Dauerbeschallung

Wie schütze ich meine Ohren?

published: 22.11.2008

Zu stark aufgedrehte Lautsprecher schädigen das Gehör dauerhaft (Foto: Public Address)Zu stark aufgedrehte Lautsprecher schädigen das Gehör dauerhaft (Foto: Public Address)

"Schwerhörig ist doch nur meine Oma!" Von wegen: Mittlerweile leiden in Deutschland auch viele Jugendliche an Hörschäden. Erst kürzlich warnte der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren- (HNO-)Ärzte, dass jeder fünfte Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren Auffälligkeiten im Innenohr aufweise. Was ehemals als Altersschwerhörigkeit bekannt war, beginne heutzutage oft schon mit 20 Jahren, so die Experten.

Damit ihr nicht zu denjenigen gehört, die in wenigen Jahren nicht mehr ohne Hörgerät zurechtkommen, solltet ihr euch über die Risiken informieren und eure Ohren vor schädlicher Dauerbeschallung schützen. Die Techniker Krankenkasse hat einige Tipps parat.

Wie laut ist zu laut?
Wer seine Ohren regelmäßig einer zu hohen Lärmbelastung aussetzt, riskiert dauerhafte Hörschäden. Das Tückische daran: Selbst, wenn ihr die Lautstärke noch als angenehm empfindet, liegt sie vielleicht schon im schädigenden Bereich. Die Gefahr, sein Gehör dauerhaft zu beeinträchtigen, drohe bereits bei über 85 Dezibel, so Maria Schwormstedt, Ärtzin bei der TK. Diese Lautstärke erreicht beispielsweise ein LKW oder eine Bohrmaschine. "Die Schmerzschwelle für ein gesundes Ohr ist jedoch erst bei einer Schallstärke von 120 bis 130 Dezibel überschritten", so die Ärztin. Das entspricht in etwa dem Lärm, den ein Düsentriebwerk verursacht.

Wie viele Stunden hört ihr täglich Musik über den MP3-Player?

  • Weniger als zwei Stunden.

  • Bis zu fünf Stunden.

  • Mehr als fünf Stunden.

Hinzu kommt, dass ein Hörverlust häufig schleichend vonstattengeht. Betroffene bekommen anfänglich meist in den hohen Frequenzbereichen Wahrnehmungsprobleme. Dann fällt es ihnen beispielsweise schwer, einer Unterhaltung zu folgen, sobald im Hintergrund eine laute Geräuschkulisse dröhnt. Je mehr Dezibel die Ohren aushalten müssten, desto kürzer sei die Zeitspanne bis zur Schädigung, sagt Maria Schwormstedt. Wenn ihr Probleme habt, Gespräche zu verstehen, oder euch das wage Gefühl plagt, dass etwas mit euren Ohren nicht stimmt, solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Nicht ohne meinen MP3-Player
Die HNO-Ärzte des Deutschen Berufsverbands vermuten übrigens, dass vor allem MP3-Player an dem schlechten Zustand der jungen Ohren schuld seien. Wusstet ihr, dass ein voll aufgedrehter MP3-Player genau so dröhnt wie ein ausgewachsener Presslufthammer? Einige der Geräte erreichen sogar Spitzenwerte von 130 Dezibel, was in etwa dem Lärmpegel eines Formel-1-Rennens entspricht – natürlich live an der Rennbahn! Dass das Gehör dieser Belastung auf Dauer nicht gewachsen ist, verwundert kaum.

Zwar braucht ihr von nun an nicht strikt auf euren akustischen Begleiter zu verzichten. Wer allerdings weiterhin gut hören will, sollte einige Grundsätze beherzigen: Stellt eure Musik niemals so laut, dass die Leute neben euch mitwippen. Trotz Kopfhörern solltet ihr immer noch in der Lage sein, euch mit jemandem, der etwa einen Meter neben euch steht, problemlos zu unterhalten. Um in puncto Ohrengesundheit ganz sicher zu gehen, rät Maria Schwormstedt: "Es ist sinnvoll, sich Geräte anzuschaffen, die über eine integrierte Lautstärkebegrenzung verfügen. Dann droht gar nicht erst die Gefahr, die Musik zu laut zu stellen."

Tanzvergnügen ohne Folgen
Leider habt ihr nicht immer direkten Einfluss auf die Geräuschkulisse, die euch umgibt. Besonders Diskotheken starten mit Lärmpegeln von 90 bis 105 Dezibel einen direkten Angriff auf eure Lauscher. Maria Schwormstedt empfiehlt: "Ein Discobesucher sollte grundsätzlich Ohrenstöpsel dabei haben. Wer sie vergisst, sollte sich auf keinen Fall zu lange zu nah vor den Boxen aufhalten." Genehmigt den Ohren zwischendurch immer wieder kleine Pausen – wer nicht gerade tanzt, sollte sich lieber in die ruhigeren Gefilde zurückziehen.

Nach einem Konzert oder einer Disconacht brauchen eure Ohren definitiv eine mehrstündige Pause. Je länger ihr euch starkem Lärm aussetzt, desto länger sollte diese Erholungsphase andauern. "Starke Schallbelastungen führen zunächst zur Ermüdung des Gehörs, die nach einer Ruhephase wieder nachlässt", erklärt Schwormstedt. Nur, wer seinem Gehör regelmäßig Urlaub gönnt, geht sicher, keine irreparablen Schäden davonzutragen.

Alarmstufe Rot!
Ihr hört ein leises Piepsen, Rauschen? Eure Ohren fühlen sich "wie in Watte gepackt" an? All das sind Alarmsignale, die ihr keinesfalls ignorieren dürft. Ihr benötigt dringend eine Ruhepause, selbst wenn die Symptome nach einigen Minuten oder Stunden wieder verschwinden. Außerdem solltet ihr euch einem Arzt vorstellen und einem Hörtest unterziehen, um sicher zu gehen, dass mit euren Ohren alles in Ordnung ist.

[TK]

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