Goldie keineswegs spinnt, sondern mit ihrem Problem auf ein weit verbreitetes Phänomen hinweist, erklärt die Techniker Krankenkasse.

Luft für die Nebenhöhlen
Wer mit einer Erkältung zu kämpfen hat, ist für guten Schlaf dankbar. Lässt einen die verstopfte Nase jedoch kein Auge zumachen, hilft der Griff zum Nasenspray. Besonders in der akuten Schnupfen-Phase wirken abschwellende Produkte gesundheitsfördernd, da sie dem Schleim in der Nase beim Abfließen helfen. Wird das Sekret nämlich durch die Schleimhäute dabei behindert, sammelt es sich leicht in den nun unbelüfteten Nebenhöhlen, die sich schlimmstenfalls entzünden.

Gefangen im Teufelskreis
Benutzt ihr das Spray jedoch zu lange, passiert genau das, was Goldie in ihrem Forenbeitrag beschreibt: Die Nase bleibt dauerhaft verstopft. Dieser Effekt entsteht durch den Wirkstoff "Xylomethazolin", der die Schwellkörper in den Nasenmuscheln zum Abschwellen bringt. Dieser Stoff trocknet die Schleimhäute nämlich gleichzeitig aus, sodass sie nach längerer Benutzung als Gegenreaktion gleich wieder anschwellen – und das meist schlimmer als zuvor!

Um frei durchatmen zu können, benutzt ihr das Mittel in immer kürzeren Abständen und geratet im Handumdrehen in einem Teufelskreis, der übrigens auch einen Namen hat: "Rhinitis medicamentosa". Wer jetzt nicht die Notbremse zieht, schädigt seine Nasenschleimhaut dauerhaft. Sie stirbt ab und hinterlässt eine chronische Schwellung.

Benutzt ihr häufig Nasenspray?

  • Nein, ich vermeide das eigentlich grundsätzlich.

  • Nur, wenn es wirklich nötig ist.

  • Ja ständig, ohne Spray ist meine Nase immer verstopft.

So funktioniert der "Entzug"
Um vom Spray oder von den Tropfen wieder "loszukommen", gibt es verschiedene Methoden. So könnt ihr beispielsweise erst einmal versuchen, "leichtere" Präparate zu verwenden, beispielsweise für Kinder oder für Babys, und die Dosis so langsam zügeln.

Sprüht das Mittel nur noch in ein Nasenloch, sodass ihr zwar einseitig noch gut durchatmen könnt, die Schleimhäute der anderen Seite jedoch langsam ausheilen. Ölige Nasentropfen oder Nasensalben helfen euch kurzfristig dabei, die Schleimhäute zu regenerieren. Falls ihr große Probleme habt, bittet auf jeden Fall euren Hals-Nasen-Ohren-Arzt, euch zu unterstüten.

Eine Sucht vermeiden
Damit ihr gar nicht erst abhängig werdet, solltet ihr abschwellende Nasensprays oder Tropfen niemals länger als zehn Tage benutzen. Bevor ihr euch die Medikamente in der Apotheke besorgt, solltet ihr erst mit eurem Arzt sprechen, denn in manchen Fällen stammt eine verstopfte Nase gar nicht von einem Schnupfen, sondern entsteht durch eine Allergie oder Nasenpolypen. Trifft diese Diagnose auf euch zu, solltet ihr die Ursache behandeln lassen.

Greift nicht beim kleinsten Anzeichen von Schnupfen gleich zum Spray, sondern erst, wenn beide Nasenlöcher wirklich verstopft sind. Am besten ist es natürlich, wenn ihr ganz ohne die abschwellenden Präparate auskommt und auf schonendere Methoden zurückgreift.

Besonders im Winter reagieren eure Schleimhäute oft gereizt auf die trockene Heizungsluft. Sie können sich nicht mehr so gut gegen Krankheitserreger wehren und allzu schnell fangt ihr euch eine Erkältung ein. Wer dem vorbeugen möchte, kann die Nase auch mit einer Salzlösung spülen, die ihr in der Apotheke bekommt.

Einen nützlichen Tipp hat Scoolz-Userin Merle parat: "Auf jeden Fall würde ich es mal mit Meersalzspray versuchen, das nehme ich auch immer, das hilft echt gut." Sprays mit steriler Kochsalzlösung oder Meersalz, die ihr in der Apotheke erhaltet, feuchten die Schleimhäute an und wirken schonend schleimlösend. Auch heiße Dampfbäder beispielsweise mit Kamillenblüten machen verstopfte Nasen wieder frei.

[TK]

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